Software-Applikationsingenieur: Steuergeräte weiterentwickeln
Seine Diplomarbeit schrieb Sven Baumann bereits bei seinem späteren Arbeitgeber. Inzwischen ist er dort als Software-Applikationsingenieur für die Weiterentwicklung wichtiger Sicherheits-Features verantwortlich.

- (Bild: itestro/Fotolia)
Ich bin auf meinen heutigen Arbeitgeber aufmerksam geworden, als ich während einer Internet-Recherche bei Unternehmen aus der Automobil- und Zulieferbranche nach interessanten Aufgaben für Studenten suchte. Mich reizte die Aufgabe, hier meine Diplomarbeit zu schreiben. Das Unternehmen suchte einen angehenden Elektrotechniker, der sich im Rahmen einer Studienabschlussarbeit mit der Umsetzung eines neuronalen Algorithmus für einen Fensterheber-Einklemmschutz auf einen Star12-Mikrocontroller befasst.
So kam es, dass ich mich zum Abschluss des Studiums der Elektro- und Informationstechnik an der Fachhochschule Schmalkalden initiativ bei dem Coburger Automobilzulieferer bewarb. Nicht zuletzt wegen meiner Erfahrungen aus einem Praktikum bei einem Automobilhersteller wurde ich für die Bearbeitung des anspruchsvollen Themas genommen. Die Aufgabe hatte es wirklich in sich. Verbunden mit der Umsetzung des Algorithmus sammelte ich auch Kenntnisse beim Test des Systems unter verschiedenen Umweltbedingungen. Neu waren für mich Erfahrungen im Zusammenspiel von Elektronik, Software und Mechanik. Das war wirklich spannend.
Wichtiges Sicherheits-Feature
Etwa sechs Monate dauerte die Bearbeitung des Themas. Eine Zeit, die ich nicht nur für die Diplomarbeit nutzte, sondern parallel konnte ich mich auch mit meinen Fachkenntnissen und als Mitarbeiter im Fachbereich bewähren. Die Folge: Im August 2004 stieg ich als Applikationssoftware-Ingenieur in die Abteilung Entwicklung Elektronik Fensterheber ein. Eine meiner Schwerpunktaufgaben ist die Weiterentwicklung von Software für Klein- und Kleinststeuergeräte für Fensterheber. Diese elektronischen Steuerungen braucht man, um letztlich die Begrenzung der Scheibenschließkraft zu gewährleisten. Das ist ein wichtiges Sicherheits-Feature. Natürlich führt der Einsatz von Elektronik auch zu deutlich mehr Komfort für den Autofahrer.
Softwaretests durchführen
Klar, dass solche Entwicklungsaufgaben unter einem gewissen Zeitdruck stehen. Die Wettbewerber schlafen nicht und das Unternehmen will seine Position für Fensterheber auf dem Weltmarkt halten. Ich sehe diesen Umstand als eine zusätzliche Herausforderung an. Es macht mir Spaß, in diese produktstrategisch wichtigen Aufgaben eingebunden zu sein und damit auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung übertragen zu bekommen. Wenn ich für verschiedene Kunden Softwaretests durchführe oder andere Applikationsingenieure durch meine Spezialkenntnisse unterstützen kann, dann kann der Arbeitstag gelegentlich auch einmal bis in die Abendstunden hineinreichen.
Das nächste Projekt
Wenn ich zwischendurch einmal Stress abbauen und auf andere Gedanken kommen will, bietet die Arbeitswelt im Unternehmen verschiedene Möglichkeiten zum Ausgleich: Es existieren Verpflegungs-, Gesundheits- und Fitnesseinrichtungen für die Mitarbeiter. So kann ich praktisch sieben Tage in der Woche den Fitness- und Gesundheitsbereich nutzen. Da kann ich an Geräten trainieren, meine Kondition verbessern oder schlicht entspannen bei Sauna, Dampfbad oder Massage.
Das hilft, den Kopf frei zu bekommen und neue Ideen für die Arbeit zu entwickeln. Das braucht man auch. Denn mein Arbeitsalltag ist nicht von Routine geprägt, sondern von abwechslungsreichen und spannenden Aufgaben. Mein erstes Berufsjahr war noch nicht einmal vorbei, da durfte ich bereits an der Konzeptentwicklung und Umsetzung der Software für eine Prototypentür eines wichtigen Kunden mitwirken.
Datum: 5/09
Autor: Sven Baumann, 25, studierte Fachhochschule Schmalkalden und arbeitet als Software-Applikationsingenieur bei der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG.




