Interview mit Markus Mosa, Edeka: "Viele Türen offen"
Seit drei Jahren ist Markus Mosa Vorstandsvorsitzender der Edeka-Gruppe. Im Interview beschreibt er, wie ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen arbeitet und welche Chancen der Lebensmitteleinzelhandel Absolventen bietet.

- Markus Mosa: "Wir stellen in vielen Bereichen gezielt Absolventen ein." (Bild: EDEKA-Zentrale)
Herr Mosa, Edeka hat sich von einer regionalen Einkaufsgenossenschaft zur Nummer eins unter den deutschen Lebensmittelhändlern entwickelt. Die Genossenschaftsstruktur blieb dabei erhalten. Welche Aufgabe hat dabei die Edeka-Zentrale?
Wir sind ein Unternehmer-Unternehmen – das war vor mehr als 100 Jahren nicht anders als heute. Unsere Basis sind die 4.500 selbstständigen Edeka-Kaufleute in ganz Deutschland. Über unsere sieben Großhandelsgesellschaften ist die regionale Struktur nach wie vor fest in der Gruppe verankert. Die strategische Führung der Edeka-Gruppe liegt bei der Zentrale. Wir entwickeln die Gruppe weiter und bündeln dabei die Interessen der Kaufleute und der Regionen. Ebenso liegt die Verantwortung für wesentliche Teile des Warengeschäfts bei der Zentrale. Im Einzelhandelsgeschäft sind wir mit unserer Tochtergesellschaft Netto aktiv.
Die beiden größten Lebensmittelhändler in Deutschland sind genossenschaftlich organisiert. Was ist der Vorteil dieser Organisationsform?
Die Nähe zum Kunden. Niemand kennt seine Kunden besser als der selbstständige Kaufmann vor Ort. Unsere Unternehmer sind zum Teil schon seit Generationen in ihrer Region verwurzelt. Sie wissen genau, was ihre Kunden wünschen, und können ihre Angebote und Leistungen exakt darauf zuschneiden. Gleichzeitig profitieren sie von den Vorteilen, die ihnen ein starkes Netzwerk wie unsere Gruppe bietet. Das gilt für das Sortiment, die Entwicklung von Logistikkonzepten, das Marketing oder die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.
Wie arbeiten die Genossenschaftsmitglieder und die Zentrale zusammen?
Die Mitglieder der sieben regionalen Genossenschaften sind die Eigentümer der Edeka. Der geschäftspolitische Kurs der Gruppe wird mit den Mitgliedern über die Genossenschaften abgestimmt. Sie sind in allen wichtigen Gremien der Zentrale mit Sitz und Stimme vertreten.
Ihre berufliche Laufbahn starteten Sie bereits im Einzelhandel. Was war für Sie das Besondere an der Branche?
Kaum eine andere Branche ist so vielseitig wie der Handel. Und kaum eine so dynamisch. Das hat mich schon während meines Studiums gereizt. Gerade der Lebensmitteleinzelhandel verlangt von seinen Mitarbeitern viel. Aber er bietet auch die Chance, schon früh Verantwortung zu übernehmen, zu gestalten und Dinge zu bewegen.
Wie verlief Ihre Karriere nach dem Studium?
Meine ersten beruflichen Sporen verdiente ich mir bei der Spar Handels AG in Hamburg. Später stieg ich bei Netto Marken-Discount im bayerischen Maxhütte ein, damals noch eine Tochtergesellschaft von Spar. Netto war zu dieser Zeit ein relativ kleiner Discounter mit eigenem Profil und überwiegend im süd- und ostdeutschen Raum aktiv. In kurzer Zeit haben wir es geschafft, ein enormes und rentables Wachstum zu erreichen und Netto zum nationalen Player zu machen. Seit 2005 steht Netto unter dem Dach der Edeka-Gruppe, zwei Jahre später wechselte ich in den Vorstand der Hamburger Zentrale. Weiterlesen: Im zweiten Teil des Interviews beschreibt Markus Mosa die Chancen von Hochschulabsolventen im Handel.






