Für Frühentscheider: Bachelor-Absolventen im Handel
Wer sich für einen Einstieg in den Handel entscheidet, sollte schon früh Praxiserfahrung sammeln. Das gilt vor allem für Bachelor-Absolventen.

- Bachelor-Absolventen: Chancen im Handel (Bild: Marco Scisetti/Fotolia)
Wie können Eigenmarken ständig verbessert werden? Welche Marktumstände beeinflussen die Qualität? Und wie kann das Unternehmen den Ansprüchen der Kunden gerecht werden? Das sind Fragen, mit denen sich Derya Karabay täglich befasst. Sie ist Trainee im Bereich Qualitätssicherung bei der Rewe Group in Köln. „Ich wollte schon immer in den Handel“, erklärt die 23-Jährige. „Die Aufgaben bereiten mir einfach Spaß. Daher habe ich bereits früh Erfahrungen gesammelt und schon in der Schulzeit im Handel gearbeitet. Und das hat sich jetzt nach Ende meines BWL-Studiums bezahlt gemacht.“
Diplomer oder Bachelor: kein Unterschied
Dem Vorurteil, dass Bachelors keinen Job bekämen, widerspricht Karabay. „Bologna hat viel geändert. Der Bachelor ist deswegen aber keine schlechte Ausbildung. Ganz im Gegenteil“, betont sie. „Das Wissen für den Job wird uns ja vermittelt – und zwar schnell.“
Auch Isabell Hoffmann, zuständig für die Mitarbeiterentwicklung bei der Einzelhandelskette Globus, sieht keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen den Absolventen. „Wir achten darauf, dass die Bewerber unseren Anforderungen fachlich wie überfachlich entsprechen. Ob sich ein Diplomer oder ein Bachelor bewirbt, da machen wir erst mal keinen Unterschied.“
Praxiserfahrung: Must-have im Handel
Doch es gibt eine Besonderheit: Bachelor haben oft weniger Praxiserfahrung als Absolventen alter Studiengänge. Das bemerkt auch Isabell Hoffmann. „Die Studenten haben weniger Freiraum, neben dem Pflichtpraktikum weitere Qualifikationen zu sammeln. Dabei ist Praxiserfahrung das absolute Must-have im Handel.“
Arbeit und Studium zu verbinden, ist als Bachelor nicht einfach. „Mein Studium war sehr kompakt“, erklärt Derya Karabay. „Ich hatte viele Klausuren pro Semester. Da noch praktische Erfahrung zu sammeln, war stressig, aber definitiv eine gute Entscheidung. Es hat mir bestätigt, dass der Handel die richtige Branche für mich ist.“
Der Handel ist schnelllebig und wettbewerbsorientiert. Daher muss immer Praxisnähe vorhanden sein. „Manche haben noch nie links und rechts über den Tellerrand geschaut“, erklärt Isabell Hoffmann. „Wer immer nur studiert, bekommt schnell einen Praxisschock. Ihnen fehlt dann einfach die Vorstellung vom Beruf, und das haben wir auch schon einige Male festgestellt.“
Handel: Branche mit Chancen
Derya Karabay hat früh begonnen, an ihrer Karriere zu arbeiten. Und auch Isabell Hoffmann von Globus bestätigt, dass es im Handel nicht ohne praktische Erfahrung geht. „Bachelor-Studenten haben wenig Zeit. Sie müssen bald wissen, was sie wollen, und die Chancen nutzen, die sie bekommen.“
Die meisten Handelsunternehmen akzeptieren den Bachelor wie die alten Studienabschlüsse. Der Handel ist deshalb keine Notlösung, sondern eine Branche, die Chancen bietet. Studenten müssen frühzeitig herausfinden, ob der Handel für sie geeignet ist. Und das dann auch beweisen können.
Datum: 04/11
Autorin: Susann Kobs





