Wertschöpfungsoptimierung: Werkzeuge dafür schaffen
Von Simon Goetz
Nicht immer funktioniert bei großen Projekten sofort die Kommunikation reibungslos. Über diesen besonders anspruchsvollen Teil der Projektarbeit berichtet Consultant Simon Goetz.

- Das Ziel für die Berater war die Erarbeitung eines Werkzeugs für die ganzheitliche Wertschöpfungsoptimierung. (Bild: Torbz/Fotolia)
Zielgerichtete Projektarbeit
Den Traumjob auf Anhieb zu finden, ist für die wenigsten Einsteiger leicht. Daher habe ich während des Studiums eine Vielzahl von Praktika in unterschiedlichen Branchen und Bereichen absolviert. Meinen Arbeitgeber habe ich auch im Rahmen eines Praktikums und später bei der Abschlussarbeit kennengelernt. Die zielgerichtete Projektarbeit hat mich damals wie heute überzeugt.
Wissen auf aktuellstem Stand
Ein Beispiel für spannende Projektarbeit war die Schaffung eines ganzheitlichen Prozessmodells für ein großes Energieunternehmen. Der Vorstand hatte beauftragt, eine operativ einsetzbare Sicht auf alle Aktivitäten des Konzerns zu erarbeiten. Ziel war die Erarbeitung eines Werkzeugs für die ganzheitliche Wertschöpfungsoptimierung.
Vor Projektbeginn legte der Projektleiter mit dem Klienten das genaue Vorgehen und die zu erarbeitenden Ergebnisse im Detail fest. Gleichzeitig musste jeder Berater, unterstützt durch das interne Knowledge-Management, sein Wissen über das Unternehmen und die anzuwendenden Methoden auf den aktuellsten Stand bringen.
In einem kleinen Kernteam
In Management-Beratungsprojekten wird meist in einem kleinen Kernteam sehr eng mit vielen Akteuren der Klientenorganisation zusammengearbeitet. Da der Projektauftrag die Prozesse aller Unternehmensbereiche umfasste, wurde das Team entsprechend breit aufgestellt. Vom Auftraggeber wurden Mitarbeiter aller Ressorts in die Projektarbeit integriert.
Wie in allen Projekten setzte sich unser Team aus funktionalen Experten und Mitarbeitern mit spezifischen Branchenkenntnissen zusammen. Die funktionalen Experten bringen das methodische Wissen mit, die Branchenexperten sichern die Anwendbarkeit für das spezifische Unternehmen.
Projektphase eins
Das eigentliche Projekt gliederte sich in drei Phasen: Die Initialisierung-, die Konzept- und die Implementierungsphase. In der ersten Phase wurden der bestehende Leistungsstand analysiert und die Erwartungshaltungen der Bereiche harmonisiert. Dabei wird bereits von jungen Beratern erwartet, dass sie in Gesprächen die Zusammenhänge schnell erkennen und analysieren können. Gerade in Gesprächen mit Geschäftsführern und Bereichsleitern wird vorausgesetzt, dass der Kunde nichts wiederholt erklären muss.
Projektphase zwei
In der zweiten Phase erarbeitete das Beraterteam aus den erhobenen Daten und Analysen ein tragfähiges Konzept. In dieser Projektphase mussten die Berater in der Lage sein, ein schlüssiges Konzept zu erstellen.
Projektphase drei
In der Implementierungsphase erfolgten schließlich die Detailausarbeitung, die Erstellung der Dokumentation und die Übergabe an den Vorstand. Als Einsteiger bekommt man in der Managementberatung praktisch vom ersten Tag an die Möglichkeit, selbstständig mit dem Klienten zu arbeiten. Zu Beginn ist der Berater vor allem für Analysen zuständig. Je nach individuellem Leistungsstand bekommt er die Verantwortung für Arbeitspakete, Teilprojekte und schließlich für ganze Projekte übertragen.
Hohe Standfestigkeit
Hier war es für mich als Projektmitglied besonders spannend und herausfordernd, alle Interessensgruppen zielgerichtet zu moderieren. Uneinigkeiten müssen vermieden (oder wenn sie entstehen behoben) werden. Dieser Teil der Arbeit ist besonders anspruchsvoll. Es bedarf einer hohen Standfestigkeit, ausgeprägter Kommunikationsfähigkeit und viel Motivation.
Gemeinsame Aktivitäten
Für die Zusammenstellung des Projektteams sind deshalb die Soft Skills nicht zu unterschätzen. Denn in schwierigen Momenten ist es wichtig, sich auf seine Kollegen verlassen zu können. Das funktioniert nur, wenn eine Vertrauensbasis besteht. Regelmäßige Teamtreffen und gemeinsame Aktivitäten auch außerhalb des Projektbüros sind deshalb von großer Bedeutung. Diese „Nebensächlichkeiten“ sind es auch, die aus einem Job einen Traumjob machen können.
Datum: 08/09
Über den Autor
Simon Goetz, Jahrgang 1978, arbeitet als Consultant im Bereich Operations Management bei der Arthur D. Little GmbH.






