Bewerbungsschreiben: Initiative zeigen!
Junge Juristen, die Engagement, Einsatzbereitschaft und Motivation beweisen, haben im Bewerbungsprozess meist die Nase vorn. Mit einer Initiativbewerbung können Juristen zeigen, dass sie genau diese Fähigkeiten mitbringen.

Findet sich nicht gleich das passende Stellenangebot in der Wunschkanzlei, sollte man nicht resignieren, sondern selbst aktiv werden. Denn dadurch eröffnen sich oftmals ganz neue Chancen: Die Erfahrung zeigt, dass man sich in vielen Unternehmen und Kanzleien wesentlich intensiver mit einer unaufgeforderten Initiativbewerbung beschäftigt als mit der Masse an Bewerbungen, die üblicherweise auf eine Stellenanzeige folgt. Personalverantwortliche bewerten sie in der Regel positiv, weil diese Art der Bewerbung von Eigeninitiative und Engagement zeugt.
Mit der Initiativbewerbung das Ziel im Auge
Zu den Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Initiativbewerbung gehört eine zielgerichtete Vorgehensweise. Überlegen Sie sich welche Fähigkeiten und Stärken Sie mitbringen und wo Sie diese gerne einbringen würden. Hat es Ihnen ein bestimmtes Fachgebiet angetan? Oder haben Sie im Studium besondere Qualifikationen erworben? Haben Sie dies für sich ermittelt, bekommen Sie nicht nur ein konkretes Bild von Ihrem Wunscharbeitsplatz, es wird Ihnen auch leichter fallen, das Bewerbungsschreiben zu formulieren und dem jeweiligen Ansprechpartner von sich zu überzeugen.
Wo bewerben?
Bei der Suche nach Ihrem Wunscharbeitgeber bietet sich insbesondere die Internetrecherche an. Hier finden Sie beispielsweise Anwaltsverzeichnisse, in denen man gezielt nach Anwälten und Kanzleien mit bestimmten Fachgebieten und Schwerpunkten suchen kann. Ein internationales Verzeichnis deutschsprachiger Anwälte findet man z.B. unter www.anwaltsverzeichnis.com. Auch örtliche Anwaltvereine haben oftmals entsprechende Informationen. Ein Blick in die Fachpresse oder auf juraspezifische Internetportale kann ebenfalls Hinweise auf potenzielle Arbeitgeber liefern.
Die richtige Adresse
Im nächsten Schritt ist es wichtig, Hintergrundinformationen zu den ausgewählten Unternehmen und Kanzleien zu recherchieren, um sich ein möglichst genaues Bild zu machen sowie einen Ansprechpartner zu finden. Dazu bietet sich meist ebenfalls die Internetrecherche an. Werden Sie hier nicht fündig, ist ein Anruf angebracht. Ein solcher telefonischer Vorabkontakt ist auch empfehlenswert, um zu klären, ob konkrete Vakanzen oder zumindest grundsätzlicher Bedarf bestehen. So können Sie zahlreiche Kontakte herstellen und in der Initiativbewerbung sogar eine persönliche Anrede wählen. Aussichtsreich kann auch der direkte Kontakt mit einer Fachabteilung oder dem zuständigen Sozius sein. An ein nettes Gespräch mit einem motivierten jungen Kollegen erinnert man sich hier eher als in der Personalabteilung. Daher ist es sinnvoll, sich auf ein solches Gespräch gut vorzubereiten. In einer Anwaltskanzlei bietet sich als Gesprächsaufhänger am ehesten der Bezug zum Fachgebiet an. So bekunden Sie Ihr Interesse und können gleichzeitig begründen, wieso Sie sich ausgerechnet hier bewerben.
Das Anschreiben
Grundsätzlich unterscheidet sich das Anschreiben der Initiativbewerbung nicht wesentlich von einem „normalen“ Bewerbungsschreiben. Ohne den Bezug auf ein konkretes Stellenangebot bleibt mehr Raum für die Darlegung seiner Qualifikationen und Berufsziele. Bei der Initiativbewerbung ist es in den meisten Fällen ausreichend, eine Kurzbewerbung zu schicken. Diese sollte neben einem Foto lediglich das Anschreiben und den tabellarischen Lebenslauf enthalten sowie eine Zusammenfassung der speziellen beruflichen Kenntnisse und den Hinweis, dass Sie bei Interesse gerne vollständige Bewerbungsunterlagen zusenden. Eine Bewerbung per Mail ist nur nach Absprache angebracht.
Erfolgsaussichten einer Initiativbewerbung
Eine Initiativbewerbung sind zwar eine Fleißarbeit, eröffnet zugleich jedoch die Chance, Eigeninitiative unter Beweis zu stellen. Auch Juristen ohne Prädikatsexamen können mit dieser Methode ihre Chancen verbessern und ihre Bewerbung ganz individuell auf ihre persönlichen beruflichen Zielvorstellungen zuschneiden.
Autor: Rebekka Baus






