Karriereorientierung: Am Anfang Ziele setzen
Erfolgsfaktoren für die Karriere sind in erster Linie Persönlichkeit, Fachkompetenz - und natürlich auch eine große Portion Glück. Fachkompetenz bedeutet: Studieninhalte, insbesondere Vertiefungsfächer und Praxisbezug.
Wie können Wirtschaftswissenschaftler bereits im Studium den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere legen?
Erfolgsfaktoren für eine Karriere sind in erster Linie Persönlichkeit, Fachkompetenz und natürlich auch eine große Portion Glück. Fachkompetenz heißt für uns: Studieninhalte, insbesondere Vertiefungsfächer und Praxisbezug. Praxisbezug an der Universität über Fallstudien, Studienarbeiten mit Praxisbezug und Mitarbeit in einer Studenteninitiative. Außerhalb der Hochschule ganz klar Praktika mit Jobrelevanz. Aus unserer Sicht zum Beispiel in Unternehmensberatungen, in Großunternehmen in Funktionen wie Business Development, Produktmanagement oder Zentralvertrieb oder im Mittelstand im General Management Support.
Persönlichkeit zeigt sich für uns vor allem in Form von Interessenbreite und Self-Management. Außeruniversitäres Engagement, kulturelle Offenheit, Spaß und professionelle Neugier sind Faktoren, die sehr wichtig sind. Daneben aber auch Zeitmanagement, Pragmatismus und die Bereitschaft, identifizierten Handlungsbedarf persönlich anzupacken. Und letztlich spielt bei allen Fähigkeiten das Glück die wesentliche Rolle – und zwar das „Glück des Tüchtigen“.
Warum sollten man frühzeitig Praktika absolvieren?
Praktika sind extrem wichtig, um aus der Vielzahl von Berufsoptionen diejenigen zu extrahieren, die den eigenen Fähigkeiten und Neigungen am besten entsprechen. Für uns zeigt sich in den Praktika der Bewerber deutlich, inwieweit verschiedene Branchen und Funktionen abgedeckt und daraus eine Berufspräferenz abgeleitet wurde oder nicht. Praktika sind der optimale Weg, persönliche Erfahrungen über die „echten“ Anforderungen in verschiedenen Branchen und Funktionen zu sammeln. Und damit kann man eigentlich gar nicht früh genug beginnen!
Warum sollte man versuchen, die Regelstudienzeit einzuhalten? Wie schafft man dies gut?
Die Studiendauer ist für uns ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit der Bewerber, muss allerdings im Gesamtkontext aller universitären und außeruniversitären Engagements bewertet werden. Optimal ist ein Studium in einer akzeptablen Dauer mit guten Ergebnissen und zusätzlicher Zeit für Praxis- und Auslandserfahrungen. Das zeigt, dass man Strukturieren und Priorisieren kann, Dinge aber auch zum Abschluss bringt und dabei das Wesentliche nicht aus den Augen verliert. Daher mein Tipp: Am Anfang Ziele setzen, universitäre und private Aktivitäten priorisieren, Zeitfenster (Tage und Wochen) strukturieren und zwischendurch immer wieder die Frage: Liege ich im Plan oder läuft etwas aus dem Ruder? Das soll aber nicht heißen, das ganze Leben in einen Projektplan zu gießen!
Wie und wo kann man im Studium wichtige Soft Skills erwerben?
Teamfähigkeit halten wir für extrem wichtig. Arbeiten im Team kann man zum Beispiel in Studenteninitiativen, Lerngruppen oder Praktika. Für uns als Unternehmensberater sind studentische Unternehmensberatungen sehr interessant. Dort wie auch in unseren Praktika werden verschiedene Skills wie Problemstrukturierung, Analysesystematiken, Visualisierung und Präsentationstechniken und der Umgang mit Kundenanforderungen intensiv geschult.
Sollte man sich bereits im Studium auf ein Thema spezialisieren?
Aus unserer Perspektive ist Branchenaffinität wichtiger. Wer frühzeitig Interesse an bestimmten Branchen entwickelt und Praxiserfahrung z.B. über Praktika aufbaut, zeigt, dass er Prioritäten setzen kann und weiß, was er will.
Über den Autor
Roland Pietsch, 45, ist Geschäftsführender Gesellschafter bei der HPP Harnischfeger, Pietsch & Partner Strategie- und Marketingberatung GmbH.




