Die wichtigsten ??? zur Bewerbung
Absolventen wissen: Die ersten Bewerbungen können die schwersten sein. Hier eine Auswahl der häufigsten Fragen und wichtigsten Antworten für Bewerber von Karriereseiten der Unternehmen aus dem Banking & Finance-Bereich.
Was gehört in die Bewerbung?
Die Bewerbung gibt einen kurzen, aber umfassenden Überblick über den Ausbildungsweg und berufsrelevante Erfahrungen und Spezialisierungen. In die Bewerbung gehören ein aussagekräftiges Anschreiben, ein tabellarischer Lebenslauf, Kopien aller relevanten Zeugnisse (ab Abiturzeugnis), Praktikums- und Tätigkeitsnachweise sowie Nachweise über Zusatzqualifikationen und Auslandsaufenthalte. Die ersten Angaben, auf die Personalverantwortliche bei der Durchsicht achten, sind die akademische Ausbildung und die Hochschule. Besondere Beachtung findet der Studienverlauf. Auch außeruniversitäre Tätigkeiten sind von Interesse, die den Bewerber von der Masse abheben.
Bei einer Online-Bewerbung gehören relevante Unterlagen ins Attachment. Angaben in Freitextfeldern sollten kurz und präzise sein. Hier interessieren Fakten und keine Meinungen. Wenn nach Gehaltsvorstellungen und einem frühestmöglichen Eintrittstermin gefragt wird, sollten genaue – bei der Gehaltsfrage eine Gehaltsspanne – angegeben werden. Um auf Rückfragen vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, einen Ausdruck der Bewerbung mit zum Vorstellungsgespräch zu bringen.
Welche Bedeutung haben Noten und Praxiserfahrung?
Bei der Auswahl interessanter Bewerbungen ist das Gesamtbild entscheidend. So werden beispielsweise Studiendauer und Notendurchschnitt zueinander in Beziehung gesetzt. Es erfolgt im Prinzip keine Absage nur wegen eines Notendurchschnitts. Auf praktische Erfahrung hingegen wird von den Unternehmen meist viel Wert gelegt.
Was versteht man unter „berufserfahren“?
In Stellenausschreibungen suchen Unternehmen oft Berufserfahrene, doch wie viel Erfahrung brauchen Berufserfahrene? Unter „berufserfahren“ versteht man normalerweise, dass der letzte berufsqualifizierende Abschluss mehr als zwölf Monate zurückliegt und im Anschluss oder während des Studiums Kenntnisse im Berufsleben gesammelt wurden. Berufserfahrene können sowohl Personen sein, die bereits auf eine langjährige Karriere zurückblicken können, als auch Kandidaten, die erst seit Kurzem im Beruf stehen, aber schon über vielfältige Erfahrungen verfügen, etwa aus Auslandspraktikum oder einer Werkstudententätigkeit.
Ist eine Bankausbildung Voraussetzung für eine Anstellung?
Nein. Praktische Erfahrung ist wünschenswert, diese kann aber auch beispielsweise durch Praktika erworben worden sein.
Wie entscheide ich mich für einen bestimmten Bereich innerhalb einer Bank?
Es ist in jedem Falle empfehlenswert, sich mit den verschiedenen Bereichen vertraut zu machen, bevor man sich für einen davon bewirbt. Informativen Input erhält man u.a. von Mitarbeitern des Unternehmens. Gelegenheit für erste Kontakte bieten Jobmessen und Recruiting-Events an der Hochschule. Beim Besuch dieser Veranstaltungen ist es empfehlenswert, mit Unternehmensvertretern Gespräche zu führen, ihnen Fragen zu stellen und so Informationen zu erhalten und einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Weitere Informationsquelle sind Kommilitonen, die bereits ein Praktikum im Unternehmen absolviert haben und Netzwerke von ehemaligen Absolventen (Alumni), die beim Wunschunternehmen arbeiten.
Ein Praktikum in den Semesterferien ist nicht nur die beste Möglichkeit, um herauszufinden, ob das Bankenwesen, der Finanz- oder der gewählte Geschäftsbereich das Richtige für einen ist, sondern es sorgt auch für den „Fuß in der Tür“.
Werden Absolventen bevorzugt, die ein Praktikum oder eine Examensarbeit im Unternehmen gemacht haben?
Eine generelle Antwort gibt es hier nicht. Entscheidend für einen erfolgreichen Einstieg sind fundierte Fachkompetenz und die Persönlichkeit des Bewerbers – also die Hard- und Soft Skills. Unbestreitbar ist ein Praktikum oder eine Examensarbeit eine sehr gute Chance, persönliche Kontakte zu knüpfen und den Blick hinter die Kulissen werfen. Dabei lernt das Unternehmen den Bewerber und seine Fähigkeiten kennen und schätzen und man wird im Idealfall weiterempfohlen.
Wie läuft der Auswahlprozess ab?
Nach dem Eingang der Bewerbung werden alle Unterlagen genau geprüft. Im Idealfall folgt bald die Einladung zum ersten Interview. Es gibt ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Interviewrunden, eventuell ein Assessment Center mit Gruppenarbeiten und Einzelpräsentationen. Dadurch verschaffen sich Personalverantwortliche und Fachvertreter einer Abteilung einen Eindruck von den fachlichen und persönlichen Qualifikationen des Bewerbers. Alternativ finden Bewerbertage statt.
Was ist ein „Bewerbertag“?
Der Bewerbertag mit Assessment Center ist ein Auswahlverfahren mit mehreren Kandidaten und mehreren Beobachtern und setzt sich aus verschiedenen Übungen zusammen. Ziel ist es, die Absolventen durch eine verhaltensorientierte Beobachtung möglichst gut kennenzulernen und dem Bewerber die Gelegenheit zu geben, sich ausführlich über das Unternehmen zu informieren.
Wie kann ich mich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten?
Die beste Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist eine gute Recherche: über das Unternehmen (Tätigkeitsfelder, Positionierung auf dem Markt, Konkurrenten und Projekte), über die Stelle und über Gesprächspartner (Position innerhalb des Unternehmens). Wichtige Informationen finden sich auf der Firmenwebseite, im aktuellen Jahresbericht und in Pressemitteilungen.
Eine starke Argumentationslinie hilft, optimal auf Fragen eines Gesprächspartners zu antworten. Wichtig ist hier also:
- Welche Fragen könnten konkret gestellt werden?
- Welche Stärken kann man den Anforderungen entgegen halten?
- Und welche Fragen über die angestrebte Position sollte man selbst stellen?
Der erste Eindruck ist entscheidend. Nicht allein die Fachkompetenz wird beurteilt, ins Gewicht fällt ebenso die äußere Erscheinung: Kleidung, Händedruck, Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit, Blickkontakt, Höflichkeit, Sitzhaltung – und Natürlichkeit.
In Erinnerung bleiben dem Personalchef sicher eine freundliche Verabschiedung und ein Dankeschön fürs Gespräch. Auch wenn das Vorstellungsgespräch gut verlaufen ist, sollte man es am nächsten Tag Revue passieren lassen. So kann man in künftigen Interviews eventuelle Fehler vermeiden.
Welche Vorgehensweise ist nach dem Vorstellungsgespräch die effektivste?
Ein freundlicher Anruf einige Tage nach dem Vorstellungsgespräch unterstreicht Motivation und Interesse. Empfehlenswert ist am Ende des Gesprächs die Bitte um die Telefonnummer (Durchwahl) einer Ansprechperson und um die Erlaubnis, diese zu kontaktieren. Sollten man nach Ablauf der genannten Frist keine Antwort erhalten, kann man telefonisch oder per E-Mail höflich nachfragen.
Was ist der schlimmste Fehler im Vorstellungsgespräch?
Kurz gesagt: ein Mangel an Enthusiasmus und Vorbereitung! Das erste Vorstellungsgespräch ist beispielsweise definitiv nicht der ideale Zeitpunkt, um sich nach Urlaubsregelungen zu erkundigen. Bewerber müssen dagegen in der Lage sein, Fähigkeiten auch durch Beispiele zu belegen. Bei Unklarheiten immer nachfragen, denn eine Frage zu wiederholen, stört einen Personalverantwortlichen weniger, als eine unpassende Antwort vom Bewerber zu erhalten.
Direkteinstieg oder Trainee-Programm?
Für den Direkteinstieg sollte man sich entscheiden, wenn bereits im Studium konkrete Schwerpunkte (etwa durch Projekte) gesetzt und sich klare Vorstellungen für die berufliche Zukunft herauskristallisiert haben. Ein Trainee-Programm empfiehlt sich, wenn man sich noch innerhalb eines Bereiches orientieren und auf keine konkrete Stelle festlegen will oder kann. Das Trainee-Programm bereitet gezielt auf spätere Management-Aufgaben im Unternehmen vor.
Macht ein Trainee-Programm auch dann Sinn, wenn schon eine Bankausbildung abgeschlossen wurde?
Ja. Durch die Innovationen im Wertpapiergeschäft, im Zahlungsverkehr und in der EDV-Entwicklung ändert sich die Banken- und Finanzwelt kontinuierlich, sodass Kenntnisse aus einer Bankausbildung schnell überholt sind.
Da das Trainee-Programm zumeist individuell auf Interessenschwerpunkte zugeschnitten wird, durchläuft man nicht sämtliche Bereiche der Bank, sondern einige ausgewählte. Und immer gilt: Fragen kosten nichts.
Datum: 12/11
Autor: Thomas Friedenberger
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