Mehrere Angebote: Die richtige Wahl treffen
Normalerweise bewerben sich mehrere Absolventen um ein Jobangebot. Doch auch der umgekehrte Fall kommt vor: Gleich mehrere Firmen laden den einen Bewerber zum Vorstellungsgespräch ein. Doch für welches Unternehmen soll man sich entscheiden?

- Auf Hochschulmessen können Bewerber den Unternehmen direkt ihre Fragen stellen. (Bild: RTimages/iStock)
Welche Kriterien fallen ins Gewicht?
Nicht nur Unternehmen werfen einen prüfenden Blick auf geeignete Kandidaten, auch die Bewerber selbst können sich bei mehreren Jobangeboten die Zeit nehmen, den künftigen Arbeitgeber auf den Prüfstand zu stellen. Doch auf welche Kriterien sollte man achten und welche fallen überhaupt ins Gewicht?
Worauf spezialisiert?
Punkt eins: mehr über die potenziellen Arbeitgeber in Erfahrung bringen. Kleinere, mittelständische und große Finance-Unternehmen zeichnen sich oft durch ihre Spezialisierungen aus. Einige agieren beispielsweise nur in einzelnen Geschäftsfeldern wie M&A, Investmentbanking, Assurance & Advisory Service oder Tax Services, andere haben sich auf Asset Management oder Accounting spezialisiert. Nicht jeder Bereich wird abgedeckt und nicht überall ist ein Unternehmen Marktführer oder verzeichnet ein hohes Wachstum. Wer hier genau prüft, findet oft das Unternehmen und den Job, der den eigenen Studienschwerpunkten und Interessen entspricht.
Vielleicht ein Global Player?
Wer international arbeiten möchte, wählt vielleicht gleich einen Global Player, der weltweit über Standorte verfügt. Hierüber gibt die Firmenhomepage mit dem Standortverzeichnis schnell Aufschluss. Darüber hinaus finden sich auf den Karriereseiten (wenn sie gut gemacht sind) oft auch erste Hinweise auf die nicht unerhebliche Frage: In welchem Rahmen und Zeitraum erfolgen die nächsten Karriereschritte – verbunden mit neuen Aufgaben und Herausforderungen.
Und die eigenen Interessen?
Punkt zwei: die eigene Persönlichkeit analysieren. Erfolg zu haben, setzt voraus, dass die eigenen Stärken, Interessen und Erwartungen richtig beurteilt und umgesetzt werden. Eine ehrliche Selbsteinschätzung sagt viel über die eigene Motivation und die langfristigen Ambitionen aus. Wichtig ist: Die Unternehmensphilosophie sollte zur eignen Persönlichkeit passen. Young Professionals beispielsweise schätzen früh Verantwortung, während Einsteiger vielleicht eher den schrittweisen Einsatz des Erlernten bevorzugen. Kriterien wie die gestellten Anforderungen, das Arbeitsklima und die Unternehmenshierarchie zeigen sich on-the-job, sollten jedoch auch schon im Vorstellungsgespräch erörtert werden.
Welche Entwicklung ist möglich?
Weiteres Kriterium – und Punkt drei in der Liste für den „idealen“ Arbeitgeber unter mehreren Angeboten – ist die unternehmensinterne Förderung. Studium, Praktika und die Routine des Joballtags, also Erfahrung, reichen oft nicht aus, um den täglichen Anforderungen im Job gerecht zu werden. Daher sollten Einsteiger ein besonderes Augenmerk auf die Karriere-Entwicklung im Unternehmen legen. Finanziert die Firma ein MBA-Studium oder die Promotion, sind Trainings oder Auszeiten für Fortbildungsmaßnahmen oder spezielle Sprachkurse bei internationalen Einsätzen vorgesehen?
Wo findet man Infos dazu?
Bei der Recherche empfehlen sich zunächst immer die Firmenseiten im Netz. Dort präsentieren Banken und Finanzdienstleister ihre Unternehmensphilosophie, ihre Arbeitsgebiete und ihre Expertise. Daneben sollten die Netzwerke der Universitäten – genauer, die Erfahrungen von Alumni und Kommilitonen, die im Unternehmen arbeiten oder gearbeitet haben, genutzt werden. Sehr empfehlenswert sind persönliche Gespräche auf Fach- und Hochschulmessen, da hier direkt mit Unternehmensvertretern intensiv gesprochen werden kann. Da kann man oft schon an den Zwischentönen erkennen, ob einem die Unternehmensphilosophie zusagt – oder nicht.
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