Assessment Center
Im Assessment Center wollen die Unternehmen die Kompetenzen der Kandidaten erfassen, um sie dann mit ihren Anforderungen abzugleichen. Eine spezielle Vorbereitung für das Assessment Center ist nicht nötig.

- Im Assessment Center wollen Arbeitageber ihre zukünftigen Ingenieure kennenlernen.
Wie können sich Ingenieure auf die Teilnahme an einem Assessment Center optimal vorbereiten?
Generell haben das Studium wie auch die Berufspraxis und die Freizeitaktivitäten einen Bewerber entsprechend vorbereitet. Im Assessment Center wollen die Unternehmen kein spezielles Verhalten sehen, sondern Kompetenzen bei den Kandidaten erfassen, um diese dann mit ihren Anforderungen abzugleichen. Zum anderen sollen die Interessenten über die zu absolvierenden Aufgaben auch Gelegenheit haben, die Anforderungen des Unternehmens sowie das Umfeld kennenzulernen. Eine spezielle Vorbereitung für das Assessment Center ist somit nicht nötig.
Worauf achten Sie bei Ingenieuren im Assessment Center besonders?
Im Allgemeinen suchen wir Ingenieure, die neben ihrer fachlichen Expertise die Fähigkeit besitzen, mit anderen Teilnehmern komplexe Probleme in kurzer Zeit zu lösen und zu gemeinsamen Entscheidungen zu kommen. Kurz gesagt: angemessene Reduktion von Komplexität, qualitätsgesicherter Pragmatismus und keine weitschweifige und inhaltsleere Eloquenz.
Wie könnte ein Assessment Center in Ihrer Branche aussehen?
Schriftliche Tests und mündliche Übungen im Wechsel mit jeweils knappen Zeitvorgaben sind der Grundstock eines Assessment Centers. Teilnehmer müssen zum Beispiel sogenannte Verhaltensproben, die aus dem Arbeitsalltag abgeleitete und fachlich leicht abstrahierte Problemstellungen betreffen, in Gruppen bearbeiten, dazu Entscheidungen treffen und dann im Dialog mit weiteren Schnittstellenpartnern vertreten. Zudem erheben wir die Problemlösungskompetenz anhand computerbasierter klassischer Leistungstests und erfassen das logische Profil sowie die Fähigkeit der komplexen Informationsverarbeitung.
Wie können sich junge Ingenieure im Assessment Center von anderen Bewerbern positiv abheben?
Durch ihre Bereitschaft und den Willen, den Wandel aktiv zu gestalten, durch Freude an Innovation und am Diskurs mit Kollegen. Außerdem durch hohes Qualitätsbewusstsein gepaart mit einem klaren Kostendenken und entsprechenden praktischen Erfahrungen in Change-Projekten sowie durch möglichst verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse – speziell natürlich Englisch.
Gibt es Besonderheiten beim Assessment Center, die speziell für Ihre Branche gelten?
Wir nennen unser Verfahren schlicht „erweiterte Eignungsuntersuchung“, um uns von bestimmten Produkten der Assessment-Center-Szene abzusetzen. Wir wollen keine „Mutproben“ im Sinne von Initiationsriten à la „Ich bin Ingenieur, holt mich hier raus“ veranstalten, sondern die Kompetenzen der Bewerber kennenlernen und ihnen anderseits auch unsere Anforderungen vermitteln, damit das in jeder Entscheidung innewohnende Enttäuschungspotenzial deutlich minimiert werden kann.
Welche Tipps geben Sie Ingenieuren, die zu einem Assessment Center eingeladen werden?
Aus dem oben Gesagten ergibt sich meines Erachtens der klassische Verhaltenstipp: „Seien Sie so wie Sie sind!“
Über den Autor:
Ulrich Henken ist Leiter der psychologischen Personalberatung bei der Lufthansa Technik






