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Interview mit Volker Smid, Hewlett-Packard: "Folgen Sie keinen Klischees"

Volker Smid, Deutschlandchef von Hewlett-Packard, beschreibt, wie er sich als Kind in einem Kaufhaus zum ersten Mal für einen Computer begeisterte und wie die IT-Branche sich seitdem verändert hat.

Volker Smid: "Mit dem Wissen von damals würde ich es heute nie in ein Unternehmen schaffen" (Bild: HP)
Volker Smid: "Mit dem Wissen von damals würde ich es heute nie in ein Unternehmen schaffen" (Bild: HP)

Herr Smid, kurz gesagt: Was macht Hewlett-Packard?
Als weltweit größtes Technologie-Unternehmen bieten wir ein umfassendes Portfolio von Produkten und Lösungen in den Segmenten Drucken, Personal Computing, Software, Dienstleistungen und IT-Infrastruktur. Unser Ziel ist heute, dem Kunden komplette Lösungen bereitzustellen, nicht einzelne Komponenten. Das spiegelt auch die Entwicklung in der IT-Branche im letzten Jahrzehnt wider.

HP war das erste Technologie-Unternehmen im Silicon Valley – ein Vorreiter sozusagen. Was ist davon heute noch übrig?
Eine ganze Menge. Es existiert immer noch der alte Gründergeist, aber auf einer viel breiteren Basis. Denn wir bieten den Kunden heute komplette Service-Dienstleistungen. Das verändert auch die eigene Perspektive, weil wir den Bedarf unserer Kunden viel stärker und spezifischer im Blick haben, um sie bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen.

Wo möchte Ihr Unternehmen hin?
Die Lösungen, die wir entwickeln, werden immer individueller. Deshalb müssen wir genau prüfen, was wir selbst im Unternehmen oder gemeinsam mit Partnern entwickeln, auch über Outsourcing. Zum anderen werden wir unsere Produkte und Dienstleistungen noch stärker miteinander verbinden. Das betrifft insbesondere Lösungen für definierte Branchen und Industrien.

Was macht die Arbeit in der IT-Branche so spannend?
Die IT reizt immer wieder den Erfindergeist. Ohne geht es auch gar nicht, weil sich die Branche fast alle fünf Jahre völlig neu entwickelt. Mein Informatikstudium habe ich vor 26 Jahren abgeschlossen. Mit dem Wissen von damals würde ich es heute nie in ein Unternehmen schaffen. Wahrscheinlich nicht mal ins Deutsche Museum.

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Was sind heute die wichtigsten Aufgaben für Informatiker?
Informatiker müssen verstehen, dass Sie an der Nahtstelle zwischen Produkten und Service-Dienstleistungen arbeiten. Dazu müssen Sie die Situation des Kunden nachvollziehen und mit neuen Lösungen in die Zukunft projizieren können. Die Kundenperspektive anzunehmen, ist unheimlich wichtig.

Die Zeit der Quereinsteiger gilt als passé. Wie sieht heute der typische Einstieg aus?
Den typischen Einstieg gibt es so gar nicht. Insgesamt geht es heute weniger um den rein technischen Bereich als früher. Aber wer das richtige Businessverständnis und Erfindergeist mitbringt, findet sich in der Informationstechnologie schnell zurecht. Insofern würde ich gar nicht sagen, dass die Zeit der Quereinsteiger vorbei ist. Basiswissen ist wichtig, vor allem aber auch die Bereitschaft, sich permanent neues Know-how anzueignen.

Mit welchem Wissen können Absolventen erfolgreich starten und sich weiterentwickeln?
Das technische Wissen kann ich heute voraussetzen, weil die Qualität der Hochschulen sehr gut ist. Wichtig ist, sich zu fragen: Wie kann ich in einem Team in unterschiedlichen Bereichen zu Lösungen beitragen? In einem großen Unternehmen wie unserem kann es passieren, dass der Chef in einem Büro in Frankreich oder in den USA sitzt oder dass ein Team mit Mitarbeitern aus drei Kontinenten arbeitet. Mit solchen Situationen müssen sich Einsteiger erst einmal auseinandersetzen.

Dass Absolventen auf solche Situationen vorbereitet sind, können sie natürlich schwer beweisen.
Es ergibt sich aber aus dem Werdegang, ob der Grundstein für die nötige Offenheit und Flexibilität gelegt wurde. Ich empfehle jedem, Möglichkeiten zu einem Auslandsaufenthalt zu nutzen. In dem dualen Studium, das wir anbieten, ist zum Beispiel ein dreimonatiges Auslandspraktikum integriert.

In Ihrer Karriere waren Sie häufig verantwortlich für Auslandsgeschäfte. Wie viel Auslandserfahrung brachten Sie bereits mit?
Ich habe solche Erfahrungen immer gesucht und alles darangesetzt, mich schnell zurechtzufinden. Außer in Südamerika hatte ich schon in jedem Kontinent geschäftliche Verantwortung. Dabei ist es überall gleich wichtig zu verstehen, wie Kunden und Mitarbeiter denken und arbeiten.

Weiterlesen in Teil 2: Volker Smid verrät, wie er selbst in die IT-Branche kam