Fahrerassistenzkamera: Kreative Produkte
Andreas Pirchner, Teamleiter Entwicklung
Innovation stammt von dem lateinischen Begriff "innovatio" für "etwas neu Geschaffenes". Eine Produktinnovation ist also ein neu geschaffenes Produkt. Die Grundlage für eine Produktinnovation ist immer der kreative Prozess.

- Fahrerassistenzkamera: Die räumliche Integration von verschiedenen Sensoren im Bereich der Windschutzscheibe. (Quelle: Rainer Sturm)
Er sorgt für neue Ideen und Lösungsansätze, die dann sortiert, bewertet und in mehreren Schritten zu einem konkreten Produktkonzept verdichtet werden. Ein Beispiel aus dem Automobilsektor ist die Fahrerassistenzkamera, an deren Entwicklung ich beteiligt bin. Die räumliche Integration von verschiedenen Sensoren im Bereich der Windschutzscheibe, die hohe mechatronische Komplexität und die Maßgabe, eine bauraumoptimierte designgerechte Integration im Fahrzeug zu realisieren, stellt uns dabei vor interessante Herausforderungen.
Produktinnovationen: Geeignete Auswahl treffen
Meine Aufgabe in der Abteilung Produktinnovationen und neue Technologien war es zunächst, die technische Umsetzbarkeit der Produktidee im Rahmen eines Innovationsprojektes nachzuweisen. In dieser Innovationsphase war das Entwicklungsteam klein und bestand vor allem aus hoch spezialisierten Experten aus der Physik, Elektrotechnik und Konstruktion. Für mich ist der besondere Reiz dieser Phase, dass aus einer Vielfalt von neuen und bekannten Technologien die geeignete Auswahl für das zu realisierende Produkt getroffen werden muss. Gerade in dieser Phase wird die technische Intuition des Einzelnen und die Fähigkeit, gemeinsam mit anderen fachbereichsübergreifende Lösungen zu finden, besonders gefordert.
Kunden gewinnen - Produkt am Markt platzieren
Nachdem wir mit den ersten funktionsfähigen Prototypen die technische Umsetzbarkeit des Produktes erfolgreich nachgewiesen hatten, folgte die Akquisitionsphase, um Kunden für einen Serienauftrag zu gewinnen und unser Produkt damit am Markt zu platzieren. In dieser Zeit bin ich viel gereist. Ich habe mit verschiedenen Automobilherstellern mögliche Produktszenarien diskutiert und ihre Wünsche und Anforderungen technisch analysiert. Es waren die spannenden und immer vielschichtigen Diskussionen in verschiedenen Sprachen, die mir in dieser Zeit besonders viel Spaß gemacht haben. Im weiteren Verlauf ergänzten Experten aus den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Kostenplanung das Projektteam. Zusammen mit den Kollegen haben wir dann verschiedene Produktszenarien kommerziell bewertet, um ein für das Unternehmen und den Kunden optimales Produkt zu generieren. Das Ergebnis der Akquisitionsphase war schließlich die Serienbeauftragung durch einen Automobilhersteller. Das war ein besonderer Moment für das gesamte Team, denn genau auf dieses Ziel haben wir hingearbeitet – aus einer Idee wurde ein Serienprojekt.
Nächste Projektphase:
Die Industralisierung
Um den harmonischen Wissenstransferaus der Vor- in die Serienentwicklung zu gewährleisten, wechselte nicht nur das Produkt, sondern auch das gesamte Innovationsteam in die Serienprojektphase. Damit war sichergestellt, dass Know-how und Systemexpertise ohne Reibungsverluste optimal in die Serie transferiert werden konnten.
Meine ersten Aufgaben waren, eine Termin- und Ressourcenplanung zu erstellen. Um die Anforderungen des Serienprojektes realisieren zu können, wurde die Mitarbeiterzahl im gesamten Projektteam stark vergrößert. Dabei musste ich neue Kollegen aus meinem Team Elektronik Hard- und Software schnell in das Konzept der Fahrerassistenzkamera einarbeiten und sie mit den Projektzielen und Terminen vertraut machen.
Immer den Überblick über das gesamte Produkt behalten
Aktuell befinden wir uns mitten in der Serienphase und meine Hauptaufgabe ist, die Integration der komplexen Bildverarbeitungshardware zu koordinieren und die Software-Entwicklung auf einer Multiprozessorplattform kontinuierlich abzustimmen. Dabei ist es immer wichtig, den Überblick für das gesamte mechatronische Produkt zu behalten. Zur Klärung technischer Fragen und Details reise ich auch heute noch regelmäßig zu unseren Kunden.
Zurück zum kreativen Prozess
Innerhalb der nächsten Monate werden die Kollegen aus dem Innovationsprojekt nach und nach in die Vorentwicklung zurückkehren. In meiner Funktion als Teamleiter betreue ich das Projekt bis zum Serienanlauf. Danach habe auch ich die Chance, in die Vorentwicklung zurückzukehren, um die nächste kreative Idee auf ihrem Weg zum Innovationsprodukt zu begleiten.

Über den Autor:
Andreas Pirchner, geboren 1980, studierete Informations- und Elektrotechnik in Bochum. Heute ist er Teamleiter für Entwicklung bei der Leopold Kostal GmbH & Co. KG.
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