Einstieg in die Versicherungsbranche: Auf Nummer sicher
Weltweite Ziele, immer neue Aufgaben, bunt gemischte Teams: Die Arbeit in der Versicherungswirtschaft bietet ständig Neues. Doch ist dafür auch volle Konzentration gefordert.
Rund vier Milliarden Euro – damit war die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika gut versichert. So hoch schätzte die Versicherungsbranche die Summe für alle Ausfallrisiken beim Sportereignis. Das umfasste etwa höhere Gewalt, abgesagte Spiele und damit fehlende Ticketumsätze, oder herabstürzende Scheinwerfer, die einen Spieler verletzen könnten.

- Die ausklingende Krise ist auch an der Versicherungswirtschaft nicht spurlos vorübergezogen. Trotzdem gab wenig schlechte Nachrichten. (Bild: piskunov/istockphoto)
Schutz für alles
Versichern lässt sich im Prinzip alles. „Die Frage ist aber, zu welchem Preis und mit welchen Risiken“, sagt Marc-Oliver Dorn, Mitarbeiter Human Resources bei der Hannover Rückversicherung AG. Die Besonderheit liegt darin, ob der Anbieter ein Erst- oder Rückversicherer ist. Erstversicherungen beziehen sich auf Geschäfte mit Personen oder Institutionen. Rückversicherungen über- nehmen einen Teil der Risiken, die Erstversicherer im direkten Kundenkontakt eingegangen sind. Sind die Kosten und Risiken sehr hoch, geben die Zweit-versicherer einen Teil an andere Rückversicherungen ab. „Die Aufgaben der Rückversicherung fangen da an, wo sie bei der Erstversicherung aufhören“, fasst Dorn zusammen.
Sicher arbeiten
Die ausklingende Krise ist auch an der Versicherungswirtschaft nicht spurlos vorübergezogen. Trotzdem kamen aus der Branche nur wenige schlechte Nach- richten. Wie krisensicher die Branche ist, zeigt sich etwa daran, dass kein deutsches Versicherungsunternehmen Hilfe beim Rettungsfonds der Bundes-regierung beantragt hat. Rund 470000 Menschen in Deutschland verdienen ihr Geld in der Branche, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungs-wirtschaft. Den größten Teil machen die Angestellten im Innen- und Außen-dienst aus, aber auch Versicherungsmakler und selbstständige Vertreter.
Gemeinsame Erfolge
Gerade bei Rückversicherern arbeiten Spezialisten aus verschiedenen Bereichen eng zusammen. „Das geht gar nicht anders, denn sehr viele spezifische Fach- fragen müssen geklärt werden“, erläutert Marc-Oliver Dorn von der Hannover Rückversicherung. Wenn es etwa darum geht, eine Bohrinsel zu versichern, sind viele Punkte zu klären: Wie hoch sind die Risiken, was sind die juristischen Grundlagen vor Ort und wie sind die geologischen Umstände? Da ist die Meinung von Mathematikern, Rechtsexperten und Geologen gefragt.
Auf dieser Grundlage entscheiden Underwriter, zu welchen Bedingungen eine Versicherung abgeschlossen werden kann. Sie analysieren, beurteilen und gestalten den Versicherungsvertrag. Schließlich unterzeichnen sie das fertige Dokument – daher der Name Underwriter. Der Underwriter ist ein klassischer Job für Wirtschaftswissenschaftler. Ebenso klassisch ist der Beruf des Aktuars. Er schätzt Versicherungs-, Anlage- und Liquiditätsrisiken ein und bewertet sie. Wirtschaftswissenschaftler arbeiten außerdem im Controlling oder der Konzernrechnungslegung. Lesen Sie im nächsten Abschnitt, wie Sie am besten einsteigen können.
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