Expertentipp: Risk Management in der Versicherungswirtschaft
Ein Wirbelsturm fegt über die Stadt und beschädigt viele Häuser. Zufällig ist ein Großteil davon beim gleichen Unternehmen versichert. Ein solcher Fall macht sich auch bei größeren Versicherern in der Bilanz bemerkbar.

- Dr. Carsten Hoffmann, Chief Risk Officer bei der AXA Konzern AG. (Bild: AXA)
Risikopotenzial bergen aber auch Kapitalanlagen, in denen Versicherer die Prämien anlegen, oder operationale Prozesse, etwa wenn das Rechenzentrum ausfällt. Risk Manager bewerten solche Risiken anhand mathematischer Modelle und statistischer Methoden. Sie stellen sicher, dass ein Unternehmen auch bei Eintritt des schlimmsten anzunehmenden Falles handlungsfähig bleibt. Der Bedarf an Risikomanagern ist groß. Denn mit Solvency II wird eine neue, staatliche Richtlinie für die Bildung des Eigenkapitals von Versicherungsunternehmen eingeführt.
Affinität zu Zahlen
Die Aufgabe, die EU-weiten Vorgaben in der Praxis umzusetzen, wirkt sich besonders auf das Risikomanagement aus. Denn die Versicherer müssen Risikokennzahlen künftig noch tiefer in ihre Steuerung integrieren. Daher haben Mathematiker, Naturwissenschaftler und Betriebswirte mit einer Affinität zu Zahlen gute Einstiegs- und Karrierechancen. Neben analytischen Fähigkeiten erfordert der Job des Risikomanagers immer mehr kommunikative Kompetenz. Sie müssen die berechneten Größen und deren Entwicklung nicht nur Kollegen anderer Abteilungen präsentieren, sondern auch an den Vorstand berichten.
Ein Trainee-Programm im Finanzressort erleichtert den Einstieg. Nach eigenen Interessen und Fähigkeiten kann der Einsteiger Schwerpunkte setzen, verschiedene Bereiche wie Risikomanagement, Controlling oder Rechnungswesen kennenlernen und auf diese Weise ein persönliches Profil entwickeln.
Über den Autor
Dr. Carsten Hoffmann, Jahrgang 1974
Position: Chief Risk Officer
Unternehmen: AXA Konzern AG
Studium: BWL/Wirtschaftswissenschaften (Universität Köln/Università Commerciale Luigi Bocconi Mailand)

