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Assessment Center: Auf Herz und Nieren

Die Einladung zum Assessment Center ist erst einmal ein gutes Zeichen. Trotzdem überwiegt bei vielen Naturwissenschaftlern die Nervosität. Kein Wunder: Assessment Center sind für die meisten Bewerber Neuland und die Überraschungsmomente machen Angst.

Hinter dem Begriff "Assessment Center" verbirgt sich ein Bewertungs- und Beurteilungsverfahren, das aus einer Kombination verschiedener Verhaltens- und Arbeitsproben besteht. Typische Qualifikationen, die hier getestet werden, sind zum Beispiel soziale Kompetenz, Kommunikations-, Durchsetzungs- und Teamfähigkeit, Organisationsvermögen oder auch Führungsverhalten. Der Vorteil für die Unternehmen: Die Übungen des Assessment Centers können bereits auf konkrete Situationen aus der beruflichen Praxis zugeschnitten werden.

Stärken und Schwächen testen

Die Unternehmen möchten in einem Assessment Center die persönlichen Stärken und Schwächen der Bewerber kennenlernen. Fachliche Leistungen spielen eher eine untergeordnete Rolle. Im Idealfall werden die Aufgaben im Hinblick auf die zu besetzende Position und ihr Anforderungsprofil zusammengestellt. Das macht es schwierig, sich mithilfe eines Buchs oder Seminars umfassend auf ein Assessment Center vorzubereiten. Bei den zahlreichen Übungen, die in der Literatur vorgestellt werden, handelt es sich um Beispielaufgaben. Anhand derer kann man immerhin die Zielsetzung einzelner Aufgabentypen und die Bewertungsschwerpunkte kennenlernen und dadurch in der Praxis mehr Selbstvertrauen und Gelassenheit gewinnen. Wenn mit der Einladung zum Assessment Center keine Informationen zum Ablauf und zur Art der Übungen gesandt werden, sollte man bei der Personalabteilung um entsprechende Informationen bitten. Parallel sollte man aber auch selbst Recherchen über die Firmenstruktur und die Anforderungen der angestrebten Position anstellen. Aus diesen Informationen kann man dann eventuell erschließen, worauf es in den Übungen ankommt.

Natürlich bleiben

Was jedoch fast nie funktioniert: im Assessment Center eine Rolle zu spielen, von der man glaubt, dass sie in der zu besetzenden Position erwartet wird. Der Versuch, sich zu verstellen, führt eher zu einem schlechteren Abschneiden. Besser ist es, den Rat von Personalern zu befolgen: „Seien Sie Sie selbst – und nutzen Sie die Chance zu zeigen, was in Ihnen steckt! Hätten Sie nichts zu bieten, wären Sie kaum eingeladen worden.“ In aller Regel versucht das Unternehmen, den Teilnehmern die Unsicherheit und Nervosität zu nehmen, damit in der Testsituation ein möglichst natürliches Verhalten gezeigt wird. Auch wenn es unrühmliche Ausnahmen gibt: Negativberichte von ehemaligen Assessment-Center-Teilnehmern sollten nicht überbewertet werden. Selbst wenn das Jobangebot im Anschluss an das Assessment Center ausbleibt, war die Teilnahme nicht umsonst: In aller Regel wird ein Feedback-Gespräch angeboten, in dem die Stärken und Schwächen des Bewerbers detailliert analysiert werden – und das kann schon beim nächsten Assessment Center der Schlüssel zum Erfolg sein.

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