Master of Science "Information Engineering": Freiräume für Informatiker
Von Mathias Heilig und Hans-Joachim Bieg
Die Wege zum Masterstudium "Information Engineering" führten zwei Informatiker aus verschiedenen Erststudiengängen zusammen an die Universität Konstanz. Mathias Heilig ist Diplom-Ingenieur (FH) und Hans-Joachim Bieg Diplom-Wirtschaftsinformatiker (BA).
Gemeinsam ist beiden, ihr Interesse an der "Mensch-Computer Interaktion" und ihr Wunsch, dieses in der Forschung zu vertiefen. Bereits im ersten Studium wünschten sich beide mehr Flexibilität für Schwerpunkte und persönliche Interessengebiete innerhalb der Informatik.
Bieg: "Nach dem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Berufsakademie habe ich zunächst als IT-Spezialist im Themenumfeld Lerntechnologie bei IBM gearbeitet. Nach diesem Praxisjahr interessierte mich eine wissenschaftliche Orientierung im Bereich Mensch-Computer-Interaktion. Bisher hatte ich hier keine ausreichende Flexibilität, weil die Möglichkeiten der Informatikthemen natürlich eng verbunden waren mit den organisatorischen Gegebenheiten des ausbildenden Unternehmens."
Heilig: "Bei der Wahl der Hochschule für das Masterstudium war der Schwerpunkt das entscheidende Kriterium."
Der Blick über den Tellerrand Information Engineering ist als Titel für ein Informatikstudium wenig verbreitet. An der Universität Konstanz umfasst dieser Studiengang unter anderem den Schwerpunkt "Mensch-Computer-Interaktion". Die Gewinnung, Selektion und Visualisierung von Daten und die "Übersetzung" zwischen Mensch und Maschine sind dabei zentrale Themen. Die Zusammenarbeit in kleinen Gruppen, der enge Kontakt zu den Professoren und die Jobs am Lehrstuhl ermöglichten den Masterstudenten eine Nähe zur Forschung und den neuesten Entwicklungen, von der sie heute noch profitieren.
Bieg: "Die Gelegenheit, auch fachfremde Veranstaltungen zu besuchen, war für mich neu und eine interessante Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken."
Heilig: "Ein möglichst weiter Fokus war auch mir sehr wichtig. Dafür sollte bei mir ein Auslandsaufenthalt sorgen – am liebsten in Schweden, für ein halbes Jahr. Ich bekam im Fachbereich große Unterstützung, auch ohne Prüfungsordnung. Die Vorbereitung des Auslandsaufenthalts war unkompliziert. In Schweden war es dann zusätzlich einfacher als gedacht, weil die Vorlesungen in Englisch gehalten werden, so dass es genügte, einen Sprachkurs vor Ort zu machen."
Forschung oder Praxis
Nach drei Semestern und absolvierter Masterarbeit blieben beide ihrem Schwerpunkt Mensch-Computer-Interaktion treu. Während Heilig sich mit der "Methodenentwicklung und Prozessoptimierung für die Entwicklung von Car-Infotainment-Systemen", in Kooperation mit Porsche, beschäftigte, wählte Bieg die "Design & Evaluation von neuen Eingabegeräten" zu seinem Thema.
Ob sie nach der Promotion weiter die wissenschaftliche Laufbahn verfolgen oder doch in die Praxis gehen, halten sich beide noch offen. Beim Fazit sind sich die Doktoranden jedoch sicher: Eine Orientierung nach persönlichen Interessen und auch Spaß beim Studieren ist die bessere und sogar Erfolg versprechendere Methode, als reinen Karrieregesichtspunkten zu folgen. Heilig: "Schließlich können sich die wirtschaftlichen Bedingungen in der Zeit zwischen dem Beginn des Studiums und dem Studienabschluss auch stark verändern."
