MBA und andere Management-Programme
Der Master of Business Administration (MBA) ist nicht nur ein schicker Zusatz für den Lebenslauf, sondern er vermittelt Kompetenzen, die die Karriereperspektiven entscheidend fördern.

- Ein MBA kann eine perfekte Weiterbildung für Ingenieure sein. (Bild: Nicholas Monu/ iStock)
Der MBA garantiert zwar keinen deutlichen Anstieg des Gehalts, freie Auswahl bei Jobangeboten oder den ungebremsten Aufstieg auf der Karriereleiter. Er vermittelt aber die nötigen Voraussetzungen für Management- und Führungsaufgaben, weitreichendes Fachwissen, interkulturelle Kompetenz und die Fähigkeit, unterschiedliche Probleme zu lösen.
Die wichtigste Frage, ob sich ein MBA-Studium lohnt, ist klar zu bejahen. Das MBA-Studium ist für viele Interessenten mit unterschiedlichen Vorraussetzungen und Zielen die passende Weiterbildung. Hauptsächlich eignen sich die Programme für Personen mit einem ersten Hochschulabschluss, die sich auf das General Management vorbereiten wollen.
Der richtige Zeitpunkt
Neben der klassischen Wissensvermittlung leben die MBA-Programme vom Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander. Daher ist es sinnvoll, ein MBA-Studium erst nach einigen Jahren Berufserfahrung aufzunehmen. Bei Programmen, deren Teilnehmer eine breitere Altersspanne abdecken, besteht die Chance auf einen wertvollen gegenseitigen Austausch zwischen erfahrenen und jüngeren Teilnehmern.
Die Altersskala der Teilnehmer reicht von Anfang 20 häufig bis Mitte 50. Im Durchschnitt sind die MBA-Studenten in den USA 30, in Europa 31 Jahre alt. Ein MBA-Studium lohnt sich unter Berücksichtigung des finanziellen Aspekts besonders nach drei bis fünf Jahren:
- Das Gehalt, auf das man im Falle eines Vollzeitprogramms verzichtet, ist noch nicht so hoch wie in späteren Jahren.
- Die Berufstätigkeit dauert noch lange genug an, um die Kosten des Studiums aufzufangen.
- Das Alter der MBA-Absolventen ist für Arbeitgeber dann besonders interessant.
Neue Karrierechancen
Ein MBA-Abschluss eröffnet zwei Möglichkeiten: Als „Career enhancer“ qualifiziert der MBA für die Übernahme weitreichender Management-Funktionen, als „Career changer“ stellt er die Weichen für den Wechsel in eine andere Branche oder einen neuen Funktionsbereich. Ingenieure mit Berufserfahrung verbessern oftmals mit einem MBA ihre bisherige Position im Unternehmen. Ein Teilzeit- oder Fernstudienprogramm mit Unterstützung des Arbeitgebers ist dann die richtige Alternative oder aber – sofern es existiert – ein Firmen- oder Konsortialprogramm. Für Ingenieure mit konkreten neuen beruflichen Zielen ist ein kurzes Vollzeitprogramm an einer Business School, die über gute Kontakte zu den angestrebten Wirtschaftssektoren verfügt, ein guter Weg.
Sind die eigenen Ziele noch weniger konkret, bietet sich ein längeres Programm an einer Business School mit Kontakten zu möglichst unterschiedlichen Branchen an. Dann ist während des Studiums Zeit genug, sich im Rahmen der Wahlpflichtfächer über seine Präferenzen und Ziele klar zu werden.
Nutzen des MBA-Studiums
Wer den MBA-Abschluss unmittelbar nach einem Hochschulstudium erwirbt, hat bei der Bewerbung um einen Berufseinstieg oft die besseren Karten. Für Ingenieure und Naturwissenschaftler ist der MBA eine interessante Alternative zum betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium (zum Beispiel zum Diplom-Wirtschaftsingenieur) oder zur Promotion – vorausgesetzt, das Berufsziel ist eher auf managementorientierte Tätigkeiten als auf den naturwissenschaftlich-technischen Bereich ausgerichtet. Ein im Ausland erworbener MBA beweist zudem ausgezeichnete Sprachkenntnisse.
Absolventen von Fachhochschulen qualifizieren sich mit dem MBA formal höher. Auch Interessenten ohne akademische Vorbildung oder Studienabbrecher, die im Laufe ihrer beruflichen Entwicklung feststellen, dass ihnen die theoretischen Grundlagen fehlen, profitieren von den MBA-Studienangeboten. Obwohl meist ein abgeschlossenes Hochschulstudium verlangt wird, ist die Zulassung bei entsprechender Berufserfahrung oftmals Verhandlungssache.
Die Qual der Wahl
Wer ein MBA-Studium im Visier hat, sollte sich im Vorfeld selbst analysieren und sich fragen, weshalb er den Abschluss anstrebt. Ein persönlicher Aktionsplan ist dabei ein erster, wichtiger Schritt. Bei der Entscheidung, ob ein MBA-Programm in der gegenwärtigen Job- und Lebenssituation sinnvoll ist, sind folgende Fragen hilfreich:
Wer zu dem Schluss kommt, dass das MBA-Studium der richtige Weg für ihn ist, muss sich durch einen wahren MBA-Dschungel kämpfen: Laut Financial Times wurden weltweit in den vergangenen zehn Jahren 3.710 neue Management-Programme angeboten. Rund die Hälfte davon allein von europäischen Schulen.
Auch in Deutschland boomt das Angebot an MBA-Programmen und es gibt inzwischen weit mehr als 200 Programme. Im Gegensatz zu klassischen Angeboten, bei denen die MBA-Programme ihren Schwerpunkt deutlich in die General-Management-Ausbildung legen, finden sich bei den Programmen in Deutschland verschiedene thematische Schwerpunkte wie etwa Finanzmanagement, Health Care Management oder Entrepreneurship.
Welche Schule die Richtige ist, ist gar nicht so leicht zu sagen, denn pauschal die beste Business School gibt es nicht. Viel hängt vom eigenen Charakter ab, etwa ob man in kleinen Kursen lernt oder sich auch in großen Runden wohlfühlt oder davon, wie das persönliche Umfeld aussieht.
Datum: 08/09
Autorin: Eva Flick
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