Weiterbildung in der IT-Branche: "Lernen mit Ziel"
Lebenslanges Lernen ist besonders in der sich rasant entwickelnden IT-Branche ein Muss. Bei der Auswahl einer geeigneten Weiterbildung kommt es neben gründlicher Selbstprüfung und Recherche auf die Beratung durch den Anbieter an.

- (Bild: Svilen/Stock.xchng)
"Wissenslücken kosten Milliarden" titelte einst die Computer- woche, alarmiert durch Studien, die sich mit fehlgeschlagenen bzw. sich erheblich verteuernden IT-Projekten befassten. Als häufigste Ursache für entstandene Probleme wurden zunehmende Wissenslücken bei IT-Fachkräften genannt. Insbesondere für Nachwuchskräfte gilt: Aufgrund der besonderen Dynamik der IT-Branche kann ein Informatikstudium bzw. eine IT-Ausbildung noch lange keine Sicherheit für eine dauerhafte Beschäftigungsfähigkeit bieten, wenn sie nicht bereit sind, sich ständig weiterzubilden. Umgekehrt hängt die Attraktivität der Unternehmen für IT-Nachwuchskräfte in hohem Maße von deren Bereitschaft ab, Weiterbildungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Weiterbildung mit anerkanntem Zertifikat
Das Stichwort lautet Veränderungskompetenz: Sie erlaubt Fachkräften, ihre Fähigkeiten in verschiedenen Anwendungssituationen in geeigneter Weise zum Einsatz zu bringen. Daher rückte in den vergangenen Jahren besonders das Konzept der arbeitsprozessorientierten Weiterbildung in den Vordergrund. Hierbei können die Lernenden - unterstützt durch Lernprozessbegleiter - höchst individuell entlang realer Arbeitsprozesse ihre beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten verbessern und ein anerkanntes Zertifikat erwerben.
Bei Weiterbildung persönliche Stärken und Schwächen berücksichtigen
IT-Weiterbildung gibt es in vielfältigen Varianten: Präsenzseminare, Lektüre von Fachliteratur, eLearning oder Blended-Learning oder auch die Teilnahme an arbeitsprozessorientierter Weiterbildung. Die Auswahl der geeigneten Weiterbildung bzw. ihre erfolgreiche Gestaltung im beruflichen Umfeld bedarf der kritischen Überprüfung der individuellen Ausgangssituation, des beruflichen Umfelds, der Lernumgebung und -situation sowie der verfügbaren Informationen über infrage kommende Weiterbildungsveranstalter. Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Lernwilligen sich selbst mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Lerngewohnheiten, mit den an sie heute und in der Zukunft gerichteten Anforderungen und mit ihren jeweiligen beruflichen Zielen auseinander setzen. Die Ergebnisse dieser Überlegungen können eine gute Voraussetzung für ein anschließendes Beratungsgespräch mit den dafür zuständigen Mitarbeitern des Arbeitgebers oder mit einem Weiterbildungsanbieter darstellen.
Weiterbildung: Lernen ohne Angst
Nach einer gründlichen Recherche ist die Beratung durch den Weiterbildungsanbieter mit ausschlaggebend für die Auswahl eines Programms. Dabei sollte erkennbar sein, wie weit die individuellen Voraussetzungen und Zielsetzungen mit denen des Anbieters übereinstimmen und ob das angestrebte Weiterbildungsangebot wichtige Qualitätskriterien erfüllt. Neben einer lernfördernden Umgebung ist wichtig, dass die Trainer des Anbieters bereit und in der Lage sind, sich individuell um Teilnehmer zu kümmern. Dazu gehört auch ein Praxistraining mit aktueller Hard- und Software, bei dem die Lernenden - ohne Angst, sich zu blamieren - selbstständig und selbsttätig trainieren können.
Checkliste zur Auswahl eines Weiterbildungsangebots
Kenne ich meine Stärken und Schwächen?
- Welche Defizite in meinem beruflichen Handeln habe ich festgestellt?
- Welche beruflichen Herausforderungen kommen auf mich zu?
- Mit welchen Lernformen (Seminar, eLearning, Learning-by-doing, Fachliteratur etc.) habe ich bisher gute Erfolge erzielt?
- Was kann ich selbst tun, um meine Defizite zu reduzieren?
Welche Ziele habe ich?
- Schließen einer aktuellen Wissenslücke
- Ist die Weiterbildung Teil einer langfristigen Strategie?
- Strebe ich eine Zertifizierung an?
- Benötige ich eine Zertifizierung für ein spezifisches IT-Produkt?
Wie ist das Weiterbildungsangebot organisiert?
- Wie viel Zeit kann ich sicher erübrigen?
- Wie stark orientiert sich das Weiterbildungsangebot an meinen Bedürfnissen?
- Wie werde ich während der Weiterbildung unterstützt (Trainer, Coach, Lernprozessbegleiter)?
- In welcher Lernumgebung findet sie statt?
- Wie praxisnah ist die Weiterbildung?
- Welche Hard- und Software steht mir in welchem Umfang zur Verfügung?
- Wie ist das Preis-Leistungsverhältnis?
- Gehe ich unkalkulierbare vertragliche Risiken ein?
Über den Autor
Dr. Peter Littig, Jahrgang 1948, ist bei der DEKRA Akademie GmbH Direktor für Bildungspolitik und -strategie sowie pädagogischer Leiter. Sein Diplom in Mathematik erlangte er an der Universität Heidelberg.
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