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Finance Transformation: Effizienzsteigerung in Südafrika

Von Raphaela Stolz und Johannes Weber

Der erste Einsatz für die neuen Berater – und schon geht es nach Johannesburg. Raphaela Stolz und Johannes Weber berichten von ihrem ersten Einsatz bei einem „Finance-Transformation“-Projekt in Südafrika.

Ein Finance-Transformation-Projekt widmet sich der rasanten Entwicklung und Internationalisierung eines Unternehmens (Bild: olly/Fotolia.com)
Ein Finance-Transformation-Projekt widmet sich der rasanten Entwicklung und Internationalisierung eines Unternehmens (Bild: olly/Fotolia.com)

Ein Anruf des Projektleiters

Die Spannung bei den meisten Einsteigern in der Beratung ist groß: Auf welches Projekt werde ich kommen, welche Aufgaben erwarten mich dort und mit wem werde ich diese lösen?
Auch wir haben uns diese Fragen nach dem Einstieg gestellt und schon bald wurde die Neugierde durch einen Anruf des künftigen Projektleiters gestillt. Er fragte uns, ob wir Interesse hätten, als Teil eines internationalen Projektteams für ein führendes südafrikanisches Industrieunternehmen ein „Finance-Transformation“-Projekt in Johannesburg durchzuführen. Es klang nach einem perfekten Projekt für Frischlinge wie uns, und dieser erste Eindruck bestätigte sich in den kommenden Monaten immer wieder aufs Neue.

Der schönste Ort auf Erden?

Wie sagte Nelson Mandela? „Ich glaube fest daran, dass Südafrika der schönste Ort auf Erden ist.“ – Nach sechs Monaten in der größten Wirtschaftsnation Afrikas konnten wir diesen Satz durchaus nachvollziehen. Nicht nur die atemberaubenden Landschaften, auch die für uns Europäer unglaubliche Tier- und Pflanzenwelt versetzte uns immer wieder ins Schwärmen.
Doch auch die Schattenseiten des Landes blieben uns bei dem halbjährigen Aufenthalt nicht verborgen. Beispiel: Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 25 Prozent und viele Südafrikaner müssen durch Gelegenheitsjobs über die Runden kommen.

Die Aufgabe: Effizienzsteigerung

Der Kunde stand vor der Herausforderung, seine Finanzfunktion an die rasante Entwicklung und Internationalisierung des Unternehmens anzupassen. Die Vereinfachung, Standardisierung und Effizienzsteigerung der Prozesse und Systeme wurde erforderlich. Das Besondere an diesem Projekt war, dass die Finanzfunktion als Ganzes überdacht wurde statt „nur“ an einzelnen Stellhebeln zu drehen.

Konkret standen wir vor den folgenden Herausforderungen: Die Geschäftsbereiche sollten durch ein integriertes Performance-Management-System mit entsprechenden Zielvorgaben gesteuert werden. Außerdem bat uns der Kunde, ein Modell zu erstellen, mit dem Auswirkungen von makroökonomischen Entwicklungen und internen Entscheidungen auf das Unternehmen simuliert werden können. Zudem sollten die Jahresabschluss-, Planungs- sowie Reportingprozesse nach Projektabschluss hinsichtlich Effizienz und Effektivität höchsten Ansprüchen genügen.

Original-Spätzle zubereitet

Durch dieses breite Aufgabenspektrum konnten wir auch als Neueinsteiger schnell Verantwortung für kleinere Teilprojekte übernehmen und die Ergebnisse direkt mit dem Kunden koordinieren. Unser Team bestand aus 15 Beratern aus vier Ländern: Deutschland, Südafrika, Polen und den Niederlanden. Vom ersten Tag an waren wir vollwertige Mitglieder dieses professionellen Teams.
Die Mitarbeiter des Kunden waren in das Projekt stets eng integriert. Dies war sicher auch ein Hauptgrund für die gute Zusammenarbeit – nicht nur bei der täglichen Projektarbeit, sondern auch in der Freizeit. Beispielsweise zeigte sich bei einem gemeinsamen Koch-Event, bei dem wir den Südafrikanern zeigten, wie man Original-Spätzle zubereitet, dass wir zu einem wirklichen Team zusammengewachsen waren.

Spannendes Einstiegsprojekt

Dennoch gab es auch einige Herausforderungen zu meistern, die das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Kulturen mit sich brachte: zum Beispiel hatte Harmonie bei den Entscheidungsprozessen einen viel höheren Stellenwert, als wir dies von Deutschland kannten. Die hohe Anzahl daraus resultierender Abstimmungsmeetings nahm viel Zeit in Anspruch und musste zusätzlich zu den Projektaufgaben bewältigt werden.

Wenn jedoch auch diese Hürde erfolgreich überwunden ist und sich der Kunde in wichtigen Fragen und Entscheidungen voll auf die erarbeiteten Ergebnisse verlässt, geht man nach einem manchmal anstrengenden Arbeitstag mit einem umso besseren Gefühl in den Feierabend. Retrospektiv betrachtet kann man sich als Berufsanfänger kaum ein abwechslungsreicheres und spannenderes Einstiegsprojekt vorstellen.

Datum: 08/09

Infos zu den Autoren

Raphaela Stolz und Johannes Weber arbeiten als Consultants bei der Deloitte Consulting GmbH.

Tipp: Rubrik "Fallstudien"

Bild: soschoenbistdu/Fotolia

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