Logistiker: Lotsen im Warenfluss
Logistik spielt sich meistens hinter den Kulissen ab. So bleibt oft verborgen, dass hier viele unterschiedliche Aufgaben für Spezialisten anfallen. In der äußerst vernetzten und internationalen Branche finden Absolventen aller Fachrichtungen gute Einstiegsmöglichkeiten.

- Komplexe Prozesse: Logistiker optimieren den Warenfluss und sorgen für die Verzahnung verschiedener Transportmittel und -wege. (Bild: Oliver J. Graf / Fotolia.com)
Mit dem Begriff Logistik verbinden viele schlichtweg den Transport von Gütern. Lastwagenkolonnen auf der Autobahn, Containerschiffe im Hafen oder der Paketservice – das sind häufig die ersten Assoziationen. Doch hinter dem Einsatzbereich Logistik verbirgt sich mehr: Auch die komplette Planung, Steuerung und Durchführung von Supply-Chain-Prozessen gehört dazu. Waren, Informationen oder Personen müssen zur richtigen Zeit an den geplanten Ort gelangen. Das sind komplexe Prozesse, bei denen viele Experten aus unterschiedlichen Bereichen gut zusammenarbeiten müssen.
Gute Einstiegschancen
Die Logistik ist eine starke Branche. Ganze 200 Milliarden Euro erwirtschafteten Logistikunternehmen im Krisenjahr 2009, das berichtet die Bundesvereinigung Logistik. Nur in der Automobilindustrie und im Handel wird in Deutschland mehr Umsatz gemacht. Branchenkenner rechnen für 2011 sogar wieder mit dem vormals üblichen Wachstum von fünf Prozent. Von der Stärke der Branche profitieren auch Berufseinsteiger. Unter den 2,7 Millionen Menschen, die hierzulande in der Logistik arbeiten, sind derzeit 480 000 Hochschulabsolventen.
Logistik gibt es überall
Logistiker gibt es in vielen Betrieben. Etwa in einer Reederei, wo Makler Plätze auf Containerschiffen verkaufen müssen. Oder bei Veranstaltern, die Welttourneen von Künstlern planen. Und in Handelsunternehmen, die Waren pünktlich an den Kunden ausliefern. Weltweit kümmern sich ständig Menschen darum, dass die Wirtschaft jeden Tag 24 Stunden nicht still steht. Im Hintergrund sorgen Logistiker für einen reibungslosen und wirtschaftlich effektiven Ablauf.
Viele Wege führen in die Logistik
Genauso verschieden wie die Einsatzbereiche sind auch die Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausbildungswege. Betriebswirte erstellen in der Logistik Kosten- und Nutzungspläne und legen fest, welcher Transportweg der effizienteste ist. Ingenieure entwickeln Lagersysteme, IT-Experten die dazu passenden Technologien. Und Manager koordinieren und überwachen die ausgefeilten Supply-Chain-Prozesse. In der Logistik sind einschlägig ausgebildete Bachelorabsolventen ebenso gefragt wie spezialisierte Masterstudenten. Absolventen der Fachhochschule, der Berufsakademie oder der Uni finden hier ihren Platz. Eine Ausbildung, die sich lohnen kann. Denn gute Logistiker sind auch in Krisenzeiten gefragt, da in logistischen Abläufen noch viel Einsparungspotenzial steckt.
Praxis zählt
Entscheidend für einen erfolgreichen Einstieg in die Logistik sind Praxiserfahrungen. Die sammeln Absolventen über Abschlussarbeiten, in Praxissemestern oder während Praktika. So sollen Studenten nicht nur früh prüfen, ob ihnen die Logistik überhaupt Spaß macht, sondern auch herausfinden, ob sie sich in der Industrie, bei Dienstleistungsunternehmen oder im Handel am besten aufgehoben fühlen. Und ein weiteres Argument spricht für frühe Praxiserfahrungen: Im Training on the Job durchschauen Berufseinsteiger die komplexen Prozesse innerhalb der Logistik, die je nach Branche sehr unterschiedlich verlaufen, deutlich besser.
Führungsqualitäten und Fremdsprachenkenntnisse
Wer erfolgreich in die Logistik einsteigen will, der braucht neben Spezialisierung und Praxiserfahrungen weitere Qualifikationen. Sehr gute Fremdsprachenkenntnisse sind in einer derart internationalen Branche wie der Logistik grundlegend. Führungsqualitäten sind für diejenigen förderlich, die in das Management wollen. Generell gilt: Wer ganzheitliche Prozesse verstehen und entwickeln kann, ist in der Logistik gut aufgehoben. Schließlich ist die Logistik eine Schnittstellendisziplin, und Absolventen, die den Überblick haben, sind immer gefragt.
Zukunftsaussichten: Grüne Logistik
Die Branche, in der stets alles im Fluss laufen muss, steht auch in Zukunft nicht still. Die "Grüne Logistik", die umweltgerechte und ressourceneffiziente Prozesse schaffen soll, steckt noch in den Kinderschuhen. Der Auftrag dieser neuen Disziplin lautet, wirtschaftliches Denken mit ökologischer Rücksicht zu kombinieren. Eine Herausforderung, die gerade gut ausgebildeten Absolventen interessante Einstiegs- und Spezialisierungsmöglichkeiten in der Logistik bietet.
Datum: 5/10
Autor: Julia Heilig




