Bewerbung und Einstieg als Inhouse Consultant
Eine Inhouse-Consulting-Unit eines deutschen Konzerns hat einen ähnlich anspruchsvollen Bewerberprozess wie erstklassige externe Beratungsgesellschaften. Bewerber sollten nicht nur ihre Affinität und Eignung zur (internen) Unternehmensberatung belegen können, sondern auch ihren Bezug zum Wunschunternehmen.

- Eine gute Vorbereitung und ein klar definierter Karrierepfad überzeugen Inhouse Consulting- Units eines Unternehmens. (Bild: pressmaster/ Fotolia)
Bewerber müssen auch bei Inhouse-Consulting-Firmen häufig Fallstudien bearbeiten. Damit versuchen die Unternehmen herauszufinden, wie viel Analysekompetenz, Kommunikationsvermögen und Teamgeist ein Absolvent tatsächlich mitbringt. In den Fallstudienbearbeitungen werden Beratungskompetenz und Stressresistenz gleichermaßen in einer realitätsnahen Situation getestet – und das auch noch unter Zeitdruck. Denn dieser gehört meist zum Alltag im Job eines internen Beraters. Die Lösungen der Fallstudien im Bewerbungsprozess bewerten die Firmen anhand verschiedener Kriterien. Dazu zählen Konsistenz, Plausibilität und die effektive Nutzung wichtiger Quellen.
Bewerber überzeugen durch Auftreten und Erfahrungen
Die Persönlichkeit spielt in der Beratung eine enorme Rolle. Die bevorzugten Bewerber überzeugen durch ihr Auftreten und bringen wertvolle Erfahrungen durch Praktika und Auslandsaufenthalte mit. Am Ende zählt aber der Gesamteindruck. So kann ein Absolvent, der nicht zu den Besten seines Jahrgangs gehört, trotzdem reelle Chancen haben, wenn es ihm gelingt, sein Potenzial für die Beratung konkret darzustellen und mit den Stationen in seinem Lebenslauf zu belegen.
Eine gute Vorbereitung auf die Interviews
In den Interviews sollten engagierte Bewerber auf alle Floskeln möglichst ganz verzichten. Gezielte Fragen zum Inhouse Consulting und dem Beratungsalltag bleiben bei Personalverantwortlichen viel eher positiv haften. Bewerber sollten ihr Interesse an aktuellen Wirtschaftsthemen und eine gute Vorbereitung auf die Interviews zeigen. Wer seinen Mehrwert für das Team deutlich macht und beim Lösen der Fallstudie beeindruckt, hat gute Karten.
Fallstudien: Kreativität und Pragmatismus überzeugen
Bei den Case Studies ist es wichtig, die Aufgabenstellung gut zu strukturieren und vor allem die richtigen Fragen zu stellen. Erst wer das Problem klar erkannt hat, kann die Fallstudie wirklich lösen. Es kommt aber gar nicht unbedingt auf eine Punktlandung beim Ergebnis an, sondern besonders auf den eingeschlagenen Lösungsweg. Ein hohes Maß an Kreativität und Pragmatismus überzeugen immer – denn das sind auch wichtige Erfolgsfaktoren im Job als Inhouse Consultant.
Inhouse Consulting: klar definierter Karrierepfad
Nach dem Einstieg als interner Berater lernt man schnell die Geschäfts- und Zentralbereiche des Konzerns kennen. In Workshops und Seminaren werden immer wieder spezielle Consulting-Kompetenzen geschult. Bei entsprechender Leistung, die immer mit der Übernahme von mehr Verantwortung einhergeht, führt ein klar definierter Karrierepfad in wenigen Jahren vom Einstieg als Junior über die Position des Senior Consultants zum Projektmanager und Senior Projektmanager.
Wettbewerb mit Strategie- und Managementberatungen
In der eigentlichen Projektarbeit gibt es keine allzu großen Unterschiede zwischen internen und externen Beratungen. Bei der Projektvergabe stehen die Inhouse Consultants häufig im direkten Wettbewerb zu den externen Strategie- und Managementberatungen. Im Inhouse Consulting können Einsteiger einer ähnlichen Lernkurve rechnen, wie man sie in jeder renommierten Strategieberatung erwarten darf. Eine Vielfalt an unterschiedlichen Projekten mit direktem Kundenkontakt und oft auch Auslandseinsätze in den ersten Jahren der Beratertätigkeit gehören dazu.
Netzwerk ermöglicht erfolgreichen Sprung
Schnelles, strukturiertes Denken, Methodenwissen und Überzeugungsfähigkeit sind wichtige Grundlagen für jeden erfolgreichen Inhouse-Berater. Häufig ist branchenspezifisches Wissen unentbehrlich, falls die Muttergesellschaft in nur wenigen Branchen hauptsächlich tätig ist. Das im Laufe der Beratungszeit aufgebaute Netzwerk ermöglicht dann einen erfolgreichen Sprung in eine anspruchsvolle Managementposition im Konzern.
Datum: 03/11
Autor: Thomas Friedenberger
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