Gehaltsgespräch: "Gute Argumente bereithalten"
Von Christina de Bakker
Das Gehaltsgespräch ist für Einsteiger ein elementarer Teil des Vorstellungsgesprächs. Was sollte man beachten? Eine Expertin gibt Antworten, wie Wirtschaftswissenschaftler Fehler dabei vermeiden.
Wie können sich Bewerber auf ein Gehaltsgespräch optimal vorbereiten?
Generell sollten Sie sich auf das gesamte Bewerbungsgespräch gut vorbereiten. Eignen Sie sich als erstes die wichtigsten Kennzahlen des Unternehmens wie Größe, Umsatz, Wettbewerber, aber auch die Angebotspalette an. Natürlich können Sie nicht im Detail vorausahnen, welche Fragen auf Sie zukommen. Durch die Beschäftigung mit Ihren Stärken, Schwächen und Zielen wächst aber Ihre Selbstsicherheit. Das hilft, wenn es um die Frage nach dem zu erwartenden Gehalt geht. Informieren Sie sich im Vorfeld, welche Gehaltsbandbreiten für Ihre Wunschposition in der jeweiligen Region marktüblich sind. So haben Sie einen Anhaltspunkt für den eigenen Verhandlungsspielraum.
Was kommt im Gehaltsgespräch in Ihrer Branche häufig zur Sprache?
In der Prüfungs- und Beratungsbranche kommt es häufig zu einer saison- oder projektbedingt erhöhten Arbeitsbelastung. Daher interessiert es Bewerber natürlich, wie Mehrbelastungen ausgeglichen werden oder ob ein flexibles Arbeitszeitmodell angeboten wird. Das sind schließlich auch Themen, die mit dem Gehalt zusammenhängen. Im Bewerbungsgespräch kann auch offen darüber gesprochen werden, ob Arbeitszeitmodelle die Möglichkeit bieten, in ruhigeren Zeiten kürzer zu treten oder Stunden für die spätere Vorbereitung auf Prüfungen anzusparen.
Was sind typische Fehler von Wirtschaftswissenschaftlern im Gehaltsgespräch?
Natürlich zeigt sich jeder im Bewerbungsgespräch von seiner besten Seite. Grundsätzlich gilt dabei allerdings für alle Bewerber: Bleiben Sie realistisch und vermeiden Sie es, arrogant zu wirken! Jeder Mensch hat Schwächen. Zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, sich mit Ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Denn eine übertriebene Selbstdarstellung macht in der Gehaltsverhandlung natürlich keinen guten Eindruck.
Wodurch bleiben Ihnen Bewerber nach dem Gespräch in guter Erinnerung?
Die Frage nach dem Einstiegsgehalt ist wichtig und berechtigt. Wenn jedoch der Eindruck entsteht, dass alle anderen Faktoren wie künftiger Aufgabenbereich und Entwicklungsmöglichkeiten nebensächlich sind, werden wir hellhörig. Bewerber, für die das Gesamtpaket im Fokus steht, bleiben uns dagegen in guter Erinnerung.
Welche persönlichen Tipps können Sie Wirtschaftsabsolventen dazu geben?
Trauen Sie sich ruhig, offen nach dem Einstiegsgehalt zu fragen, wenn auch nicht als allererstes. Wenn sich Bewerber für das Gehalt gar nicht interessieren, kann das naiv und wenig selbstbewusst wirken. Stellen Sie sich im Vorfeld selbst die Frage, inwiefern Sie einen Mehrwert für das Unternehmen leisten können. So halten Sie für die Gehaltsverhandlung ein paar gute Argumente bereit, die Sie in die Waagschale werfen können. Und das Wichtigste: Bleiben Sie während des Gesprächs Sie selbst und verbiegen Sie Ihre Persönlichkeit nicht zugunsten einer vermeintlich erwünschten Antwort.
Die Expertin
Christina de Bakker, Jahrgang 1967, ist Leiterin Personalmarketing & Recruiting bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche GmbH.
Datum: 4/10
Wirtschaftswissenschaftler: Karrieretipps
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