Aluminium-Industrie
Ob die Aluminiumbeschichtung, die den Saft im Tetrapack frisch hält, die Alufolie in der Küche oder das Alugerippe eines Sportwagens - Aluminium ist kaum aus unserem Alltag wegzudenken.

- Aluminium ist kaum aus dem Alltag wegzudenken (Bild: Kurt Michel / pixelio.de)
Die Aluminium-Industrie ist mit einem Umsatz von 14,9 Milliarden Euro und 74.000 Beschäftigten im Jahr 2008, so der Gesamtverband der Aluminium-Industrie (GDA), ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Mehr als 600 Unternehmen decken die gesamte Wertschöpfungskette von Aluminium ab – von der Metallerzeugung über die Halbzeugproduktion bis hin zu Endprodukten für nahezu jeden Wirtschaftszweig.
Energiekosten belasten Aluminium-Industrie
Die Aluminiumproduktion gehört zu den energieintensivsten Verfahren überhaupt. 3,4 Terawattstunden Strom verbraucht die Aluminiumhütte in Neuss pro Jahr – mehr als die Stadt Düsseldorf mit ihren Industriebetrieben zusammen. Der Nachteil der meisten deutschen Aluminiumhütten im Gegensatz zu den isländischen ist, dass sie nicht auf günstige Energiequellen wie Wasserkraft oder Gas zurückgreifen können. So kostet die Herstellung rund ein Drittel mehr als an jedem anderen Standort. Dementsprechend ist der Gewinn der Aluminium-Industrie stark abhängig von dem Aluminiumpreis an der London Metal Exchange.
Der Preis für Aluminium
Solange der Preis für Aluminium hoch ist, können die hohen Strompreise, Standortnachteile und komplizierten Genehmigungsverfahren mit dem Gewinn ausgeglichen werden. Fällt allerdings der Aluminiumpreis so stark wie zuletzt im Juli 2009 an der London Metal Exchange von über 3.000 auf gut 1.300 US-Dollar pro Tonne, fahren die Aluminiumhütten Verluste ein. Schnell kann sich dann aus einem fallenden Aluminiumpreis ein Teufelskreis entwickeln, denn reduzieren die Aluminium verarbeitenden Unternehmen in einer unsicheren Wirtschaftslage ihre Bestellungen, kommt es zu Überkapazitäten in der Aluminium-Industrie. Diese Überkapazitäten, die dann auf Halde liegen, senken den Preis zusätzlich.
Gesamtbedarf an Aluminium
| in 1000 Tonnen | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
| Europa | 10.900 | 11.500 | 11.500 | 12.000 | 12.500 |
| Asien | 13.400 | 14.700 | 15.900 | 17.900 | 21.700 |
| Afrika | 400 | 400 | 400 | 500 | 500 |
| Amerika | 11.100 | 11.500 | 12.300 | 13.000 | 12.300 |
| Ozeanien | 500 | 600 | 600 | 500 | 500 |
| insgesamt | 36.300 | 38.700 | 40.700 | 43.900 | 47.500 |
Quelle: Gesamtverband der Aluminium-Industrie (GDA)
Datum: 11/09
Enorme Vielseitigkeit und steigender Bedarf
Doch trotz aller Turbulenzen gibt es auch Hoffnung für die Aluminium-Industrie in Deutschland: Der Bedarf an Aluminium steigt jährlich. Viele Anwendungen und Entwicklungen benötigen den leichten und doch stabilen Werkstoff. Hinzu kommt die Vielseitigkeit von Aluminium, das sich in allen Bereich der Wirtschaft wiederfindet. Das nahezu verlustfreie Recycling verstärkt den langfristigen Nutzen von Aluminium im Produktkreislauf. Die Aluminium-Industrie ist ein Wirtschaftszweig, in dem Innovationen eine erhebliche Rolle spielen. Ein wichtiger Abnehmer für Aluminium ist die Automobilindustrie. Die Automobilhersteller und -zulieferer stehen unter dem Druck, sichere, komfortable und technisch raffinierte Autos bauen zu müssen. Gleichzeitig sollen die Autos umweltfreundlicher werden. Hier kommt Aluminium ins Spiel: das geringe Gewicht bietet einen enormen Vorsprung zum Konkurrenzwerkstoff Stahl.
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Autor: Barbara Bergmann
Datum: 11/09
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