Interview mit Volker Smid, Hewlett-Packard: "Folgen Sie keinen Klischees" - Teil 2
Im zweiten Teil des Interview spricht Volker Smid, Deutschlandchef von Hewlett-Packard über Auslandsgeschäfte, seinen ersten Computer und frühe Berufswünsche.
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Gibt es Länder, die Sie Informatikern besonders empfehlen würden?
Das möchte ich nicht werten. In Nordamerika ist man meistens sehr aufgeschlossen gegenüber technischen Neuerungen, dafür verfolgen Europäer Trends oft viel intensiver und nachhaltiger. In Asien stehen vor allem Sicherheit und Verlässlichkeit im Mittelpunkt. Da sollte jeder Berufseinsteiger herausfinden, auf welche Gegenden und Mentalitäten er neugierig ist.
Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?
Konkrete Vorstellungen hatte ich als Kind nicht. Aber mein Berufswunsch war mit einem Mal klar. Ungefähr 1979 stand ich in einem Kaufhaus vor einem PET-2001-Computer von Commodore, der 1.995 Mark kostete, und wusste, dass ich mir den nie würde leisten können. Seitdem wollte ich selbst in die Branche. Fünf Jahre später baute ich dann meinen ersten eigenen Computer.
Wie kamen Sie in die Branche?
Ich studierte BWL und Informatik und beschäftigte mich dabei natürlich vor allem noch mit Großrechner-Strukturen. In einem Praktikum bei IBM in den USA lernte ich den ersten PC kennen. So habe ich dann die Entwicklungen in der Branche mitgemacht.
Welche Entwicklungen waren das?
In den 80er-Jahren war die Entwicklung noch viel langsamer. Seit den 90er-Jahren verläuft sie dagegen in Quantensprüngen. Einige Beispiele: Noch vor 15 Jahren kannte fast kein Mensch das Internet. Heute nutzen wir diese Infrastruktur wie selbstverständlich. Die Menge der gespeicherten Daten entwickelt sich exponentiell, die mobile Technologie hat in den letzten zehn Jahren unsere Lebensgewohnheiten umfassend verändert.
Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten: Würden Sie noch einmal den gleichen Weg einschlagen?
Ja. Ich würde mich wieder von meiner Neugier treiben lassen und deshalb wahrscheinlich alles wieder genauso machen. Angefangen in dem Moment, in dem ich im Kaufhaus vor dem Computer stand. Wenn ich aber dieses Mal vorher wüsste, was passiert, würde ich vielleicht von manchem Unternehmen mehr Aktien kaufen…
Welchen Tipp würden Sie jungen Berufseinsteigern heute geben?
Folgen Sie keinen Klischees. Ich habe den Eindruck, dass bestimmte Vorstellungen von Karriere gesellschaftlich immer mehr dominieren, ohne dass der Einzelne noch prüft, was zu ihm passt. Es muss nicht zwingend jeder eine Führungsposition oder ein tolles Auto anstreben. Fragen Sie sich, was Sie können, was gut zu Ihnen passt und was Ihnen Spaß macht. So behalten Sie Ihren Optimismus aus der Zeit des Einstiegs.
Ihr liebstes Zitat zum Thema Karriere?
Kein Zitat, sondern ein Gleichnis. Forscher glauben festgestellt zu haben, dass die Hummel bei ihrem Körpergewicht und der Flügelstruktur gar nicht fliegen könne. Ein Glück, dass die Hummel das nicht weiß.
Zur Person
Volker Smid, Jahrgang 1958, studierte Betriebswirtschaftslehre und Informatik an der Fachhochschule Wedel. Seine Karriere begann er als Consultant, bevor ihn der Weg zu verschiedenen Software-Unternehmen führte. Bei Novell leitete er mehrere Jahre die Geschäfte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Seit 2009 ist Volker Smid Vorsitzender der Geschäftsführung in der deutschen Niederlassung von Hewlett-Packard. Außerdem ist er Mitglied des Präsidiums im Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom).
Datum: 8/10
Das Interview führte Heinz Peter Krieger.









