Interview: „China muss man erfahren“
Roland Mohr, ehemaliger Trainee bei Audi, über seine Zeit in China, über Kommunikation mit Händen und Füßen und eine deutsche Community, die im Brauhaus ein bisschen Heimat findet.

- Roland Mohr bei seinem Trainee-Programm in China (Bild: Roland Mohr / privat)
Herr Mohr, Sie waren während Ihres Trainee- Programms acht Monate in Peking. Hatten Sie China schon während Ihres Studiums im Visier?
Nein, nicht direkt. Ich war schon immer extrem reiselustig und während des Studiums oft im Ausland. Ein Auslandsaufenthalt gehört bei meinem Arbeitgeber zu jedem Trainee-Programm. Als es um die Planung meines Programms ging, hat sich mein Mentor mit mir zusammengesetzt und wir haben überlegt, welche Projekte im Ausland für mich Sinn machen. Aber während meines Studiums hatte ich noch nichts mit China zu tun.
Wie verlief die Vorbereitung?
Als Erstes habe ich im Internet und in Reiseführern recherchiert. Dann gibt es bei uns ein breites Kontaktnetz von ehemaligen Trainees und Expatriates, also Kollegen, die längere Zeit in China gearbeitet haben. Außerdem konnte ich an Einführungsveranstaltungen für künftige Expats teilnehmen.
Wie sah es mit Sprachkursen aus?
In China habe ich Sprachunterricht genommen. Wir haben den Unterricht nach Schwerpunkten aufgebaut, also etwa Taxi fahren, einkaufen gehen, im Restaurant bestellen. So lernt man zumindest die Basics wie „Wo ist der Bahnhof?“. In Metropolen wie Peking oder Schanghai sind Straßen und Plätze auch in la - teinischer Schrift auf den Schildern verzeichnet. Außerhalb der Metropolen steht man aber mit dem Reiseführer in der Hand und vergleicht Schriftzeichen für Schriftzeichen, um herauszufinden, wo man gerade steht. Das ist schon sehr abenteuerlich. Kommunikation mit den Chinesen geht dann oft nur noch mit Händen und Füßen.
Die chinesischen Kollegen im Büro sprechen aber alle Englisch?
Ja, unsere Arbeitssprache ist Englisch. Die Chinesen sind unglaublich sprachbegabt und lernen Englisch oder auch Deutsch oft innerhalb eines halben Jahres. Hinzu kommt, dass es so viele und auch unterschiedliche Dialekte im Chinesischen gibt, dass sich auch die Chinesen zum Teil auf Englisch unterhalten, weil sie den Dialekt ihres chinesischen Gesprächspartners nur schlecht ver stehen. Gerade das Fachvokabular für die Automobilherstellung ist auf Englisch dann geläufiger als auf Chinesisch.
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