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Interview: "Damit eine Idee keine Idee bleibt"

Internationalität wurde Claudia Romberg praktisch in die Wiege gelegt. Mit vier Jahren zog sie nach Südamerika, mit zehn nach Österreich. Nach dem Maschinenbaustudium stieg sie bei Porsche ein, wo die 33-jährige seit mittlerweile neun Jahren Gas gibt.

Sammelte schon von Kindesbeinen an internationale Erfahrung: Claudia Romberg (Bild: Privat)
Sammelte schon von Kindesbeinen an internationale Erfahrung: Claudia Romberg (Bild: Privat)

Frau Romberg, wann haben Sie angefangen, Ihre Karriere zu planen?

Claudia Romberg: Bei mir zeichnete sich schon während der Schulzeit ab, dass ich etwas Technisches machen möchte. Dabei habe ich aber bewusst den sprachlichen Zweig als Schwerpunkt während der Oberstufe gewählt, weil ich es wichtig fand, Sprachen zu lernen. Die technischen Fächer waren bei mir durch die Nebenfächer abgedeckt. Kurz vor dem Abitur wusste ich aber schon, dass es ein technisches Studium werden würde. Am Ende habe ich mich für Maschinenbau entschieden. Im Hörsaal war ich allerdings ein „bunter Hund“, der Frauenanteil lag bei ziemlich genau einem Prozent.

Hatten Sie schon während Ihres Studiums die Automobilbranche im Blick?

Claudia Romberg: Ja, mit Sicherheit. Die technische Begeisterung und auch die Faszination für Autos waren einfach immer schon da. Während meines Studiums habe ich eine Reihe von Praktika absolviert. Angefangen bei einem Unternehmen der Zulieferindustrie in Australien,  anschließend zwei Praktika bei meinem jetzigen Arbeitgeber und danach bei einem anderen Automobilhersteller in der Abteilung Dieselmotoren-Entwicklung in Frankreich. Ich wollte verschiedene Bereiche und Länder kennenlernen. Für meine Diplomarbeit bin ich wieder zu Porsche zurückgekehrt und dort nach meinem Studium auch geblieben.

Wie sehr hat Auslandserfahrung ihre Karriere geprägt?

Claudia Romberg: Ich hatte das Glück, schon international aufgewachsen so sein. Wir haben in Südamerika und in Wien gelebt. Da verliert man die Angst vor dem Ausland und die Scheu davor, sich irgendwo zurechtfinden zu müssen. Die Erfahrungen in Australien und in Frankreich waren dann anschließend natürlich ebenfalls hilfreich.

Würden Sie heute Ihre Praktika wieder in diesen Ländern machen oder bieten andere Länder bessere Chancen?

Claudia Romberg: In welchen Ländern man Auslandserfahrung sammelt, ist meiner Meinung nach nicht so entscheidend. Welche Länder aktuell gefragt sind, ändert sich immer wieder. Viel wichtiger finde ich es, dass man es schafft, mit neuen Kulturen und in einer neuen Umgebung klarzukommen. Wo das geschieht, ist fast egal.

Welche Fähigkeiten sollten Ingenieuren außer Auslandserfahrung noch mitbringen?

Claudia Romberg: Ich denke am wichtigsten sind Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit. Leider sind das aber auch genau die Fähigkeiten, an denen es bei Ingenieuren am häufigsten scheitert.

Woran liegt das?

Claudia Romberg: Es herrscht immer noch das Bild im Kopf der Leute vor, dass Ingenieure einsame Tüftler sind. Das ist aber schon lange nicht mehr so. Alles findet im Team statt und die Aufgaben sind alle sehr komplex. Wenn jemand etwa eine geniale Idee hat, ist aber nicht in der Lage, die zu kommunizieren und zu verkaufen, dann wird diese Idee immer nur eine Idee bleiben und nie in die Wirklichkeit umgesetzt werden.

Haben Sie sich schon einmal bewusst gegen Ihre Karriere entschieden?

Claudia Romberg: Ich war noch nie in der Situation, dass ich mich hätte entscheiden müssen. Mein Job macht mir so viel Spaß, dass ich noch nie in der Verlegenheit war, mich tatsächlich gegen etwas entscheiden zu müssen.  

Haben Sie eine Art Karriere-Motto verfolgt?

Claudia Romberg: Ja, ich finde das Zitat „Wer niemals Zeit hat, hat sich selbst nicht gefordert“, sehr passend für mich. Es gefiel mir sofort, als ich es das erste Mal hörte, weil ich fand, dass es gut zu meinem Leben passt.

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