Steuerberaterexamen: Tipps zu Vorbereitung
Was als eine der härtesten Prüfungen gilt, nehmen Jahr für Jahr Tausende Kandidaten auf sich: die Steuerberaterprüfung. Denn nur wer das Examen besteht, darf Mandanten bei Steuerfragen beraten.

- Die Prüflinge müssen komplexe Aufgaben lösen. (Bild: FrankU/ Fotolia)
Anwärter für die staatliche Steuerberaterprüfung müssen für ihren Antrag auf Zulassung bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wichtig: Der Zulassungsantrag zur Prüfung muss der zuständigen Steuerberaterkammer spätestens bis Ende April des Prüfungsjahres vorliegen.
Kandidaten müssen ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium absolviert haben. Außerdem ist eine mindestens zweijährige praktische Arbeit (bei Bachelor-Absolventen: drei Jahre) im Steuerrecht erforderlich. Beglaubigte Kopien müssen dem Antrag auf dem amtlichen Vordruck beigelegt werden.
Schriftlicher Teil: Drei Klausuren á sechs Stunden
Der Umfang der Steuerberaterprüfung ist nicht zu unterschätzen. Der schriftliche Teil findet bundesweit immer an gleichen Terminen statt (Oktober) – mit drei Klausuren á sechs Stunden. Komplexe Aufgaben etwa aus den Bereichen Verfahrensrecht, Ertragssteuerrecht und Bilanzsteuerrecht müssen die Prüflinge bearbeiten.
Zur mündlichen Prüfung im Folgejahr werden die Kandidaten eingeladen, die den schriftlichen Teil bestanden haben. Hier müssen die Teilnehmer in 90 Minuten Fragen aus den sechs entsprechenden Prüfungsgebieten beantworten, etwa zur Umsatz- und Ertragssteuer, zum Verfahrensrecht, Berufsrecht und Bilanzsteuerrecht. Auch ihr betriebs- und volkswirtschaftliches Wissen wird geprüft. Ein zehnminütiger Vortrag zu einem kurz vor der Prüfung gestellten Thema gehört dazu.
Ausreichend Zeit für die Vorbereitung einplanen
Die anspruchsvollen Prüfungsinhalte kann nur bewältigen, wer für die Vorbereitung ausreichend Zeit einplant. Sich neben dem Beruf auf das Examen vorzubereiten, ist eine besondere Herausforderung. Am besten wird die berufsbegleitende Vorbereitung mit der Unterstützung des Arbeitgebers möglich.
Für Nervenstarke gibt es Crash-Kurse, die in nur drei Monaten das nötige Wissen vermitteln. Wem das nicht ausreicht, wählt aus den Vorbereitungsprogrammen der privaten Anbieter nach seinen Bedürfnissen aus. Wochenend-, Samstags-, Abend- oder Fernlehrgänge, Klausurtrainings und -kurse zur Vorbereitung auf Prüfung – für nahezu jede berufliche Situation gibt es ein Programm.
Nach der Prüfung: Bestellung zum Steuerberater
Kandidaten, die die schriftliche und mündliche Prüfung gemeistert haben, sind aber noch nicht automatisch Steuerberater. Es folgt das Bestellungsverfahren durch die Steuerberaterkammer. Dazu ist neben der bestandenen Prüfung auch die persönliche Eignung nötig. Das bedeutet, dass gegen den angehenden Steuerberater keine strafgerichtliche Verurteilung vorliegt und er geordnete wirtschaftliche Verhältnisse vorweisen kann. Doch Aspiranten wissen: Das sollte man ohnehin von einem Berater für die optimale Steuergestaltung erwarten können.
Datum: 09/11
Autorin: Ina Oberhoff




