Vorstellungsgespräch: Im Gespräch überzeugen
Jedes Vorstellungsgespräch verläuft individuell – und hat doch gleiche Strukturen. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Vorstellungsgespräch: gute Vorbereitung, souveränes Auftreten und passende Gegenfragen.

- Auch Kleidung, Auftreten und Benehmen spielen im Vorstellungsgespräch eine Rolle. (Bild: El Gaucho/Fotolia)
Wie ein Vorstellungsgespräch abläuft, hängt vom Kandidaten, von der ausgeschriebenen Stelle und dem Unternehmensvertreter ab. Manche Aspekte kommen aber in jedem Fall zur Sprache.
Ein wichtiger Punkt ist der Lebenslauf. Er ist oft die Grundlage des Gesprächs und ein beliebter Einstieg. Mit der Aufforderung, ein wenig über sich zu erzählen, können Bewerber im Vorstellungsgespräch darum fast immer rechnen. Wie diese Selbstpräsentation ausfällt, verrät viel über den Bewerber. Schnell können Personaler erkennen, ob er eher zurückhaltend, neugierig oder ehrgeizig ist.
Da Unternehmensvertreter den Bewerber möglichst gut kennenlernen wollen, stellen sie oft Fragen zur Motivation für die Bewerbung, zur Einstellung zu Arbeit und Erfolg und Zukunftsplänen. Es nutzt aber nichts, gängige Antworten auswendig zu lernen. „Denn es fällt sehr schnell auf, wenn ein Bewerber eine Antwort extrem ausgefeilt vorbereitet hat“, erklärt Wolfgang Wendt, Vice President zStack Leader bei IBM.
Stressfragen im Vorstellungsgespräch
Manche Unternehmen greifen im Vorstellungsgespräch auf sogenannte Stressfragen zurück. Die Absicht dahinter: :Der Kandidat soll ein wenig aus dem Konzept geraten, um sich so von seinen verschiedenen Seiten zu zeigen. Darum sollten Bewerber auch die Nerven behalten, wenn sie Fragen hören wie: „Was spricht gegen Sie als Bewerber?“, „Woher kommen die Lücken in Ihrem Lebenslauf?“ oder „Warum sollten wir gerade Sie nehmen?“
Prinzipiell richtige Antworten auf heikle Fragen gibt es nicht. „Ein Bewerber sollte sich so präsentieren, wie er ist“, rät Wolfgang Wendt. Wer aber schon im Vorfeld mögliche Antworten vorbereitet, kann auch auf kritische Fragen selbstsicher reagieren.
Fachwissen im Test
Gerade Informatiker können damit rechnen, dass sie im Lebenslauf angegebenes Fachwissen unter Beweis stellen müssen. Mit Fachfragen oder kleinen Aufgaben klopfen Personaler den Kenntnisstand ab. Wenn eine Antwort oder Lösung daneben geht, ist das nicht weiter tragisch. „Ein Bewerber muss nicht zu allen Fragen eine richtige Antwort haben“, beruhigt Wolfgang Wendt. „Aber er sollte die Bereitschaft zur Weiterbildung mitbringen und das auch zeigen.“
Ins Detail gehen
Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs können auch Bewerber Fragen stellen. Jetzt besteht die Chance, noch mehr vom Unternehmen zu erfahren. Und es ist nicht nur eine Chance. Es ist auch ein Test, der das wirkliche Interesse des Bewerbers prüft.
Fragen können sich um das Unternehmen im Allgemeinen oder um Vorgesetzte drehen. Hilfreich ist es etwa, mehr über den Führungsstil des Chefs zu erfahren. Die meisten Detailfragen gibt es sicherlich zur Arbeit selbst: Was sind die größten Herausforderungen im Job? Welche wesentlichen Ziele sollten im ersten Jahr erreicht werden? Und schließlich brennt den Bewerbern häufig die Frage unter den Nägeln, wann sie mit einer Entscheidung rechnen können.
Im Vorstellungsgespräch ergeben sich unzählige Fragen – von Seiten des Unternehmens und an das Unternehmen. Wer sich gründlich darauf vorbereitet, erhöht die Chancen auf einen Arbeitsvertrag erheblich.
Autor: Claudia Feuerer
Datum: 05/10
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