Versicherung
Mathematiker finden in der Versicherungsbranche einen interessanten Arbeitsplatz. Auch Physiker sind in unterschiedlichen Arbeitsbereichen gefragt.

Ein Versicherungsunternehmen ohne Mathematiker? Undenkbar. Sie berechnen Risiken, Prämien und Rücklagen oder arbeiten mit Zahlen zur betrieblichen Altersvorsorge. Zu den statistischen Instrumenten gehören dabei auch Sterbetafeln mit den voraussichtlichen Lebenserwartungen verschiedener Bevölkerungsgruppen. Ohne Rechenkünstler geht hier nichts.
Risiken kalkulieren
Für Versicherungen sind statistisch abgesicherte Vorhersagen buchstäblich überlebenswichtig. Schließlich werden Risiken versichert, die oft erst nach jahrzehntelanger Vertragslaufzeit eintreten und die Einzahlungen des betroffenen Kunden möglicherweise um ein Vielfaches übersteigen. Für Lebensversicherer hätte es auch wirtschaftliche Konsequenzen, wenn die durchschnittliche Lebenserwartung schneller stiege als von den Versicherern vorhergesagt und vereinbarte Renten entsprechend länger ausgezahlt werden müssten.
Im Finanzanlagegeschäft werden Mathematiker ebenfalls häufig gebraucht. Kapitalmanagement, Marktforschung, Risikoanalyse und Risikocontrolling oder die IT sind deshalb typische Arbeitsbereiche für Mathematiker. Das gilt oft auch für Physiker, die die Versicherer wegen ihrer analytischen Fähigkeiten und Problemlösungsorientierung schätzen.
Eine besondere Aufgabe haben Aktuare. Versicherungen, die langfristige Leistungsgarantien eingehen, sind in Deutschland verpflichtet, einen verantwortlichen Aktuar einzusetzen. Aktuare sorgen dafür, dass diese Leistungen auch erfüllt werden können. Sie prüfen, ob Rückstellungen und Eigenkapital dafür ausreichen, und müssen deshalb die unternehmerischen Risiken erkennen.
Lösungen erarbeiten
Berufseinsteiger müssen sehr gute mathematische Kenntnisse mitbringen und sich schnell in wirtschaftliche Zusammenhänge einarbeiten können. Sie sollten in der Lage sein, komplexe Sachverhalte systematisch zu analysieren, Probleme zu identifizieren und kreativ und flexibel passende Lösungen zu erarbeiten – ein Anforderungsprofil, das Mathematiker und Naturwissenschaftler für Arbeitgeber so attraktiv macht. Nur am überzeugenden Auftreten darf es dabei nicht fehlen, denn Kommunikationsstärke ist in der Versicherungsbranche genauso wichtig wie brillantes Rechnen.
Datum: 09/10
Autor: Heinz Peter Krieger
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