Nutzfahrzeugklimatisierung: Gemeinsam anpacken
von Lars Ludwig
Lars Ludwig kam über das Startup-Programm für neue Mitarbeiter in die Behr GmbH & Co. KG. Heute arbeitet er im Bereich Produkt- und Prozessentwicklung Klimatisierung Nutzfahrzeuge.

- Fahrzeugtechnik (Bild: Fraunhofer ISST)
Über das Startup-Programm für neue Mitarbeiter bekam ich einen detailierten Einblick in das Unternehmen und seine Produkte. Anschließend bin ich direkt in die Projektarbeit eingestiegen. Hier konnte ich schnell Verantwortung übernehmen und mich persönlich weiterentwickeln. Meine Vorgesetzten brachten mir das notwendige Vertrauen entgegen, das mich bei meiner Arbeit fördert. So habe ich sehr früh Termine bei Kunden wahrgenommen. Durch mein Studium an der Fachhochschule und meine absolvierten Praktika war ich auf solche Situationen gut vorbereitet.
Produkt- und Prozessentwicklung bedeutet immer Teamarbeit
Heute arbeite ich im Bereich Produkt- und Prozessentwicklung Klimatisierung Nutzfahrzeuge. Mein Arbeitstag ist von Kommunikation geprägt. Projektmeetings, Lieferanten- und Kundengespräche, Meilensteinverfolgung und Statusabgleich gehören dabei zu meinem Tagesgeschäft.
Wie läuft die Vorbereitung eines Projekts ab? Zunächst werden für das Projektteam die Mitarbeiter aus den Bereichen Elektrik, Logistik, Einkauf, Produkt und Prozessentwicklung, Qualität, Vertrieb und Versuch bestimmt. Das Team definiert speziell in den ersten beiden Phasen die Arbeitspakete der jeweiligen Bereiche und plant entsprechende Kapazitäten. Wir erarbeiten einen Projektterminplan, auf dessen Basis das Entwicklungsbudget freigegeben wird.
In jeder Projektphase den Überblick behalten
Ein typisches Projekt ist in mehrere Abschnitte gegliedert: In der Akquisitionsphase prüfe ich zuerst die Kundenprojektdaten. Daraufhin erstelle ich erste Produktentwürfe. Zu Beginn dreht sich alles um die Planung: Terminplanungen, Beginn der Qualitäts- und Kapazitätsplanung, Kosten- und Angebotserstellung sowie Angebotsabgabe und Kunden und Lieferantengespräche.
Im nächsten Schritt beginnt die Konzeptphase, in der die ersten Design- Entwürfe in Zusammenarbeit mit dem Kunden weiterentwickelt werden. Wir müssen den Terminkalender und auch die Kostenentwicklung laufend anpassen. Gezielt berücksichtigen wir dabei lessons learned- Erfahrungen aus früheren Projekten. Methoden der präventiven Qualitätssicherung und -planung kommen ebenfalls zum Einsatz. Erste Vorabtests mit Prototypen werden durchgeführt, um das gewählte Konzept zu bestätigen. In dieser Phase überprüfen wir auch mögliche spätere Lieferanten auf ihre Eignung. In der Design-/Planungsphase konstruieren wir das abgestimmte Konzept zur Serienreife. Die Fehlermöglichkeit- und Einflussanalyse (FMEA), ein weiteres Qualitätswerkzeug, erstellen wir im Detail und aktualisieren es parallel zur Konstruktion. Weitere Prototypentests zur Funktion, Leistung und Lebensdauer werden durchgeführt. Als nächstes planen wir die Montagelinie für das Produkt. Auch hierzu entsteht parallel eine FMEA.
Schließlich steht die Beschaffungsphase auf dem Programm, in der auf Basis der erstellten Drei-D-Daten alle Einzelteile des Produkts und alle für die Montage notwendigen Einrichtungen pünktlich beschafft werden müssen.
Von der Theorie zur Praxis
Anschließend geht es in die Prozessmontage und Vorserie, das heißt, die Montagelinie wird aufgebaut und erstmals in Betrieb genommen. Danach folgt die Erstbemusterung der Produkte vom Kunden. Bei der Produktfreigabe werden häufig auch die zugehörigen Fertigungsprozesse begutachtet. Solch ein Prozessaudit geschieht direkt am Montageband. Nach Freigabe der Erstbemusterung folgt die Serienbelieferung. Wegen der Komplexität eines Projektes ist es notwendig, Verantwortliche für die Teilbereiche zu benennen. Jeder Bereich ist somit auf seine Aufgabe spezialisiert und kann auf spezielle Ressourcen, wie Prüfstände, Simulationsprogramme, Datenbanken oder Labore direkt zugreifen. Es kommt vor, dass durch nicht vorhersehbare Ereignisse dem Projekt Terminverschiebungen drohen. Dann heißt es, gemeinsam anpacken. Mit dem Zusammenhalt und Teamgeist in unserer Projektgruppe können wir auf solche Situationen flexibel reagieren und sie bewältigen. Mein Beruf zeichnet sich dadurch aus, dass Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt sind. Wer analytische Fähigkeiten, technischen Sachverstand und Spaß an der Arbeit an einer Schnittstelle zu verschiedenen Unternehmensbereichen hat, der findet wie ich als Ingenieur in der Produkt- und Prozessentwicklung seine Berufung.

Über den Autor:
Lars Ludwig wurde 1980 geboren und studierte an der Fachhochschule Esslingen Fahrzeugtechnik auf Diplom. Danach wurde er in das Startup-Programm der Behr GmbH & Co. KG aufgenommen und erhielt einen Einblick in das Unternehmen. Heute arbeitet er als Produktentwickler im Bereich Klimatisierung von Nutzfahrzeugen.
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