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Systemgestaltung: Klar definierte Schnittstellen

Von Dieter Johnke

Dieter Johnke ist im Bereich Systemgestaltung für die Entwicklung einer modularen Software mit austauschbaren Komponenten verantwortlich. Dabei erhält er einen Überblick über die gesamte Automobilentwicklung.

(Bild: Lisaf/iStock)
(Bild: Lisaf/iStock)

Der Einstieg ins Berufsleben verlief für mich reibungslos. Schon während des Studiums arbeitete ich mehrfach als Praktikant und Werkstudent, und auch meine Diplomarbeit habe ich in der Industrie geschrieben. Den Master habe ich gemacht, um die Grundlage für eine Tätigkeit im Ausland zu schaffen. Das Grundstudium fand an der FH Münster statt, das Hauptstudium an der University of Portsmouth. Bevor ich nach England ging, war ich noch für sieben Monate als Praktikant im Silicon Valley.

Als ich mich dann bei meinem jetzigen Arbeitgeber bewarb, bekam ich  gleich eine Einladung für zwei Stellen. Ich durfte mir sogar aussuchen, welchen der beiden Jobs ich antreten wollte. Ich bin eher Generalist, möchte einen größeren Überblick, deshalb entschied ich mich für eine Tätigkeit im Bereich der Vorentwicklung.

Modulare Software

Meine Aufgabe war es, im Rahmen eines großen Standardisierungsgremiums – eine Kooperation mit anderen Automobilherstellern und Zulieferern – die Interessen meines Arbeitgebers zu vertreten. Ziel ist die Entwicklung einer Basissoftware für Steuergeräte, um kostenintensive und unnötige Vielfalt zu reduzieren. Das Ergebnis soll eine modulare Software im Automobil sein, bei der die Komponenten klar definierte Schnittstellen haben und austauschbar sind. Außerdem bin ich verantwortlich für das Kommunikationssystem „LIN“, das im Wesentlichen für Subbusse im Fahrzeug verwendet wird. Hierzu entwickeln wir Konzepte, etwa für die Absicherung der LIN-Steuereinheiten. Das Spannende daran: Man bekommt ungeheuer viel mit, und man erhält einen guten Überblick über den gesamten Bereich der Automobilentwicklung.

Philosophie und Marke

Der Einstieg ins Unternehmen war toll. Man bekommt alles gezeigt, lernt die unterschiedlichen Bereiche des Unternehmens kennen, wird in die Philosophie und Markenwelt eingeführt. Das ist alles kein Muss, aber man sollte diese Chance unbedingt wahrnehmen. Ein umfangreiches Angebot bieten das Drive-Programm und das Einarbeitungsprogramm im Bereich Elektrik/Elektronik.

Die ersten Tage im Job waren natürlich eine große Herausforderung. Am Anfang sieht man erst einmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Überall neue Themen. Und all diese Firmeninterna: Man könnte ein ganzes Buch schreiben über die vielen Abkürzungen. Es dauert etwas, bis man einigermaßen drin ist und in den Meetings versteht, worum es geht. Aber der Einstieg in den Job ist immer ein kompletter Neuanfang. Das Studium ist eine Basis, mehr nicht – gerade in meinem Bereich, wo es um Innovationen geht. Die Entwicklungszyklen in der Consumer-Elektronik sind rasend schnell. Was ist noch optimierbar? Wie bekommen wir noch mehr Daten von A nach B? Da gilt es zu tüfteln, Lösungen zu finden. Die technische Entwicklung am Prototyp, das macht mir am meisten Spaß.

Mit Spaß zur Leistung

Meine Tipps für Studierende: Während des Studiums sollte man nicht nur das Fachliche im Blick haben. Das Drumherum ist oft viel wichtiger. Vor allem: Geht ins Ausland! Da lernt man viel für und über die eigene Persönlichkeit.

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Die Erfahrungen, die ich während der Auslandsaufenthalte gemacht habe, möchte ich auf keinen Fall missen. Die Zeit unterwegs ist spannend und vor allem auch wichtig, um Sozialkompetenz zu erwerben: wie man mit Menschen umgehen kann, wie kreativ und offen man ist – Fähigkeiten, die immer wichtiger werden. Eigentlich ist es ganz einfach: Man sollte immer das tun, was einem Spaß macht, dann bringt man auch die beste Leistung.

Datum: 5/09
Autor: Dieter Johnke, 29, arbeitet bei der BMW Group im Bereich Systemgestaltung, Konfiguration Fahrerarbeitsplatz.

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