Communitys für die Karriere
IT-Communitys machen Spaß. Und peppen ganz nebenbei Wissen und Karriere auf.
Musik dröhnt durch die dunkle Halle voller Computer, Tower, Kabel: Der Loop-Musik-Wettbewerb auf der Demo-Party Evoke in Köln ist in vollem Gange. Jetzt zeigt sich, wer die beste musikalische Endlosschleife programmiert hat. Über den Sieger stimmen die Teilnehmer selbst ab.
Wer sich in der Welt von Animationen und Musikkompositionen wohlfühlt, ist auf einer Demo-Party genau richtig. Diese Partys sind Seminar, Freizeitveranstaltung und Wettbewerb rund um digitale Kunst in einem. Die Teilnehmer gehen hier gemeinsam ihrem Hobby nach und programmieren Bilder, Musik oder Videos.
Ob Amiga, C 64, Loop-Musik, Wild, Games, ANSI/ASCII, 4 KB oder 64 KB: Je nach Begabung und Interesse können die Demo-Szener zwischen verschiedenen Wettbewerben wählen und ihre Fähigkeiten beweisen. Dabei entwickeln sie hier Problemlösungen, die sie auch im Beruf anwenden können. "Die Szene und der Job befruchten sich gegenseitig", sagt Christian Brand, Mitorganisator der Evoke und Pressesprecher von Digitale Kultur, einem Verein zur Unterstützung der Demoszene.
Bratwurst und Beruf
Demo-Partys bieten der Karriere aber noch mehr. Neben den Wettbewerben umfassen die Veranstaltungen auch Seminare zu verschiedenen Themen, etwa zu neuen Produkten oder Lizenzrecht. Als weltgrößte reine Demoparty bietet die Breakpoint in Bingen zusätzlich ein Jobforum.
Bei Musik, Bratwurst und Feierlaune geht es den Teilnehmern um jede Menge Spaß. Dass die Veranstaltung auch der Karriere helfen kann, tritt bei den meisten in den Hintergrund. Dabei sind Communitys ideal, um beruflich weiterzukommen.
Networking leicht gemacht
Denn Fachwissen alleine reicht Arbeitgebern schon lange nicht mehr. Viele Unternehmen suchen Bewerber, die über das Studium hinaus Zusatzqualifikationen sammeln. Ideal, wenn Informatiker mit persönlichen Interessen und Hobbys diesen Anforderungen gerecht werden können. Wettbewerbe, Netzwerke und Communitys sind perfekt, um zwischen fachkundigen Teilnehmern eigene Kompetenzen einzubringen, Wissen auszubauen und anzuwenden.
In den Communitys können sich Informatiker als Spezialisten beweisen und an ihrem Ruf arbeiten. Gleichzeitig sind diese Gruppen ideales Terrain für Networking. Denn hier trifft man auf Gleichgesinnte, die vielleicht für den Wunscharbeitgeber tätig sind. "Eine Teilnahme verbessert auf jeden Fall die Jobchancen", weiß Web-Designerin Marita Betz, die selbst Communitys aufbaut und besucht. "Viele Firmen sind durch Mitarbeiter oder Chefs vertreten. Perfekt, um Kontakte zu knüpfen und Neues zu lernen."
Hobby nutzen
Manche Teilnehmer sind sich dessen bewusst: "Ich habe gemerkt, dass ein Studium alleine nicht für eine Karriere reicht", sagt Philipp Wollermann, Informatikstudent an der Universität Freiburg. "Wenn man sich nicht während des Studiums hobbymäßig mit einem Thema beschäftigt, hat man hinterher ein Problem."
Die Hauptmotivation der Teilnehmer ist aber eine andere. "Es geht den Leuten nur um den künstlerischen Aspekt, nicht um die Karriere", sagt Christian Brand von Digitale Kultur. "Aber wer eine Demo in vier Kilobyte programmieren kann, arbeitet oft als Programmierer."

