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Insolvenzrecht: Interview

Mehr über Michael Frege

Michael Frege, Bruder von Toten-Hosen-Sänger Campino, ist einer der renommiertesten Insolvenzrechtler Deutschlands. Im Interview mit Staufenbiel erzählt er, wie seine Karriere begann und was Insolvenzrechtler mit Notärzten gemeinsam haben.

Frege: "Wer das Zivilrecht gut beherrscht, wird auch im Insolvenzrecht gut zurechtkommen." (Bild:Dr. Michael C. Fege / privat)
Frege: "Wer das Zivilrecht gut beherrscht, wird auch im Insolvenzrecht gut zurechtkommen."

Schon Ihr Vater und Ihr Großvater waren Juristen. Wie sehr hat Sie diese Tatsache bei der Studienwahl geprägt?
Die Tradition in der Familie hat mich sicher geprägt. Die juristische Argumentation und Denkweise faszinierte mich. Deshalb stand mein Entschluss immer schon fest: Ich wollte Jura studieren. Wo und wie haben Sie Ihre Karriere begonnen? Einen Tag nach meiner Examensprüfung fing ich in einer mittelständischen Kanzlei in Düsseldorf an. Nach zwei Jahren Anwaltstätigkeit in dieser Kanzlei bin ich zu CMS Hasche Sigle gewechselt.

Wie sind Sie zum Fachgebiet Insolvenzrecht gekommen?
Das Fachgebiet Insolvenzrecht hat mich von Anfang an interessiert. Ich habe mich bereits im Studium damit befasst. Was ist für Sie das besonders Spannende an diesem Fachgebiet?  Besonders interessant an diesem Fachgebiet ist die Schnittstelle zwischen Recht und Wirtschaft. Als Insolvenzverwalter muss man juristische Herausforderungen lösen. Die Rechtspositionen stehen auf der Probe. Komplexe rechtliche Fragen müssen gelöst werden. Gleichzeitig bin ich als Unternehmer efordert. Das Unternehmen muss restrukturiert werden. In der Krise muss ich oft wichtige unternehmerische Entscheidungen treffen.

Ist das der Grund, weshalb Sie zusätzlich auch Betriebs- und Volkswirtschaft studiert haben?
Die zusätzliche Ausbildung in Betriebs- und Volkswirtschaft kommt meiner Arbeit zugute. Dadurch fällt es mir leichter, betriebswirtschaftliche Fragen zu lösen. Sie sind mittlerweile einer der bekanntesten Insolvenzrechtler in Deutschland.  Was ist Ihr Geheimrezept? Bei meiner Arbeit ist der Umgang mit Menschen besonders wichtig. Daher habe ich mich in diesem Bereich weiter ausgebildet. Wichtig für den Erfolg ist die richtige Kommunikation mit Mitarbeitern und Betroffenen. Darin liegt ein Eckpfeiler des Erfolges.

Welche Fähigkeiten müssen Nachwuchsjuristen mitbringen, die in diesem Gebiet arbeiten möchten?
Jungen Juristen empfehle ich, sich insbesondere im Zivilrecht auszubilden. Wer das Zivilrecht gut beherrscht, wird auch im Insolvenzrecht gut zurechtkommen.

Welche Insolvenz-Fälle gehören aktuell zu Ihrem Alltagsgeschäft?
Im Alltagsgeschäft kümmern wir uns hauptsächlich um mittelständische Unternehmen – zum Beispiel um Baufirmen, Gastronomie- und Handelsbetriebe. In meiner Karriere gab es viele komplexe Fälle. Ein bedeutender Fall war ein Streit zwischen zwei Städten, in dessen Folge die Insolvenz einer städtischen Tochtergesellschaft drohte. Hier musste ich auf verschiedenen politischen Ebenen verhandeln.

Häufig werden Sie als Insolvenzverwalter eingesetzt. Was sind dann Ihre Aufgaben?
Der Insolvenzverwalter übt ein öffentliches Vollstreckungsamt aus. Seine Rechte und Pflichten sind in der Insolvenzordnung festgelegt. Grob gesprochen hat er die Aufgabe, die Rechte und Pflichten aller am Insolvenzverfahren Beteiligten ordnungsgemäß zu berücksichtigen und zu wahren. Dabei muss er für einen ordnungsgemäßen Ablauf des Insolvenzverfahrens sorgen. Die wichtigsten Aufgaben hierbei sind die Sicherung der Insolvenzmasse, deren Verwahrung und später Verwertung. Danach verteilt er den Verwertungserlös auf die berechtigten Gläubiger. Weiterlesen: Werden Sie dabei immer mit offenen Armen empfangen?

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