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Eisenbahningenieure

Der Eisenbahningenieur plant, konstruiert, baut und sichert. Mit seinen vielschichtigen Aufgaben ist er Vermittler zwischen verschiedenen Welten.

Ein Eisenbahningenieur gestaltet Anlagen so, dass sich Menschen gerne auf dem Bahnsteig bewegen. (Bild: Mopap/Fotolia)
Ein Eisenbahningenieur gestaltet Anlagen so, dass sich Menschen gerne auf dem Bahnsteig bewegen. (Bild: Mopap/Fotolia)

Eisenbahningenieure sind – so die Definition des Verbands Deutscher Eisenbahningenieure (VDEI) – „Ingenieure und Architekten, die für die Systeme des spurgebundenen Verkehrs im weitesten Sinne tätig sind“.Das schließt einen großen Teil der Mitarbeiter aller Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU), Behörden, Planungs- und Ingenieurgesellschaften, Consultingunternehmen, Bildungsstätten, kommunaler Verkehrsbetriebe und natürlich der Bahnindustrie ein.

Das Arbeitsfeld eines Eisenbahningenieurs ist im gesamtgesellschaftlichen Vergleich nicht unerheblich. Spurgeführter Verkehr meint viel mehr als ein Fahrzeug, das sich auf Schienen bewegt. Die gesamte Planung, Organisation und Abwicklung spurgeführter Verkehre ist eine Querschnittsdisziplin, die von der Technik über die Volks- und Betriebswirtschaft bis hin zur Psychologie und Soziologie reicht. Der Eisenbahningenieur ist also in allererster Linie Vermittler zwischen ganz verschiedenen Welten. 

Große Verantwortung für Eisenbahningenieure 

Der Eisenbahningenieur plant, konstruiert, baut, kontrolliert, informiert und sichert. Er sieht barrierefreie Zugänge vor, Informationstafeln, Stromversorgungseinrichtungen, komfortable Bahnsteigmöblierungen, Schneeräumdienste oder Fußbodenheizungen und Bauteilmodule zur Kostenreduktion. Er ist auch kreativ und gestaltet die gesamte Anlage optisch so ansprechend, dass sich Menschen gerne auf dem Bahnsteig aufhalten. Er wählt die Bahnsteighöhe und -länge so, dass alle Menschen ohne Probleme in einen Zug vorn wie hinten ein- oder aussteigen können. Er ist also Sicherheitsbeauftragter, Qualitätsmanager, Bautechniker, Elektriker, Informatiker, Motologe, Soziologe, Psychologe und Künstler in einer Person. Das bedeutet eine große Verantwortung in allen Tätigkeitsschritten, aber auch eine enorme Möglichkeit, kreativ, transdisziplinär und autark zu arbeiten. 

Eisenbahningenieur: Profil mit Aufgabenvielfalt

Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, ist es wichtig, sich bereits im Studium vielfältige interdisziplinäre Kenntnisse und Erfahrungen anzueignen. Im Rahmen vieler Ingenieurstudiengänge werden Kurse im Querschnitt mit der Soziologie, den Sprach- und Kommunikationswissenschaften, der Psychologie und der Informatik angeboten. Praktika, Projektseminare, Exkursionen und interdisziplinäre studentische Wettbewerbe untermauern ein fundiertes Fachwissen.

Einsenbahningenieure mit praktischen Fähigkeiten

Arbeitgeber legen mehr und mehr Wert auf Eigeninitiative und fachübergreifende Fähigkeiten ihres Nachwuchspersonals. Die Baubranche wie die Fahrzeugbranche ist in den letzten Jahren zu einer sehr generalistischen Herangehensweise gelangt. Modulbauweise, Zentralisierung von Leit- und Sicherungstechnik, zertifiziertes Qualitätsmanagement und schlanke Planungshierarchien seien hier als Schlagworte einer neuen, nachhaltigen Planungskultur genannt.

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Eisenbahningenieure sollten Netzwerke bilden

Nachwuchs-Eisenbahningenieure werden sehr oft ins kalte Wasser geworfen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Netzwerke zu bilden. Der Verband Deutscher Eisenbahningenieure (VDEI) bietet hier eine Plattform zum Austausch zwischen den Fachdisziplinen.

Studenten und Berufsanfänger, aber auch Berufserfahrene haben über den VDEI außerdem die Möglichkeit, praxisnahe Fortbildungsveranstaltungen zu absolvieren. Wer nach ersten Praxiserfahrungen eine Karriere in der Schienenverkehrsbranche anstrebt, kann sich nach fünf Jahren Berufspraxis über den VDEI als Europäischer Eisenbahningenieur "EURAILING" zertifizieren lassen.

Datum: 11/10
Autorin: Eva Flick

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