Fallstudie: Lösen
Das Lösen einer Fallstudie ist oft wichtiger als die Lösung selbst. Denn die Interviewer wollen sehen, wie der Bewerber an eine Problemstellung herangeht.

- Fallstudie: Unter Zeitdruck eine Lösung entwickeln. (Bild: Yurok Aleksandrovich / Fotolia)
Es gibt Fallstudien, in denen dem Bewerber nur wenige Informationen zur Verfügung stehen. Hier kommt es darauf an, durch geschickte Fragestellung an weitere Informationen zu gelangen, die für das Lösen der Aufgabe benötigt werden. Hilfreich ist es, sich in an Logikbäumen und pyramidalem Denken zu orientieren. Eine gute Lösung erreicht man, indem man Hypothesen aufstellt, die man nach und nach evaluiert.
In anderen Fallstudien wird eine Vielzahl an Daten zur Verfügung gestellt. Diese werden oft zur Lösung des Falls gar nicht benötigt. Hier müssen die Bewerber zeigen, dass sie in der Lage sind, schnell die Relevanz von Daten einschätzen zu können.
Angaben in einer Fallstudie sind nicht immer eindeutig
Oft kommt es vor, dass Angaben in einer Fallstudie nicht eindeutig sind. Dies kann beabsichtigt sein oder ließ sich durch die Realitätsnähe nicht vermeiden. Wichtig ist in einem solchen Fall, realistische und begründbare Annahmen zu treffen. Stellen Sie bei Unklarheiten gezielte Fragen. Das zeigt, dass Sie versuchen, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.
Generell gilt für das Lösen einer Fallstudie, dass man unter Zeitdruck eine Idee entwickeln muss. Diese Idee muss gefestigt werden – etwa durch Zahlen, Diagramme und Porters Konzepte. Ganze Bilanzen oder ausführliche Rechnungen sprengen hingegen oft den Rahmen einer Präsentation. Einen besseren Eindruck hinterlässt man, wenn man diese in Back-up-Folien hinterlegt. Hilfsmittel zur Lösung von Fallstudien sind Techniken wie die SWOT-Analyse oder die Betrachtung einer Wertschöpfungskette.
Denken Sie in einer Fallstudie laut
Für die Interviewer ist wichtig, zu erfahren, was und wie der Bewerber denkt. Das bedeutet: Denken Sie laut! Nur so kann der Interviewpartner erfahren, wie Sie an Probleme herangehen. Sollten Sie einmal keine Antwort auf eine Frage haben, stehen Sie dazu. Wildes Spekulieren kann Minuspunkte bringen, denn der Interviewer durchschaut schnell, ob jemand eine Unwissenheit vertuschen will.
Die Lösung einer Fallstudie sollte realistisch sein
Auch wenn es sich im Bewerbungsverfahren um keine reale Fallstudie handelt, sollte die Lösung realistisch sein. Lösungsvorschläge sollten nicht zu abgehoben und abstrakt sein, sondern sich immer im Rahmen des Möglichen bewegen. Das bedeutet nicht, dass sich Lösungsvorschläge nicht von Gewohntem unterscheiden dürfen. Im Gegenteil. Um zu überzeugen und sich von Mitbewerbern abzuheben, sollte man durchaus Lösungen anbieten, die der Interviewer nicht schon tausendmal gehört hat. Wichtig ist, dass das Lösungskonzept logisch konsequent ist und gut präsentiert wird.
Bei der abschließenden Präsentation der Fallstudie sollten Bewerber darauf achten, die Präsentationsunterlagen übersichtlich, optisch ansprechend und selbsterklärend zu gestalten. Auch das Auftreten des Bewerbers bei der Präsentation ist nicht zu unterschätzen. Bewerber sollten selbstbewusst auftreten und sich nicht durch Rückfragen verunsichern lassen.
Hier finden Sie ein Lösungsmuster für eine Fallstudie.
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