Wie Banken Bewerber auswählen
Wer Bewerbungs- und Auswahlverfahren schon kennt, hat bessere Karten - und kann sich besser vorbereiten. Denn es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Das gilt für Bewerbungsunterlagen ebenso wie für Vorstellungsgespräche.

- Keine zweite Chance für den ersten Eindruck. (Bild: endostock / Fotolia)
Die Deutsche Bank empfiehlt etwa, sich spätestens drei bis sechs Monate vor dem gewünschten Einstiegstermin zu bewerben. Da steckt mancher möglicherweise noch in seiner Bachelor- oder Master-Arbeit – trotzdem: der richtige Zeitpunkt für die Bewerbung kann entscheidend sein, um den Übergang vom Studium in den Job möglichst stolperfrei zu bewältigen. Die größte deutsche Bank akzeptiert dafür ausschließlich Online-Bewerbungen („Damit die Bewerbung zeitnah bearbeitet werden kann“). Die Bank erwartet von ihren Bewerbern, dass sie ihre „Hausaufgaben“ zum Bankgeschäft im Allgemeinen und zum Institut im Besonderen gemacht haben. Diese Bereitschaft wertet die Bank als „Gradmesser für die künftige Arbeitsmoral“. Bewerber sollten sich im Vorfeld also gründlich über das Unternehmen informieren.
Bis zu drei Bewerbungsgespräche
Wird man zum Interview eingeladen, muss man – abhängig von der Region und dem Bereich, für den man sich bewirbt – mit bis zu drei Gesprächen rechnen. Wie kann man nun sicherstellen, dass die Bewerbungsgespräche möglichst erfolgreich verlaufen, fragt die Bank und gibt gleich die Antwort dazu: „Mit den gleichen Mitteln, mit denen man seine Arbeit verrichtet, falls man die Stelle bekommt: mit sorgfältiger Vorbereitung, Recherche und Liebe zum Detail“, heißt es beim größten Deutschen Bankhaus.
Womit muss der Bewerber also im Vorstellungsgespräch rechnen? „Wir erwarten eine Demonstration Ihrer Kenntnisse in Bezug auf die Stelle, auf die Sie sich bewerben, und die Arbeit, die diese mit sich bringt. Wir erwarten aber keine Weltklasseleistung als Derivate-Händler“, verspricht die Bank. Bewerber sollten für diesen Einsatzbereich allerdings mit den Grundkenntnissen der Wertbestimmung vertraut sein. Wer Interesse an einer Position in Verkauf und Handel hat, sollte Überzeugungskraft demonstrieren können. Bewerber für Stellen in den Bereichen Finance oder Research sollten entsprechende Kenntnisse der Finanzmärkte und der wichtigsten Instrumente zur Finanzanalyse mitbringen.
An Danke-Mail denken
Am Ende des Interviews sollte man seinen Gesprächspartner auch danach fragen, was als Nächstes folgt und wann man eine Antwort erwarten kann. Empfehlenswert ist die Bitte um die Telefonnummer einer Ansprechperson „und die Erlaubnis, diese zu kontaktieren“, betont die Bank. Wenn das Vorstellungsgespräch gut war, ist dies eigentlich auch keine besondere Vorgehensweise. Manche Studenten und Absolventen neigen dazu, dies zu vergessen. Eine „Danke-Mail“ für Bewerbungsgespräche empfehlen nicht nur die Personalverantwortlichen der Deutschen Bank.
Studium zügig absolvieren
Die Commerzbank erwartet von Bewerbern für das Trainee-Programm Investmentbanking kurz und knapp „beste Qualifikationen“. Mitarbeiter der Zukunft, heißt es bei der Bank, verfügen über sehr gute analytische Fähigkeiten und sind kundenorientiert. „Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften, Mathematik oder Physik haben Sie mit sehr guten Leistungen zügig absolviert. Praktisches Wissen im Investmentbanking konnten Sie sich bereits während diverser Praktika aneignen. Sie sind souverän im Umgang mit Menschen und behalten auch in Stresssituationen den Überblick. Sie arbeiten mit hohem Engagement und eigenverantwortlich.“ Zudem sollte man als Investmentbanker in spe „mühelos“ in Deutsch und Englisch kommunizieren – und idealerweise eine weitere Fremdsprache sprechen.
Online-Bewerbung bevorzugt
Bewerber für das Trainee-Programm müssen im Auswahlverfahren ein Assessment Center absolvieren, erhalten im Anschluss aber direktes Feedback zu den Übungen, verspricht die Bank. Bewerbungen sind ganzjährig möglich. Folke Werner, Leiter Personalpolitik und -marketing, zur Auswahl von Bewerbern: „Wir schauen uns die Bewerbungen sehr genau an und versuchen möglichst schnell eine Auswahl zu treffen. Deshalb fordern wir Bewerber auf, das Online-Formular zu nutzen. Es bietet optimale Möglichkeiten, um eine Bewerbung gezielt auf unser Unternehmen auszurichten und die eigenen Qualifikationen individuell darzustellen.“ Weiterlesen: Teil 2 - Wichtig ist der rote Faden...




