Fallstudien: Ziele und Fragen
Durch Fallstudien können Personalentscheider herausfinden, welche Fachkenntnisse und Soft Skills ein Bewerber mitbringt. Vor allem in der Consultingbranche werden Bewerber kaum um das Lösen einer Fallstudie herumkommen.

- Fallstudien simulieren die täglichen Aufgaben eines Consultants. (Bild: Andres Rodriguez / Fotolia)
Fallstudien gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Schwierigkeitsstufen. Im Extremfall wird nur eine Frage gestellt: „Was würden Sie dem Kunden bei diesem Problem empfehlen? Und warum?“ Ebenso kann es geschehen, dass ein umfangreiches Strategieproblem dargestellt wird. Der Bewerber bekommt einen längeren Text und eine Vielzahl von Grafiken und Informationen präsentiert und muss anschließend erläutern, wie er sich eine Lösung des Problems vorstellt. Fallstudien simulieren die täglichen Aufgaben eines Consultants. Je nach Aufgabentyp können geschulte Beobachter während der Lösung der Fallstudie unterschiedliche Fähigkeiten bei einem Bewerber testen.
Fallstudien sind oft ähnlich aufgebaut
Da Fallstudien oft ähnlich aufgebaut sind, lassen sie sich gut üben und vorbereiten. Etwa durch Fallstudienwettbewerbe. Meistens sind Fallstudien in Ausgangssituation, Problembeschreibung und geforderte Lösung gegliedert.
Die Aufgabenstellung richtet sich danach, was das Unternehmen über den Bewerber erfahren will. Wer etwa eine Vielzahl an Daten zur Verfügung gestellt bekommt, die er für die Lösung des Falls gar nicht benötigt, soll zeigen, dass er in der Lage ist, schnell die Relevanz von Daten einschätzen zu können.
Darüber lachen Berater...
"Das Glas ist halb leer", sagt der Pessimist.
"Das Glas ist halb voll", sagt der Optimist.
"Das Glas ist viel zu groß", sagt der Unternehmensberater.
In einer anderen Fallstudie kann es vorkommen, dass dem Bewerber nur wenige Informationen zur Verfügung stehen. Hier kommt es darauf an, durch geschickte Fragen an weitere Informationen zu gelangen, die für das Lösen der Fallstudie benötigt werden. Hilfreich ist es, sich in an Logikbäumen und pyramidalem Denken zu orientieren. Eine gute Lösung erreicht man dann, wenn Hypothesen aufgestellt werden, die nach und nach evaluiert werden.
Analytisches Denken und strukturiertes Vorgehen sind für das Lösen einer Fallstudie ebenso wichtig wie Zusammenarbeit und Teamfähigkeit - diese Skills sind vor allem in Gruppenfallstudien wichtig. Außerdem wichtig: Personaler achten auf Inhalt, Qualität und Überzeugungskraft der Idee.
Fallstudien simulieren den Alltag eines Consultants
Fallstudien stellen eine komplexe Entscheidungssituation mehr oder weniger ausführlich dar. Diese Situation kann aus allen Themenbereichen des modernen Managements und aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen kommen. Die eigentliche Fallstudienarbeit besteht neben der Analyse der Entscheidungssituation darin, Alternativen zu formulieren und eine realistische Handlungsempfehlung zu geben. Außerdem müssen Teilnehmer oft Argumente und Gegenargumente für eine Lösung oder einen bestimmten Lösungsweg gewichten und nachvollziehbar präsentieren. Dies entspricht recht genau den Anforderungen im Alltag eines Consultants. Auch deshalb sind die Fallstudien als Teil des Auswahlverfahrens so beliebt.
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