Was bringt die Promotion?
Eine Promotion bedeutet viel Zeit, Geld und Nerven. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt von den eigenen Zielen ab.

- Weiterbildung, die sich lohnt: die Promotion. (Bild: SimonMcConico/istock)
Verschiedene Wege führen zum Doktor-Ingenieur. Wer seinen Abschluss an einer Technischen Hochschule/Universität gemacht hat, ist zur Promotion an einem Fachbereich oder einer Fachabteilung im ingenieurwissenschaftlichen Bereich berechtigt. Auch für Fachhochschul- und Bachelor-Absolventen ist die Promotion möglich. Vorgeschaltete Ergänzungsstudien sind nach wie vor die Regel.
Promovierte Ingenieure haben gute Karrierechancen und sind für das Management eine gefragte Nachwuchselite. Laut VDMA verfügen über 43 Prozent der befragten Unternehmen über Arbeitsplätze, die sie vorwiegend mit Doktor-Ingenieuren besetzen.
Wege zum Doktor-Ingenieur
- Promotion im Rahmen einer ganztägigen Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Technischen Hochschule/Universität
- Promotion in Verbindung mit einer Halbtagsstelle an einer Technischen Hochschule/Universität bzw. einem Stipendium
- Promotion als Angestellter in einem Industrieunternehmen
- Nicht eingebundene Promotion.
Laut einer Doktorandenbefragung des Doktoranden-Netzwerks Thesis entscheiden sich mehr als 80 Prozent der promovierenden Ingenieure für eine Promotion aus Interesse am Thema. An zweiter Stelle motivieren karriereorientierte Gründe zum Doktor-Erwerb.
Die Promotion ist als erste berufliche Phase zu verstehen, denn Doktoranden sind meist an einem Institut der Fakultät angestellt: 57 Prozent der Zeit sind Doktoranden laut VDMA-Erhebung in Forschungsprojekten eingebunden. 19 Prozent der Zeit bringen sie für Lehre und 17 Prozent für organisatorische und administrative Tätigkeiten auf. Somit bauen Ingenieure während ihrer Promotion umfassende berufsorientierte Kompetenzen aus. Aber man muss nicht an der Hochschule bleiben, wenn man an einer Dissertation arbeitet. Auch eine Dissertation im Unternehmen ist denkbar.
Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter
Die Mehrzahl der Ingenieurs-Doktoranden verknüpft die Doktorarbeit mit einer Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Hochschulinstituts. Die Bezahlung richtet sich meistens nach dem Angestelltentarif für den öffentlichen Dienst (TVöD 13).
Die Einstellung erfolgt für eine Planstelle der Hochschuleinrichtung als wissenschaftlicher Angestellter mit einer Vergütung aus Forschungsmitteln oder als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis bei einem Hochschullehrer. Die Verträge sind häufig für die Dauer der Forschungsvorhaben befristet. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter schließt das Promotionsverfahren normalerweise in vier bis sechs Jahren ab.
Halbtagsstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter
Eine andere Möglichkeit ist, die Doktorarbeit in Verbindung mit einer Halbtagsstelle an einer Technischen Hochschule oder Universität, einem Stipendium oder parallel zu einem Aufbaustudium vorzubereiten.
Dissertation im Unternehmen
Auch als Angestellter in Forschungs- und Entwicklungslabors von Unternehmen kann man unter gewissen Prämissen eine Dissertation schreiben: Die Forschungsergebnisse dürfen nicht der Geheimhaltung unterliegen und der Arbeitgeber muss sein Einverständnis geben. Wer seine Promotion zielstrebig verfolgt, hat seinen Doktortitel in den meisten Fällen innerhalb von fünf bis acht Jahren nach Beginn der Beschäftigung in der Tasche. Schneller geht es mit Unterstützung durch spezielle Industrieprogramme, die im Prinzip nichts anderes sind als Stipendiaten-Programme, aber besser bezahlt werden.
Nicht eingebundene Promotion
Einige Ingenieure verfolgen ihr Dissertationsprojekt ohne gleichzeitig an einer Hochschule oder in der Industrie beschäftigt zu sein. Verfolgt man diese Strategie, ist es wichtig, folgende Aspekte zu bedenken:
- Während der gesamten Promotionsphase sollte es eine wissenschaftliche Betreuung geben.
- Die räumliche und technische Infrastruktur muss vorhanden sein. Sie ist für die Behandlung vieler Themen unerlässlich.
- Der notwendige fachliche und soziale Austausch mit anderen Doktoranden sollte gewährleistet sein.
- Eine Promotion ist teuer – die meist nötige Erwerbstätigkeit erfordert ebenfalls Zeit und Energie. Deshalb wird die Promotion nicht unbedingt schneller abgeschlossen als in anderen Modellen.
Datum: 08/09
Autorin: Eva Flick
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