Immobilienmanagement: Der Standort entscheidet
Der Großteil des Handelsgeschäfts spielt sich immer noch im Laden ab, trotz aller Trends zum Online-Shopping. Immobilienmanager sorgen dafür, dass der Handel beim Kunden vor Ort ist.

- Immobilienmanager: Standorte bewerten und Konzepte entwickeln (Bild: TommL/ iStockphoto)
„Lage, Lage, Lage“ – so beschreibt eine deutsche Industrie- und Handelskammer die zentrale Erfolgsvoraussetzung für den Einzelhandel. Ob an einem Top-Standort wie der Kaufingerstraße in München oder der Düsseldorfer Königsallee, in einem regionalen Oberzentrum oder in einer Seitenstraße, die sich gerade zum Geheimtipp mausert: Der Großteil des Handelsgeschäfts spielt sich immer noch im Laden ab, trotz aller Trends zum Online-Shopping. Der Handel muss beim Kunden vor Ort sein – und zwar am richtigen.
Mikro- und Makrostandort
Vor der Entscheidung für eine neue Filiale steht eine detaillierte Standortanalyse durch das Immobilienmanagement des Handelsunternehmens. Untersucht werden der Mikrostandort (die Lage des Geschäfts in der Straße, im Einkaufszentrum oder auf der grünen Wiese), der Makrostandort (die Stadt oder Gemeinde), die Größe und Qualität des Einzugsgebiets sowie die Immobilie oder das Ladenlokal selbst.
Die Immobilienmanager prüfen den Wert der Immobilie oder eines Grundstücks und bewerten das Marktpotenzial des Einzugsgebiets. Dabei spielen der Branchen-Mix, die Erreichbarkeit oder baurechtliche Fragen eine zentrale Rolle. Im operativen Immobilienmanagement geht es darum, für die einzelne Standorte Konzepte zu entwickeln und Reorganisationen oder Umbaumaßnahmen durchzuführen. Auch die gesamte Verwaltung einer Immobilie zählt zu den Aufgaben des Immobilienmanagements.
Zahlreiche Schnittstellen
Immobilienmanager arbeiten bei der Bewertung neuer Standorte eng mit dem Controlling und der Marktforschung zusammen. Auch zu den Bereichen Bau und Planung, dem Vertrieb, der Verwaltung und zur Managementebene des Unternehmens gibt es zahlreiche Schnittstellen.
Wer in das Immobilienmanagement einsteigen möchte, sollte ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Schwerpunkt im Immobilienmanagement oder Facility Management absolviert haben. Chancen haben auch Bauingenieure mit betriebswirtschaftlichen Zusatzqualifikationen. Kenntnisse im Immobilienrecht sind ebenfalls hilfreich.
Analytische Fähigkeiten spielen eine große Rolle, wenn es um die Bewertung von Standorten geht. Teamfähigkeit, Kommunikationstalent und Verhandlungsgeschick sind wegen der zahlreichen internen und externen Schnittstellen gefragt. Auch in der Rolle des Vermieters: Denn häufig werden Flächen der eigenen Immobilie zur Vervollständigung des Sortiments an kleinere Händler untervermietet.
Datum: 5/11
Autor: Heinz Peter Krieger





