Biotechnologie: Gesundes Wachstum
Die Biotechnologie gilt als Jobmotor für Naturwissenschaftler. Neben der Entwicklung von Arzneimitteln spielen gentechnisch hergestellte Enzyme eine immer größere Rolle. Naturwissenschaftler finden hier neue Perspektiven – auch jenseits der Forschung.

- Große Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Chemie und Landwirtschaft kommen ohne Biotechnologie nicht mehr aus. (Bild: Benjaminet / Fotolia)
Die Biotechnologie ist zu einer Schlüsselbranche geworden: Große Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Chemie und Landwirtschaft kommen ohne sie nicht mehr aus. So lag etwa der Anteil der Pharmazeutika, die in Deutschland biotechnologisch hergestellt werden, schon 2008 bei 16 Prozent. Weltweit nimmt Deutschland Platz zwei in der Produktion von Biopharmazeutika ein.
Durch die Wirtschaftskrise ist die Biotech-Branche relativ unbeschadet gekommen. Sie ist stabil und kann sogar ein leichtes Wachstum vorweisen. Nimmt man Industrie und Forschungseinrichtungen zusammen, arbeiten in Deutschland rund 60.000 Menschen im Bereich Biotechnologie. Auch wenn der große Biotech-Boom der späten 90er-Jahre verebbt sein mag, gibt es immer noch jedes Jahr eine respektable Zahl von Neugründungen.
Biotechnologie hat viele Farben
Rot, weiß, grün, neuerdings auch noch gelb, blau und grau – was bedeuten diese Farben in der Biotech-Branche? Die rote Biotechnologie ist die größte Sparte und befasst sich mit medizinisch- pharmazeutischen Themen. Dazu gehören etwa die Zelltherapie – zum Beispiel die Entwicklung von Antikörpern für Therapien – oder Diagnostika für Krankheiten. Der Hauptumsatz der roten Biotechnologie wird allerdings mit Laborreagenzien und Dienstleistungen erzielt.
In der grünen Biotechnologie geht es um Forschung an Pflanzen, vor allem mit dem Ziel, optimierte Nutzpflanzen herzustellen. In Deutschland hat dieser Forschungszweig einen schweren Stand, da er von Teilen der Gesell schaft und Politik abgelehnt wird. Die Zahl der Unternehmen in diesem Bereich geht hierzulande deshalb zurück. Grüne Biotechnologie wird heute kommerziell hauptsächlich von großen internationalen Konzernen vorangetrieben.
Wachstumspotenzial hat die Herstellung von Enzymen und Biomaterialien
Weiße Biotechnologie bezeichnet die industrielle Herstellung von Enzymen und neuen Biomaterialien, zum Beispiel Waschmittelenzyme oder Biofuels. Dieser Sektor ist noch relativ klein, hat aber im Moment das größte Wachstumspotenzial. Denn er beeindruckt mit innovativen Ansätzen, die zudem als umweltfreundlich gelten.
Die weiteren Farben der Biotechnologie- Palette haben wirtschaftlich noch keine größere Bedeutung. Grau steht für die Umweltbiotechnologie, gelb wird mit der Lebensmittelindustrie assoziiert, blau mit der Meeresbiologie. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen den Bereichen. So spielen gentechnisch hergestellte Enzyme (weiß) nicht nur in Waschmitteln, sondern auch bei der Käseherstellung (gelb) eine wachsende Rolle. Weiterlesen: Was bietet der Produktionsstandort Deutschland?
Jobs & Arbeitgeber
Finden Sie hier Jobs und Arbeitgeber für Naturwissenschaftler:





