Anschreiben: Formulierungen
Mit einem "hiermit bewerbe ich mich..." im Anschreiben locken Sie niemanden hinter dem Ofen hervor. Wählen Sie kreative Formulierungen aber bleiben Sie sachlich. Wie das geht, sehen Sie anhand unserer Beispiele.
Bezug/Betreff: klare Zuordnung
Negativ: Betreff: Ihre Anzeige in <Medium> vom <Datum>. Das Voranstellen des Wortes "Betreff" gilt als veraltet.
Positiv: Ihre Stellenausschreibung in <Medium> vom <Datum>
Positiv: Bewerbung um die Position eines Informatikers in Ihrem Unternehmen
Der Einstieg: Ich oder Sie?
Negativ: Ich habe in <Medium> Ihre Anzeige gelesen und möchte mich hiermit gerne bei Ihnen bewerben. Ich bin 23 Jahre alt und habe...
Häufungen von Ichs sind zu vermeiden, sie signalisieren mangelndes Hineinversetzen in den Empfänger. Besser ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ansprache des Empfängers und eigener Darstellung.
Positiv: Sie suchen in Ihrer Anzeige Verstärkung für Ihre Vertriebsabteilung. Während meines Studiums konnte ich im Rahmen eines Praktikums bei einem großen Schweizer Handelsunternehmen bereits Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln.
Was Personaler manchmal lesen müssen, ist starker Tobak. Da bemühen Bewerber an unpassender Stelle prominente Geistesgrößen, während andere mit plumper Direktheit überraschen. Kostprobe? "Ich bin einfach ein großer Fan Ihrer Arbeit".
Mehr davon? Gibt es hier!
Formelhaftigkeit versus Lebendigkeit
Negativ: Papierdeutsch lässt jedes Bewerbungsschreiben steif und unnatürlich wirken. Formeln, die sich gerne einschleichen, aber eher ungünstig wirken, sind: "hiermit bewerbe ich mich um", "bezugnehmend auf", "sende ich Ihnen in der Anlage zu", "verbleibe ich mit". Ebenso störend für den Lesefluss wirken i.d.R. Abkürzungen, auch wenn sie i.a. ganz geläufig sind.
Positiv: Das Anschreiben sollte dem Sprechtest standhalten – daher ruhig einmal testen, ob einem die verwendeten Formulierungen auch in einem Gespräch über die Lippen kommen würden.
Keine Marktschreierei
Bei allem Druck, sich selbst in ein positives Licht rücken zu müssen, sollte man immer sachlich bleiben. Anbiedern ist ebenso tabu wie übertreiben. Signalworte: einmalig, klasse, sowieso, super, toll, total, verdammt, wahnsinn
Keine Relativierungen
Wer einmal gemachte Aussagen gleich wieder abschwächt wirkt nicht überzeugend. Signalworte: eigentlich, eventuell, jedoch, leider, möglichst, unter Umständen, vielleicht, ziemlich.
Nennung der Gehaltsvorstellungen
Üblicherweise wird das gewünschte Einkommen als Jahresgehalt angegeben. Jobeinsteiger sollten sich zunächst über das branchenübliche Gehalt informieren.
Eine mögliche Formulierung könnte dann lauten: Meine Gehaltsvorstellungen orientieren sich an den von xx ermittelten Werten für die Einstiegsgehälter von Elektroingenieuren. Ich stelle mir ein Jahresgehalt von xxx Euro vor. Keinesfalls sollte man die Aufforderung zur Nennung einer konkreten Zahl stillschweigend übergehen. (Weitere Tipps dazu, wie Sie die Gehaltsvorstellung formulieren können, finden Sie hier auf staufenbiel.de.)
Gelungener Abschluss: selbstbewusst, nicht unterwürfig
Negativ: Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören!
Positiv: Ich freue mich auf Ihre Einladung zu einem persönlichen Gespräch.
Positiv: Für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Grussformel: freundlich aber nicht herzlich oder gar lieb
Die richtige Grußformel lautet: "Mit freundlichen Grüßen".
"Viele Grüße" wirkt eher kumpelhaft, "Herzliche Grüße" versendet nur, wer persönlich bekannt ist und "Liebe Grüße" sollte man wirklich nur den Liebsten vorbehalten.
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