Weiterbildung virtuell
Wie sich Job und E-Learning problemlos verbinden lassen: Gerade für Berufstätige, die trotz Weiterbildungswunsch ihren Job nicht aufgeben möchten, bieten E-Learning-Angebote eine hervorragende Möglichkeit, zeitlich und örtlich flexibel zu lernen.

- (Bild: Adam Borkow/iStock)
Mittlerweile werden komplette Studiengänge virtuell, d.h. weitgehend internetbasiert, angeboten. Gelernt wird an einem beliebigen PC-Arbeitsplatz mit Internetanschluss, sodass keine Anwesenheit an der Hochschule notwendig ist. Die virtuelle Weiterbildung bietet viele Vorteile: Je nach persönlichen Bedürfnissen können die Lernzeiten individuell geplant werden, es müssen keine Präsenzvorlesungen am Hochschulort besucht werden, und das Lerntempo sowie teils die Inhalte sind oft selbst bestimmbar.
Selbstmotivation für E-Learning notwendig
Der hohe Selbstbestimmungsgrad kann sich allerdings auch als hinderlich erweisen. Das nötige Maß an Selbstmotivation und Durchhaltevermögen ist ungleich höher als bei vergleichbaren Präsenzkursen mit festen Terminvorgaben. Ein genaues Bild des persönlichen Lernstils ist wichtig, um nach einer ehrlichen Selbsteinschätzung einen realisierbaren Plan entwerfen und Beruf, Weiterbildung und Freizeit vereinbaren zu können. Unrealistische "gute Vorsätze" sind oft nicht umsetzbar, was zu Frustration und Misserfolgen führen kann. Ein Wochenplan, der feste Lernzeiten vorsieht und die gesamte Semesterlaufzeit abdeckt, kann eine wertvolle Hilfe sein, um genügend Zeit für die Weiterbildung zu reservieren. Ebenso sollte man Grenzen setzen, sodass Arbeit und Freizeit nicht durch das Fernstudium beeinträchtigt werden.
Wird das Privatleben durch die Weiterbildung zum Problem?
Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der persönlichen Rahmenbedingungen. Die Tatsache, dass der gewohnte Tagesablauf über einen längeren Zeitraum hinweg umzugestalten ist, lässt Partner, Familie und Freunde zunächst in den Hintergrund treten. Gleichzeitig muss das soziale Umfeld in Krisenzeiten verstärkt Unterstützung leisten. Deswegen sollten längerfristige Weiterbildungsvorhaben unter Einbeziehung von Familie bzw. Freunden geplant werden. Isolierung und Vereinsamung, angebliche Folgen eines Internetstudiums, können so gar nicht erst entstehen.
Kommilitonen auch beim E-Learning
Der Mangel an zwischenmenschlichen Kontakten, der manchmal als großes Manko virtueller Angebote angeführt wird, ist meist nicht so ausgeprägt wie vermutet. Der persönliche Austausch kann durch den Einsatz vielfältiger Kommunikationsmittel im E-Learning mehr als ausgeglichen werden. Oft ist der Grad an Interaktion zwischen den Studierenden, aber auch mit Tutoren und Dozenten höher als im regulären Studium.
Wie studieren?
Hilfreich können Studienkonzepte sein, die bereits während der Selbststudiumsphase bewertete Aufgaben vorsehen. Feedback von Tutoren und das Einfließen der Ergebnisse in die Gesamtbewertung fördern eine kontinuierliche Beschäftigung mit den Inhalten, auch der Leistungsdruck wird gemindert. Aufschlussreich sind auch Erfahrungsberichte von Absolventen oder Kursteilnehmern, aus denen detaillierte Informationen über den tatsächlichen Ablauf einer Veranstaltung gewonnen werden können. Objektive Qualitätsunterschiede zwischen den verfügbaren Angeboten gibt es natürlich trotzdem. Auch im Bereich der E-Lehre gilt wie für alle (Weiter-) Bildungsangebote: Eine Qualitätsprüfung ist wichtig, z.B. in Form einer Akkreditierung.
Mit E-Learning in die Zukunft investieren
Zu den Investitionen, die für eine Weiterbildung zu tätigen sind, gehören nicht nur der Zeitaufwand und die anfallenden Studiengebühren. Hinzu kommen auch Ausgaben für die Bücherbeschaffung oder den Internetzugang, Fahrtkosten für Präsenztreffen und Prüfungen oder auch unbezahlte Urlaubstage. Über die Fördermöglichkeiten, die von steuerlicher Seite oder durch den Arbeitgeber offen stehen, sollte man sich daher bereits im Vorfeld erkundigen.
Über die Autorin
Sylvia Derra, 30, betreut als Koordinatorin den virtuellen Weiterbildungsstudiengang Wirtschaftsinformatik (VAWi) an der Universität Bamberg.
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