Social Networks & Co. – interaktiv zum Job
Die Web-2.0-Technologien haben nicht nur das Verhalten von Bewerbern verändert, sondern auch das der Personalentscheider. Bewerber sollten daher gut überlegen, was sie im Netz von sich preisgeben.

User nutzen das Internet nicht mehr nur als passives Abrufmedium, sondern bringen sich selbst ein. Das ist ein typisches Merkmal für die neue Generation des Internets. Dabei geht es nicht nur um den Spaßfaktor. Auch wer auf der Suche nach dem passenden Job ist oder sich bei einem Unternehmen bewirbt, nutzt vermehrt die Möglichkeiten des Web 2.0. Bewerbermessen in Second Life, soziale Netzwerke oder Videoportale – alles Möglichkeiten, sich zu positionieren und Recruiter auf sich aufmerksam zu machen.
Recruiting 2.0
Auch Unternehmen nutzen vermehrt 2.0-Technologien, um an begehrte Nachwuchskräfte heranzukommen. Nach Beobachtungen von Wolfgang Jäger, Professor für Betriebswirtschaftslehre am Fachbereich Medienwirtschaft der FH Wiesbaden, spielt es bei der Akzeptanz der neuen Technologien keine Rolle, welcher Branche ein Unternehmen angehört: „Die Unternehmen, die den größten Wettbewerb spüren, sind am aktivsten.“ Längst stellen sie auf ihren Karriereseiten nicht mehr nur Informationen über das Unternehmen in herkömmlicher Textform bereit.
Interaktive Karriereseiten
Vielmehr versuchen die Personaler, potenzielle Bewerber mit unterhaltenden Elementen an ihre Webseite zu binden: Videos zeigen zum Beispiel, wie der künftige Arbeitsplatz aussieht – vom Foyer über die Büros bis hin zum unternehmenseigenen Fitness-Studio. Wer lieber künftige Kollegen kennenlernen will, kann auch dies auf vielen Karriereseiten tun. Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen stellen sich und ihren Arbeitsbereich vor. Die User können ihnen Fragen stellen und erfahren so Informatives aus dem Unternehmen und Persönliches von den Mitarbeitern. Außerdem sind auf einigen Karriereseiten von Unternehmen interaktive Online-Tests zu finden, mit denen Bewerber herausfinden können, ob ihre Englischkenntnisse oder sozialen Fähigkeiten den Anforderungen des Unternehmens entsprechen.
Mit Video-Podcasts Unternehmen präsentieren
„Vor allem von Video-Podcasts versprechen sich Personalentscheider große Erfolge, da sie potenziellen Bewerbern einen authentischen audiovisuellen Einblick in das Unternehmen geben und gleichzeitig durch die Einbindung eigener Mitarbeiter die ‚Employee Brand’ stärken“, sagt Wolfgang Jäger. Auch Social Networks wie XING und StudiVZ seien bei Personalentscheidern beliebt. „Durch den hohen Vernetzungsgrad der User erhoffen sich viele Unternehmen Vorteile bei der Mitarbeiterrekrutierung.“
Bewerber-Recherche in Social Networks
Gleichzeitig nutzen Unternehmen das Internet, um sich vorab Informationen über Bewerber einzuholen. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass Personalentscheider die Namen der Bewerber googeln oder in sozialen Netzwerken aufstöbern. Laut der Studie „Web 2.0 im Personalmarketing“ der Fachhochschule Wiesbaden, die im Rahmen einer Diplomarbeit unter der Betreuung von Prof. Wolfgang Jäger durchgeführt wurde, gaben 64 Prozent der befragten Unternehmen an, schon einmal nach Informationen über Bewerber im Internet gesucht zu haben – gezielt in Social Networks oder durch die Eingabe des Namens in einer Suchmaschine.
Rund ums Bewerben
Erfolgreich bewerben in vier Schritten
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