Online-Bewerbung – Step 2: Online-Tests
Online-Tests und E-Assessments helfen den Unternehmen bei der Vorauswahl ihrer Kandidaten. Der Vorteil für Bewerber: Es gibt keinen Nasenfaktor. Der Nachteil: Schummeln gilt nicht.

- Kein Nasenfaktor: Online-Tests sind objektiv. (Bild: iStockphoto/ NinaMalyna)
Das Internet ist auch im Personal-Management unverzichtbar geworden. Trotzdem kommen Online-Tests und Online-Assessments noch relativ selten zum Einsatz. Doch sie holen auf. „E-Assessment wird zumindest bei größeren Unternehmen ein Standardwerkzeug werden, so wie es die Online-Bewerbung heute schon ist“, prophezeit Joachim Diercks, Geschäftsführer des Anbieters von Online-Recruitment-Anwendungen Cyquest.
Diercks begründet seinen Optimismus mit den Vorteilen für die Unternehmen: „E-Assessments sind effizient und setzen die Logik der Online-Bewerbung fort – etwa digitaler Workflow oder datenbankgestützte Selektionsmöglichkeiten. Darüber hinaus können auch die getesteten Eigenschaften und Verhaltensweisen in die Vorauswahl einbezogen werden.“
Spielend bewerben
Bei den Online-Verfahren liegen die Schwerpunkte auf nachprüfbaren Kompetenzen. Dabei kommen fast immer Aufgaben zum mathematischen und logischen Verständnis, zur Sprachkompetenz und Intelligenztests vor. Mit simulierten Arbeitsaufträgen prüfen die Online-Assessment-Center oft auch Planungsverhalten, Flexibilität, Stressresistenz oder die Teamfähigkeit der Teilnehmer. Wegen ihres häufig unterhaltsamen Charakters werden die Online-Tests auch als Recruitainment bezeichnet.
Ohne Nasenfaktor
Der spielerische Aufbau der Tests ist aber nicht der einzige Vorteil für Bewerber. Joachim Diercks: „Innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums kann der Kandidat die Tests durchführen, wann er möchte, und das im eigenen, stressfreien Umfeld.“ Außerdem hält der E-Recruiting-Experte die Tests für objektiver: „Es gibt keinen Nasenfaktor bei der Beurteilung.“
Wichtig ist, dass die Bewerber für eine ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre sorgen. So lassen sich die Aufgaben am besten lösen. Eine wirklich stabile Internetverbindung sollte natürlich ebenfalls vorhanden sein. Die Fragen zu Persönlichkeit, Mathematik- oder Sprachkenntnissen ähneln oft einem Intelligenztest. Wer sich mit diesem Stil vorher vertraut macht, ist im Test schon einen Schritt weiter.
Im Realitäts-Check
Schummeln ist dagegen sinnlos. Online-Assessments nutzen Unternehmen zur Vorauswahl der Bewerber. Spätestens im Vorstellungsgespräch fallen Tricks auf. „E-Assessments dienen der sogenannten Negativselektion. Sie sollen möglichst treffsicher Kandidaten identifizieren, die die Anforderungen nicht erfüllen“, erläutert Diercks. „Die Positivauswahl, wer tatsächlich eingestellt wird, erfolgt immer noch von Mensch zu Mensch.“
Datum: 03/11
Autor: Heinz Peter Krieger
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