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Interview mit Beate Mini, Ikea: "Wechsel den Job, nicht das Unternehmen"

Als Personalmanagerin von Ikea weiß Beate Mini, wie eine Marke wirkt – auf Kunden wie auf Bewerber. Im Interview erklärt sie, wie die Arbeit hinter dem Markenimage aussieht und warum häufig gerade Quereinsteiger sich selbst und die Kunden begeistern können.

Beate Mini: "Im Handel sieht jeder sofort den Erfolg seiner Arbeit" (Bild: Sebastian Stiphout)
Beate Mini: "Im Handel sieht jeder sofort den Erfolg seiner Arbeit" (Bild: Sebastian Stiphout)

Frau Mini, Ikea gilt bei vielen Studenten nicht als typisches Handelsunternehmen. Mit welchen Erwartungen kommen Bewerber zu Ihnen?
Unsere Bewerber sind oft fasziniert von der Marke. Jetzt kommt ja die Generation zu uns, die schon durch ihre Eltern mit Ikea aufgewachsen ist. Viele haben auch gehört, dass es in unserem Unternehmen eine andere Art zu führen gibt, und sind einfach neugierig, wie es hinter dem Image aussieht.

Müssen Sie den Bewerbern klarmachen, worauf es im Handel ankommt, wenn das Markenimage so im Vordergrund steht?
Mit unserem Image hat das weniger zu tun. Der Übergang vom Studium zum Arbeitsleben fällt generell vielen Bewerbern schwer, weil sie einen geschützten Raum verlassen. Im Beruf ist vieles weniger planbar als an der Hochschule, und man ist auch nicht immer gleich gut in Form, wenn man mit Kunden und Kollegen zu tun hat. Wir versuchen deswegen, den Bewerbern klarzumachen, dass sich der Arbeitsalltag zwar auch an klaren Strukturen und Konzepten orientiert, aber jeden Tag aufs Neue überrascht und herausfordert.

Was bedeutet das konkret?
Im Handel geht es natürlich auch darum, eine Verkaufsstrategie zu entwerfen. Aber vor allem gehört Begeisterung dazu, täglich sehr nah mit Menschen zu tun zu haben, mit Kollegen und mit Kunden. Im Handel bauen wir täglich Beziehungen zu Menschen auf. Wer da nicht gerne mit Kunden in Kontakt ist, stünde ständig unter Stress.

Was zeichnet die Arbeit im Handel noch aus?
Im Handel sieht jeder sofort den Erfolg seiner Arbeit: an der Laune der Kunden, dem Feedback der Kollegen und natürlich am Umsatz. Und man muss früh und schnell Entscheidungen treffen und kann sich dabei nicht immer rückversichern. Deshalb lässt sich hier täglich unheimlich viel lernen.

In welchen Bereichen sind Hochschulabsolventen besonders gefragt?
Menschen mit Hochschulabschlüssen arbeiten bei uns in allen Bereichen, im Einrichtungshaus und natürlich in der Zentrale. Das ergibt sich schon daraus, dass wir nicht nach Abschlüssen rekrutieren. Unsere Überlegungen beginnen dabei immer bei den Kunden. Deshalb ist es sinnvoll, für eine strategische Aufgabe in der Zentrale vorher im Einrichtungshaus gearbeitet und unsere Kunden gut kennengelernt zu haben.

Auf der Ikea-Website gibt es eine eigene Rubrik für Quereinsteiger. Weil Sie ein besonderes Herz für diese Gruppe haben?
Uns interessieren Menschen mit Lebenserfahrung. Die bekommt man, wenn man viel ausprobiert hat, manches Mal gestolpert ist und sich immer wieder auf den Weg gemacht hat. Es sind oft sehr interessante Persönlichkeiten, weil sie sich schon einmal bewusst entschieden haben, ihren Lebensweg zu ändern. Deshalb fragen wir nach, was sie dazu bewogen hat. Wir wünschen uns Mitarbeiter, die in der Lage sind, auch mal Entscheidungen zu treffen, die auf Widerstand stoßen können. Wichtig ist, seinen eigenen roten Faden zu finden – egal, ob der das Leben in Geraden oder in Kurven beschreibt.

Wie kann der Handel Absolventen die Branche schmackhaft machen?
Der Handel ist berühmt für starke Marken und kann deren Image nutzen, um das Image der ganzen Branche zu verbessern. Wichtig ist auch die Arbeitskultur. Gerade Handelsunternehmen sollten zwischenmenschliche Werte und einen respektvollen Umgang überzeugend rüberbringen können. Das ist schließlich ein Thema, das dem Handel auch in der öffentlichen Meinung große Aufmerksamkeit einbringt.

Sie studierten Literatur, Kunst-, Politik- und Medienwissenschaften. Wie haben Sie Ihren Weg in die Handelsbranche gefunden?
Beruflich habe ich mich immer mit Arbeitgebermarken beschäftigt. Mich hat interessiert, was hinter den Bildern der Kampagnen steckt, mit denen Unternehmen etwas über sich als Arbeitgeber erzählen. Darüber kam ich in Kontakt zu Ikea, arbeitete als Freelancerin in einem Projekt mit und blieb dann. Auch bei mir gab also eher die Marke als die Branche den Ausschlag.

In Teil 2: Beate Mini verrät, worauf Sie bei Bewerbern besonders achtet

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