Forschungskooperationen: Der Eindruck bleibt
Fachlich auf dem neuesten Stand, aber auf dem Arbeitsmarkt keinen Fuß in der Tür – das ist eine Situation, die viele Naturwissenschaftler fürchten. Forschungskooperationen helfen, frühzeitig die Arbeit in der Industrie kennenzulernen.

- Forschungskooperationen - eine Win-win-Situation (Bild: Giovanni-Meroni / Istockphoto)
Kooperationen zwischen der akademischen Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten Entwicklung in der Industrie sind Win-win-Situationen. Auf der einen Seite profitieren die jungen Forscher: Sie erhalten Einblicke in die industriellen Anforderungen ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Die Unternehmen erhalten gleichzeitig Zugang zu aktuellen Erkenntnissen aus den Hochschulen.
Studenten der Naturwissenschaften sind es gewohnt, dass sie reine Grundlagen erforschen und ihre Ergebnisse erst Jahre später in Fachbüchern abgedruckt sehen. In einer Forschungskooperation können sie die Relevanz ihres Fachwissens im täglichen Leben spüren. Nicht selten integrieren die Unternehmen die mit den Studenten erarbeiteten Ergebnisse direkt in den Entwicklungsoder Herstellungsprozess – ein tolles Gefühl für die beteiligten Nachwuchsforscher.
Mit Forschungskooperationen Eindruck hinterlassen
Bei aller guten Planung und Vorarbeit: Die beste Industriekooperation ist keine Garantie für einen wegweisenden Durchbruch in der Forschung, denn Experimente oder sogar ganze Projekte können auch scheitern. Für Studenten ist diese Erfahrung aber viel Wert. Wissenschaftler erleben in ihrer Arbeit häufig solche Rückschläge, bis ein lang ersehnter Fortschritt erreicht wird. Im öffentlichen Fokus steht zwar meist der erfolgreiche Abschluss eines Projekts. Für die beteiligten Forscher sind aber oft die Lerneffekte während der Vorbereitung und Durchführung viel größer.
Gleichzeitig ist die Teilnahme an einer Forschungskooperation eine hervorragende Möglichkeit für Studenten und Doktoranden, bei einem potenziellen Arbeitgeber einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ein großer Vorteil gegenüber vielen Praktika ist die projektbezogene und unmittelbare Betreuung.
Vom Forscher zum Bewerber
Unabhängig davon, ob es sich um ein Forschungsprojekt während des Studiums, um eine Abschlussarbeit oder eine Promotion handelt: Je länger und intensiver die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ist, desto mehr können die Absolventen darauf hoffen, später ein Jobangebot zu erhalten. Die Arbeitgeber ersparen sich dadurch schließlich die langwierige Auswahl aus Bewerbern, deren Fähigkeiten und Persönlichkeit sie erst noch kennenlernen müssten. „Die Studenten erhalten während dieser Zeit einen guten Einblick in die Projekte und die allgemeinen Abläufe. Und die erarbeitete Expertise ist auch für das Unternehmen wertvoll“, erklärt Philine Dobberthien, Leiterin eines Technologieprojekts beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim die Vorteile für die Industrie.
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Grundlagenforschung lohnt
Das Dreiecksverhältnis zwischen Studenten, Hochschule und Industrie scheint manchmal noch etwas komplizierter als das klassische Studium mit Laborpraktika und Abschlussarbeit an der Uni. Die zusätzliche Mühe lohnt sich aber fast immer. Denn die anwendungsbezogene Grundlagenforschung, die bis vor zehn Jahren noch utopisch klang, bekommt heutzutage mehr und mehr Bedeutung.
In so innovationsgetriebenen Branchen wie den Life Sciences brauchen Unternehmen regelmäßig echte Fortschritte, um die eigene Marktposition zu sichern oder auszubauen. Möglich ist das nur durch wegweisende Erkenntnisse in der Grundlagenforschung – im Idealfall über Forschungskooperationen zwischen Akademie und Industrie.
Datum: 8/10
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Über die Autorin
Anna Bode, Jahrgang 1985, schloss kürzlich ihr Master-Studium an der Universität Heidelberg in Molecular Biosciences ab. Seit zwei Jahren ist sie im Vorstand der btS, der größten deutschen Studenteninitiative der Life Sciences, aktiv. Die btS organisiert mit ihren mehr als 600 aktiven Mitgliedern jährlich etwa 200 Veranstaltungen im Dreieck zwischen Studenten, Hochschulen und Industrie. Die Events, zu denen Kontaktmessen, Studentenkongresse, Exkursionen, Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen gehören, finden an 24 Hochschulstandorten in Deutschland statt.





