Berufsfelder für Chemiker
Schon die einzelnen Fachgebiete innerhalb der Chemie, die beispielsweise von der organischen über die anorganische, die Biochemie, die physikalische, die technische oder die pharmazeutische Chemie reichen, sind zahlreich. So kommt es auch, dass ein ähnlicher Studienverlauf zu ganz unterschiedlichen Karrierewegen führen kann.

Überwiegend arbeiten Chemiker in der chemischen, pharmazeutischen und in der Lebensmittelindustrie. Laut Bundesagentur für Arbeit interessieren sich unterschiedliche Wirtschaftszweige für sie: Spitzenreiter für Chemiker war der Bereich Forschung und Entwicklung mit 18 Prozent der Stellenmeldungen. Aus der chemischen Industrie kamen 16 Prozent offene Stellen, weitere Arbeitgeber waren Universitäten, private Arbeitsvermittler, der Handel, Krankenhäuser, Unternehmensberatungen, Verbände sowie Unternehmen des Fahrzeugbaus und der Messtechnik.
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Chemiker in den Life-Sciences
Ein wichtiges Berufsfeld für Chemiker ergibt sich in den Life-Sciences. In diesem stark interdisziplinär ausgerichteten Bereich, der unter anderem die Biotechnologie, die Gentechnologie und die Gesundheitsforschung umfasst, ist eine Kombination von naturwissenschaftlichen, ingenieurwissenschaftlichen und Management-Qualifikationen oft unabdingbar. In der Gentechnik und der molekularen Genetik, z.B. in der Herstellung von Hormonen oder maßgeschneiderten biologischen Wirkstoffen bieten sich vor allem Chancen für Biochemiker. Für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte – von Gummi bis Kosmetika – werden Chemiker häufig gesucht, aber auch im Rahmen der erneuerbaren Energien oder der Nanotechnologie. In der Verfahrenstechnik und Produktion sind sie dafür zuständig, dass die Produktion problemlos läuft.
Chemiker in multidisziplinären Tätigkeitsfeldern
Im Trend liegen auch multidisziplinäre Tätigkeiten an der Grenze von Chemie und Biologie, beispielsweise in der biomolekularen Nanotechnologie. Wer einen sicheren Blick für Kosten hat, eignet sich auch als Forschungsmanager im Rahmen der Entwicklung neuer analytischer Prüf- und Messmethoden. Neue Tätigkeitsfelder ergeben sich laut Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter in der chemischen Industrie (VAA) aufgrund gesetzlicher Auflagen und geänderter Produktionsweisen – beispielsweise in der Elektroindustrie bei der Herstellung von Halbleitern, in der Druckindustrie (Photodruck) oder in der keramischen und Glasindustrie. Auch wenn es um die Entwicklung speziell für die chemisch-pharmazeutische Produktion zugeschnittener Software geht, sind Chemiker mit Informatik-Kenntnissen gefragt.
Chemiker mit BWL-Kenntnissen
Für Chemiker mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen bietet die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Forschung und Marketing wie beispielsweise im Verkauf und Vertrieb von Medikamenten oder Laborgeräten, im Produktmanagement im Einkauf oder im Controlling und in der Unternehmensberatung ebenfalls eine spannende Alternative. Aber auch im Patentwesen oder auf Dokumentations- und Informationsstellen oder in der Medikamentenzulassung bieten sich interessante Perspektiven.
Datum: 9/07
Autor: Rebekka Baus
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