Bewerben auf Messen: Optimal präsentieren
Dr. Erwin Hoffmann, Personalentwickler bei Warth & Klein GmbH erläutert, wie der Messe-Besuch bestmöglich für die eigenen Karriere-Chancen genutzt werden kann.

- Auf einer Messe sollten Bewerber in erster Linie mit Unternehmen sprechen, die für Sie wirklich interessant sind. (Bild: Staufenbiel Institut)
Persönlicher Kontakt beim Messebesuch entscheidend
Der Besuch von Bewerbermessen stellt sowohl für Studierende und Absolventen als auch für die Unternehmen eine gute Chance dar, sich bestmöglich und dreidimensional auf dem „Arbeits-Markt-Platz“ – und damit gegenüber den „Kunden“ und der „Konkurrenz“ – zu präsentieren. Den Bewerbern bieten sie die Möglichkeit, in direkten persönlichen Kontakt mit Unternehmensvertretern zu kommen. Hier gibt es die Chance, sich umfassend zu präsentieren und in Gesprächen nicht nur über Hard Facts zu sprechen, sondern auch Soft Skills „live“ zu präsentieren. Diese Chance sollte bestmöglich genutzt werden.
Vor dem Messebesuch Ziele setzen
Hierzu einige konkrete Tipps: Setzen Sie sich für den Messebesuch und für jedes Gespräch Ziele. Überzeugen Sie den Gesprächspartner von ihrer beruflichen Zielstrebigkeit. Alles andere kann im wahrsten Sinne des Wortes „ziellos“ wirken. Informieren Sie sich umfassend über die Firmen und deren Branche, mit denen Sie ins Gespräch kommen wollen. Das Internet bietet hierzu umfangreiches Material. Je besser Sie vorbereitet sind, desto gezielter werden Ihre Fragen sein, und Sie werden einen wesentlich positiveren Eindruck hinterlassen. Besuchen Sie deshalb auch die Unternehmenspräsentationen der favorisierten Firmen vor Ort. Im Gespräch am Messestand können Sie an die Präsentation anknüpfen.
Das Gespräch mit ausgesuchten Unternehmen suchen
Suchen Sie das Gespräch in erster Linie mit Unternehmen, für die Sie sich wirklich interessieren. Der Messebesuch wird so wesentlich effizienter. Weisen Sie bei den Gesprächen darauf hin, auf welchem Level Sie sich bezüglich ihrer Berufsplanung befinden, ob Sie sich also über das Unternehmen nur ganz allgemein informieren möchten oder ob Sie zielgenau nach einer Beschäftigungsmöglichkeit in diesem Unternehmen suchen.
Es mutet auf Messen immer wieder etwas seltsam an, wenn von einem Bewerber betont wird, wie sehr er sich für eine bestimmte Position in genau diesem Unternehmen und der Branche interessiert, er aber gleichzeitig eine Unmenge an gut sichtbaren (beim Messerundgang eingesammelten) Give-Aways wie Tüten, Geschenkartikel oder Infomaterial völlig branchenferner Firmen mit sich trägt. Und man ihn dann auch noch später an ebenso branchenfernen Firmenständen genauso vertiefte Gespräche mit den dortigen Unternehmensvertretern führen sieht.
Ein Messebesuch bedeutet, auf Menschen zuzugehen
Seien Sie aktiv: Langes „sich Herumdrücken“ vor dem Messestand kann den Eindruck vermitteln, Sie seien nicht in der Lage, auf Menschen zuzugehen. Gerade für Dienstleistungsberufe oder für eine angestrebte Führungsposition ist dies aber eine unerlässliche Voraussetzung.
Nutzen Sie die Gesprächszeit, um sich weiter über das Unternehmen und die Chancen und Bedingungen des Berufseinstiegs zu informieren, aber auch, um sich selbst darzustellen. Helfen Sie dem Unternehmensvertreter dabei, ihre Talente zu erkennen. Weisen Sie vor allem auf ihre Qualifikationen und Qualitäten hin, die zu der gewünschten Stelle passen. Dies können Studienschwerpunkte sein, bisherige Praktika sowie berufsverwertbare Auslandsaufenthalte und Führungserfahrungen.
Für die persönliche Vorbereitung des eigenen Auftritts und der Bewerbungsunterlagen im Detail (und auch dies ist wichtig) sei auf die einschlägigen Bewerbungsratgeber und auf die Hinweise des Veranstalters der Messe (auf dessen Homepage) hingewiesen.
Grundsätzlich verfolgen Bewerber und Unternehmensvertreter auf Jobmessen das gleiche Ziel. Beide möchten die Frage klären, ob man zusammen passt. Durch ein zielgerichtetes Vorgehen, eine gute Vorbereitung und Durchführung der Gespräche werden beide Seiten diesem Ziel näher kommen.
Über den Autor
Dr. Erwin Hoffmann, geboren 1965, arbeitet als Personalentwickler bei der Warth & Klein GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
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