Vorstellungsgespräch:
Nachbereiten für das nächste Mal
Nicht jedes Vorstellungsgespräch endet mit einem Arbeitsvertrag. Damit die nächste Bewerbung ein Erfolg wird, ist eine Nachbereitung das beste Rezept.

- Nach dem Vorstellungsgespräch sollten Bewerber den Termin nochmal Revue passieren lassen. (Bild: Fotolia/Robert Kneschke)
Informatiker sind gefragt. „Denn Deutschland läuft auf einen extremen Fachkräftemangel zu“, weiß Dr. Johannes Mainusch, Vice President Operations bei Xing. Trotzdem führt nicht jedes Vorstellungsgespräch zu einem Arbeitsvertrag. Wer jetzt realistisch die Gründe untersucht, woran er gescheitert ist, hat beim nächsten Mal einen besseren Stand.
Selbstkritisch analysieren
Woran hat es gelegen? Was ist falsch gelaufen? Diese Fragen sollten sich Bewerber stellen, die nach einem Vorstellungsgespräch eine Absage erhalten. An den Bewerbungsunterlagen kann es in diesem Fall nicht gelegen haben. Die konnten überzeugen, sonst wäre es nicht zum Vorstellungstermin gekommen. Also muss im Gespräch etwas danebengegangen sein.
Oft führt mangelnde Vorbereitung zu einer Absage. Für den Personaler ist das leicht daran zu erkennen, dass der Bewerber an den Punkten scheitert, die Teil jedes Vorstellungsgesprächs sind. Deutlich wird das etwa bei Rückfragen, die das Unternehmen schon auf der Homepage beantwortet hat.
Authentisch bleiben
Ähnlich steht es um den Lebenslauf. Verstrickt sich ein Bewerber in Widersprüche oder kann seinen Werdegang nicht präsentieren, zeugt auch das von fehlender Vorbereitung. Und nicht nur das. Kann der Bewerber nichts über sich erzählen, bringt das den Personaler oft ins Zweifeln. Denn der Lebenslauf ist häufig der Aufhänger, um den Menschen hinter dem Bewerber zu entdecken.
„Manche Bewerber denken, eine Rolle spielen zu müssen“, sagt Mainusch. Das kann aber den Jobeinstieg kosten. „Wenn wir nicht verstehen, was für ein Typ der Bewerber ist, sind auch wir verunsichert.“ Mit einem authentischen Auftritt haben Bewerber darum bessere Chancen als in einer aufgesetzten Rolle. Um zu verstehen, wie der Bewerber tickt, fragen Unternehmen etwa nach Geschichten, die Eindruck hinterlassen haben. Der Experte von Xing rät darum: „Bewerber sollten ein Erlebnis aus ihrem Leben bereithalten, von dem sie erzählen möchten.“
Richtig einschätzen
Häufig prüfen Personaler im Vorstellungsgespräch das Fachwissen mit Aufgaben oder Detailfragen. Wer dann aber etwa geforderte Programmiersprachen nicht beherrscht, hat schlechte Karten.
Was das Fachwissen angeht, ist es wichtig, sich richtig einzuschätzen. Bewerber sollten die eigenen Fähigkeiten auf keinen Fall massiv überbewerten. „Denn wir fragen Bewerber vorher, wie sie sich einschätzen und prüfen auf dem Niveau“, erklärt Mainusch. Dann kann es sein, dass der Bewerber den Aufgaben nicht gewachsen ist. So kann ein überschätztes Selbstbild zu einer Absage führen.
Dabei erwarten die Unternehmensvertreter nicht, dass Bewerber schon alles können. Im Vorstellungsgespräch kann ein Informatiker zu Wissenslücken stehen. Wenn er die Bereitschaft zeigt, daran zu arbeiten, sind kleine Schwachstellen im Fachwissen selten ein Ausschlusskriterium.
Auftreten anpassen
Auch das äußere Erscheinungsbild kann den Ausschlag geben. Zwar ist im Arbeitsalltag von Informatikern die Kleidung oft zweitrangig. Im Vorstellungsgespräch sollten Bewerber aber auf ihr Erscheinungsbild achten. Immerhin kommt es im Berufsalltag gelegentlich zu Kundenkontakt. Mit Anzug und Krawatte können Bewerber zeigen, dass sie die Geschäftsregeln kennen. Wer im Bewerbungsgespräch keinen Wert auf gepflegte Kleidung legt, kann sich so unwissentlich ins Abseits schießen.
Testlauf
Eine Analyse dieser Punkte kann Aufschluss geben, ist aber nicht immer ganz einfach. Es spricht nichts dagegen, beim Unternehmen, das abgesagt hat, direkt nachzufragen. Für die nächsten Bewerbungen kann es helfen, an sich zu arbeiten und es das nächste Mal besser zu machen. Denn Firmen der gleichen Branche haben oft sehr ähnliche Ansprüche. Auch wenn ein Vorstellungsgespräch erfolglos war, hat sich der Termin gelohnt. „Es schadet nichts, immer mal ein Gespräch mehr zu führen“, sagt auch Mainusch von Xing. „Dann weiß man, wie Vorstellungsgespräche ablaufen.“ Mit diesem Testlauf und einer gründlichen Nachbereitung fällt der nächste Termin dann leichter. Weiterlesen: Was Personalleiterin Stephanie Philipp über Feedback nach einem Bewerbungsgespräch sagt.
Datum: 07/10
Autor: Claudia Feuerer
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