Kunststoffindustrie
Ob das Lineal, die Haarspange oder die Innenverkleidung des Autos - Kunststoffe sind ein fester Bestandteil unserer Alltags und die Kunststoffindustrie ist eine Schlüsselindustrie in Deutschland.
Die kunststoffverarbeitende Industrie ist eine sehr vielfältige Branche. Sie liefert innovative Produkte und Lösungen für wichtige Industriezweige, wie den Fahrzeug- und Maschinenbau, die Verpackungsindustrie, die Elektrotechnik und die Bauindustrie. Die Kunststoffindustrie ist ein mittelständisch geprägter Industriezweig, der zwischen multinationalen Rohstoffkonzernen und nachfragemächtigen Großabnehmern steht. Diese Situation setzt die Kunststoffindustrie unter wachsenden Margendruck, so der GKV (Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie).
Starkes Wachstum
Schon seit Jahren verzeichnet die Kunststoffindustrie gute Wachstumszahlen. Laut GKV stieg der Umsatz 2008 um rund zwei Prozent auf 54 Milliarden Euro. Sie profitiert davon, dass ein Großteil aller Packmittel im weniger konjunkturabhängigen Lebensmittel- und Konsumbereich eingesetzt wird. Auch die Tatsache, dass Glas und Metall immer häufiger durch Kunststoff ersetzt wird, schlägt positiv zu Buche.
Die Vielfalt des Kunststoffs
Kunststoff wird in vielen unterschiedlichen Bereichen und bei unterschiedlichsten Produkten eingesetzt. Auch dort, wo man es zunächst nicht vermutet - etwa in der Medizintechnik. Hier müssen die Werkstoffe die höchsten technologischen und hygienischen Anforderungen erfüllen. Auch Designer nutzen den künstlichen Stoff: Fahrzeug-Cockpits, Möbel oder Wohnaccesoires - Kunststoffe sind in jeder Wohnung zu finden.
Bedeutender Wirtschaftszweig
Mit mehr als 300.000 Beschäftigten ist die Kunststoffindustrie einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland, so der GKV. Doch die mittelständische Industrie blickt zurzeit skeptisch in die Zukunft.
Wirtschaftsvereinigung Kunststoff
Die Wirtschaftsvereinigung Kunststoff vertritt die Anliegen der deutschen Kunststoffindustrie, bestehend aus Kunststofferzeugern, -verarbeitern und -maschinenbauern. Die Kunststoffindustrie ist mit einem Umsatz von über 84 Mrd. Euro und etwa 394.000 Beschäftigten in 3.700 Unternehmen einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Sie hält einen Anteil von sechs Prozent an der heimischen Industrieproduktion.
Einstieg und Perspektiven
Der Weg in die Kunststoffindustrie kann über ein klassisches Maschinenbaustudium führen, in dessen Verlauf man sich auf die Fachrichtung Kunststofftechnik oder Kunststoffverarbeitung/ -herstellung spezialisiert hat. Dabei sollten Ingenieure weitsichtig entscheiden, ob sie lieber einen Arbeitsplatz in der Rohstofferzeugung oder in der Weiterverarbeitung besetzen möchten. Für Absolventen mit Studienschwerpunkt Kunststofftechnik eignet sich der Einsteig in einem Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie.
Auch Unternehmen der Chemischen Industrie, der Maschinenbau-, Automobil- oder Flugzeugbaubranche suchen Kunststofftechniker. Interessante Einsatzbereiche sind Produktentwicklung, Fertigung, Konstruktion und Vertrieb. Auch Absolventen der Verfahrenstechnik, des Chemie-Ingenieurwesens und der Papier- und Textiltechnik sind nach wie vor gefragt.
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