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Besser sein als Schein

„Erfolg ist ein bisschen Sein, noch mehr Schein, letztlich aber vor allem Schwein“, sagte Philip Rosenthal junior, Politiker und Erbe der gleichnamigen Porzelanmanufaktur. Staufenbiel Automotive widerspricht. Karriere lässt sich planen. Wer sich nicht auf Schein und Schwein verlassen möchte, muss am Sein arbeiten.

Vorbereitung ist alles. Studenten, die direkt in der Automobilindustrie oder in einem Zulieferbetrieb durchstarten wollen, sollten sich sehr frühzeitig informieren, welche Studienrichtung oder Schwerpunkte im jeweiligen Unternehmen Erfolg versprechen. Die meisten offenen Stellen sind für Ingenieure reserviert. Insgesamt wenden sich mehr als ein Drittel aller Angebote an Absolventen des Maschinenbaus oder der Elektrotechnik. Ein Viertel sucht Wirtschaftswissenschaftler, beinahe genauso viele Informatiker. Zwölf Prozent der gesuchten Absolventen sind Naturwissenschaftler. So das Ergebnis der Staufenbiel JobTrends-Studie 2008. Wichtig ist, möglichst frühzeitig während des Studiums mit dem späteren Wunscharbeitgeber in Kontakt zu kommen. Praktika oder eine Tätigkeit als Werkstudent sind hier der Königsweg. Wer ein Praktikum absolviert oder als Werkstudent sein Studienbudget aufpoliert, lernt ein Unternehmen aus neuer Perspektive kennen. Welche Unternehmenskultur wird gepflegt, wie gestaltet sich der Umgang mit den Kollegen, wie ausgeprägt sind Hierarchien und welche Stufen auf der Karriereleiter bietet das Unternehmen auf lange Sicht?
Eine weitere Möglichkeit bietet sich beim Schreiben der Diplomarbeit. Absolventen sollten sich bewusst sein, dass für Personalverantwortliche die Bewerber besonders interessant sind, die sie schon zu Studienzeiten kennengelernt haben.

Praxisluft schnuppern
Gerade die Automobilindustrie legt Wert darauf, dass Berufseinsteiger Praxisluft geschnuppert haben. Laut der Staufenbiel JobTrends-Studie 2008 forderten das alle Unternehmen, die Wirtschaftswissenschaftler einstellten, und 85 Prozent der Arbeitgeber, die Nachwuchsingenieure suchten. Wolfgang Mayrhofer, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, konnte das empirisch nachweisen. In einer Studie hat er die langfristige Karriere von insgesamt 1000 Wirtschaftsakademikern untersucht. „Ein schnelles Studium und gute Noten bringen für den Berufseinstieg erst einmal nichts“, so sein Ergebnis, „erst nach zehn Jahren lässt sich belegen, dass sich beides auszahlt.“ Denn ein guter Abschluss und ein zügiges Studium belegen einen Arbeitsethos, der die Karriere maßgeblich beeinflusst. „Wer schnell und erfolgreich studiert, hat bewiesen, dass er auf ein Ziel hinarbeiten kann und dass er Schwierigkeiten aushält.“ Für eine erfolgreiche Karriere müssen zu den fachlichen Kompetenzen die Persönlichkeitsfaktoren hinzukommen. Dann sind Hochschulabsolventen bestens mit einem Sein ausgerüstet, das den Schein und das Schwein eines Philip Rosenthals alt aussehen lassen.

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Autorin: Eva Flick

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